"Wir waren eine besondere Mannschaft", stellte Krupp in einem exklusiven Gespräch mit NHL.com/de klar. "Schon die Gruppe, die aus Quebec gekommen ist. Wir waren ein verschworener Haufen. Ich weiß noch, dass wir in Denver alle gemeinsam beim Makler auf Immobiliensuche waren und dann freundschaftlich die Appartements aufgeteilt haben. Da sind wir schon zusammengewachsen und haben immer auf die Gruppe und nicht auf uns persönlich geschaut."
Ein weiterer Eckpfeiler kam nach dem Umzug nach Denver dazu, als die Avalanche im Dezember 1995 Torhüter Patrick Roy von den Montreal Canadiens verpflichteten. Colorado gewann in der regulären Saison mit 104 Punkten die Pacific Division und wurde Zweiter in der Western Conference. In den Stanley Cup Playoffs bezwang das Team die Vancouver Canucks, Chicago Blackhawks und Detroit Red Wings jeweils in sechs Spielen und zog ins Stanley Cup Finale gegen die Florida Panthers ein.
Krupp, der sich im sechsten Saisonspiel das Kreuzband riss und erst zu den Playoffs zurückkehrte, lief dort zur Hochform auf. Bis zum Finale hatte er in 18 Spielen zwei Tore und elf Assists verbucht. Gegen Florida gewannen die Avalanche Spiel 1 mit 3:1. Krupp erzielte in der 32. Minute mit seinem dritten Playoff-Treffer den Endstand. Spiel 2 ging mit 8:1 an Colorado, mit einem Assist von Krupp beim 7:1. Spiel 3 in Florida gewannen die Gäste mit 3:2, womit sie kurz vor dem Triumph standen. Den sollten sie in Spiel 4 dank Krupp perfekt machen.
Den 56. Torschuss auf sein Gehäuse bei 4:31 Minuten in der dritten Verlängerung musste John Vanbiesbrouck, der Torhüter der Panthers, an diesem 10. Juni 1996 passieren lassen. Krupp hatte unvergessen von der Blauen Linie in der Nähe der Bande zu seinem fünften Torschuss im Spiel angesetzt und der Puck schlug beim Stand von 0:0 an Freund und Feind vorbei im Netz ein.
"Ich hatte das Gefühl, dass ich unheimlich viel Zeit hatte, zu schießen", schilderte Krupp die Szene. "Das war sehr ungewöhnlich, gerade für so eine Serie in den Finals, wo man meistens nicht viel Platz hat. Ich hatte die Zeit, mir das Ding zurechtzulegen und mein Gewicht zu verlagern. Das war kein überhasteter Schuss, sondern sehr überlegt. Der geht aber nur rein, wenn du jemand vor dem Tor hast, der dem Torhüter die Sicht nimmt, in diesem Fall Adam Deadmarsh. Das war genauso wichtig, wie der Schuss selbst."
Trotzdem bleibt der Stanley Cup Sieg 1996 der Avalanche aufgrund des erfolgreichen Schusses unweigerlich mit dem Namen Krupp verbunden, der als erster Deutscher in der NHL die Meisterschaft gewinnen konnte. Nicht zuletzt war es auch der erste Titelgewinn des 1972 gegründeten Franchise, das 1979 aus der WHL (World Hockey Association) in die NHL wechselte. Krupp selbst erinnerte sich vor allem an den Moment des Triumphes, als er realisiert hatte, dass es vorbei war.