„Es läuft gerade richtig gut“, befand der Doppelpacker für die Canucks. Die Hauptaufgabe seiner Formation sei, die Top-Sturmreihe des Gegners unter Kontrolle zu bekommen. „Und diese Aufgabe erledigen wir mit viel Stolz.“ Das sei auch das einzige gewesen, um das er sich Sorgen gemacht habe. „Es ist immer schön, wenn man dem Team hilft, zu gewinnen“, sagte Boeser.
Dabei konnte man den Gästen nicht vorwerfen, dass sie sich nicht bemühten. 20:8 lautete die Schussbilanz am Ende des ersten Drittels zugunsten der Oilers. Allein: Die Canucks agierten im Stile einer Spitzenmannschaft und waren gnadenlos effektiv.
Kurzzeitig Hoffnung für die Oilers
Dass die Gäste für einen kurzen Moment noch mal auf ein besseres Resultat hoffen durften, lag zum einen daran, dass Canucks-Keeper Demko hinter dem eigenen Tor den Puck zu lässig ablegte und die Oilers gut nachsetzten. Leon Draisaitl musste die Scheibe nur noch im leeren Tor unterbringen (28.). Damit sammelte er im 21. Spiel in Folge gegen die Canucks mindestens einen Scorerpunkt. Der Keeper reklamierte vergebens, dass er behindert worden sei.
Doch von da an ging es nur noch in eine Richtung. Beim 4:2 von Nils Hoglander ging es wieder zu schnell für die Oilers. Und das, obwohl das Bully, das dem Tor vorausging, im Verteidigungsdrittel der Canucks stattfand. Doch die Gastgeber schalteten wieder schneller um, wirkten dabei auch im Kopf fitter als der Gegner. Und Hoglander verwertete den Rebound, nachdem Skinner den Schuss von Sam Lafferty nur nach vorne abprallen lassen konnte (31.).
Entscheidung in Überzahl
Für die endgültige Entscheidung sorgte Miller im Schlussabschnitt mit dem 5:2. Erneut fiel der Treffer in Überzahl (48.). Was nicht verwundert, stellen die Canucks derzeit doch das drittbeste Powerplay der Liga mit einer Erfolgsquote von 32,6 Prozent.
Die Canucks haben damit den vierten Sieg in Folge eingefahren. 9-2-1 lautet ihre Bilanz nach zwölf Spielen. Sie sind damit in der Pacific Division auf Platz zwei der erste Verfolger von Titelverteidiger Vegas Golden Knights. Mit 54 Treffern hat die Mannschaft aktuell sogar den besten Sturm der Liga, was ebenfalls nicht überrascht, wenn man bedenkt, dass Boeser, Hughes und Co. bereits sechsmal fünf oder mehr Tore geschossen haben. Den San Jose Sharks schenkte man vor Kurzem sogar zehn Gegentore ein.
„Wir spielen gerade kollektiv gutes Eishockey“, sagte Hughes nach der Partie. „Wir kennen die Oilers ziemlich gut. Und sie dreimal in den ersten zwölf Spielen der Saison zu schlagen, das ist schon ein Wort.“ Da machte dem Verteidiger auch der Blick auf die Tabelle Spaß. Gerade, weil sich die Canucks in den Jahren zuvor in Situationen wiederfanden, wie es jetzt die Oilers tun. „Es ist noch ein bisschen früh, sich mit der Tabelle zu beschäftigen. Aber wir waren in der Position in den vergangenen paar Jahren. Es ist schwierig, da wieder rauszukommen.“ 14 Punkte Vorsprung haben die Canucks auf die Oilers.
Nervensache bei den Oilers
Die Oilers bleiben nach der dritten Niederlage in Folge mit fünf Zählern auf dem vorletzten Rang in der Pacific Division (2-8-1). Dass die Situation an den Nerven der Beteiligten zehrt, kam im dritten Drittel zum Ausdruck. Erst kassierte Connor McDavid eine Strafe wegen übertriebener Härte gegen Suter. In der gleichen Szene handelte Sich Draisaitl eine Spieldauerdisziplinarstrafe eine. Eine solche bekam fünf Minuten später auch Oilers-Coach Woodcroft.
„Ich denke, wir haben im ersten Drittel viele Sachen gut gemacht und sind am Ende doch wieder einem Rückstand hinterhergelaufen“, meinte McDavid nach der Partie. Den Ausschluss des Coachs nahm er relativ gelassen: „Jay ist ein leidenschaftlicher Mensch. Wie wir alle. Das passiert.“