Im Vorfeld von Spiel 3 im Stanley Cup Finale 2022 zwischen den Colorado Avalanche und den Tampa Bay Lightning am Montag, dem ersten Auftritt in der Amalie Arena von Tampa, betonten die Gäste fast gebetsmühlenartig, dass sie das beste Spiel der Lightning erwarten würden. Sie bekamen es, zumindest, wenn man es mit den Performances in den ersten beiden Spielen in Denver vergleicht. Die Lightning zogen Spiel 3 durch einen 6:2-Erfolg und verkürzten den Stand in der Best-of-7-Serie auf 1:2.

"Ich meine, man wusste, dass sie kommen würden. Es ist ein wichtiges Spiel", betonte Colorados Trainer Jared Bednar. "Zeitweise hat mir die Art und Weise, wie wir damit umgegangen sind, sehr gut gefallen, und auch einige Dinge, die wir in der Offensive gemacht haben. Aber die Ausführung unter Druck war heute Abend nicht gut. Ich denke, wir hätten einige Spielzüge machen können, die wir nicht gemacht haben. Ich glaube, bei einigen Angriffen haben sie uns ein bisschen unter Druck gesetzt, wir sind ein bisschen zu leichtfertig mit dem Puck umgegangen, was wir in Spiel 1 und Spiel 2 nicht getan haben. Ich denke, das war offensichtlich das beste Spiel der Serie und nicht das von uns."

COL@TBL, Sp3: Landeskog erzielt 2. PP-Tor des Spiels

Das Fatale für die Avalanche war, dass sie trotz der Erwartung keine Antwort auf das druckvolle Spiel der Lightning hatten. Zwar gingen sie in der 9. Minute durch Gabriel Landeskog im Powerplay mit 1:0 in Front, doch diese wichtige Führung drehten die Lightning in weniger als zwei Minuten in der 14. und 15. Minute. Zu Beginn des zweiten Drittels erhöhte sich der Rückstand auf 1:3, ehe erneut Landeskog im Powerplay in der 25. Minute verkürzen konnte. Doch durch drei weitere Tore von Tampa Bay noch im zweiten Drittel war die Partie schließlich so gut wie entschieden. Daran änderte sich im Schlussdrittel nichts mehr, auch wenn Colorado dort noch einmal seine Überlegenheit demonstrierte, allerdings ohne weiteren Torerfolg blieb.
"Das ist das Stanley Cup Finale. Wir haben nicht mit einem Sweep gerechnet", verdeutlichte Stürmer Nathan MacKinnon. "Das macht Spaß. Das ist fantastisch. Ob gut oder schlecht, wir werden unseren Platz mit niemandem auf der Welt tauschen. Wir haben lange darauf gewartet, und jetzt spielen wir gegen das beste Team. Wir hatten zwei Siege in Folge, und wir wussten, dass sie zu stolz waren, um zu verlieren. Aber wir fühlen uns trotzdem gut. Wir haben ein gutes Gefühl mit unserer Mannschaft, von oben bis unten. Wenn man uns vor der Serie gefragt hätte, ob wir ein 2:1 nach drei Spielen nehmen würden, dann hätte ich sofort zugeschlagen."
Für Torhüter Darcy Kuemper war der Arbeitstag nach dem fünften Gegentreffer bei 22 Schüssen beendet und er wurde durch den Backup Pavel Francouz ersetzt. Der Tscheche kam auf neun Saves bei einem Gegentor. "Er hatte sicher nicht seinen besten Tag, aber das hatte das gesamte Team nicht", äußerte sich Bednar über die Leistung von Kuemper. "Wir haben ihnen zu viele Chancen aus dem Slot gegeben und dann wird es für einen Torhüter schwierig."
MacKinnon ist sich sicher, dass es im nächsten Spiel wieder einen besseren Kuemper zu sehen geben wird. "Er wird es abschütteln", ist er sich sicher. "Er war das ganze Jahr über großartig. Ich werde mich nicht über ihn lustig machen. Er hatte einen Shutout im letzten Spiel und hat großartig gespielt. Ich kann mich nicht an alle Tore erinnern, aber ich fand, er sah gut aus. Es ist einfach unglücklich."
Auf der anderen Seite steigerte sich Andrei Vasilevskiy, der Torhüter der Lightning und wehrte insgesamt 37 Torschüsse der Avalanche ab. "Ja, er sieht aus wie er selbst", stimmte MacKinnon zu. "Wir hatten auch in Spiel 2 eine Menge guter Chancen, aber auch heute Abend denke ich, dass wir eine Menge guter Chancen hatten. Ich würde gerne die Aufzeichnung sehen und... ihn nicht studieren, aber ein paar Dinge sehen. Er ist jetzt schon seit vier, fünf Jahren der Beste in der Liga, also bin ich nicht überrascht."

COL@TBL, Sp3: Vasilevskiy wehrt Compher mit Pad ab

Am Mittwoch (8 p.m. ET; NHL.tv, Sky Sport, MySports, Puls24, ProSieben Maxx; Do. 2 Uhr MESZ) sind die Avalanche gefordert, es wieder besser zu machen und sich auf ihre Auswärtsstärke zu besinnen. Die Niederlage in Spiel 3 war die erste auswärts in den diesjährigen Playoffs.