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Calgary Flames brennen auf die Playoffs

Nach acht Siegen in Folge sind die Aussichten auf die Endrundenteilnahme weiter gestiegen

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Die Aussichten der Calgary Flames auf die Playoff-Teilnahme sind weiter gestiegen. Nach dem 5:0-Kantersieg zu Hause gegen die Montreal Canadiens am Donnerstag festigten sie den ersten Wildcard-Platz in der Western Conference. Selbst die Qualifikation über Platz zwei oder drei in der Pacific Division scheint machbar, wenn die Flames weiter so auftrumpfen wie zuletzt. Für die Schützlinge von Coach Glen Gulutzan war es der achte Sieg in der Liga hintereinander. Eine ähnliche Gewinnserie gelang der Mannschaft zuletzt im November 2005.

Maßgeblichen Anteil am Erfolg hatte Stürmer Johnny Gaudreau. Ein Tor schoss er selbst, drei bereitete er vor. "Es ist schön, wenn man in der Offensive etwas Zählbares zustande bringt. Zumal ich in der laufenden Spielzeit durch Höhen und Tiefen gegangen bin, was das anbelangt", kommentierte der 23-jährige Außenstürmer sein Vier-Punkte-Spiel.

Gaudreau spielt die dritte volle Saison in Calgary und zählt zu den Top-Scorern. In der Saison 2015/16 verbuchte er 78 Punkte, das Jahr davor 64. Aktuell steht er bei 48 Zählern aus 57 Einsätzen. Wegen eines Fingerbruchs im November und einer notwendigen Operation verpasste er einige Begegnungen. Sonst wäre seine Ausbeute zum jetzigen Zeitpunkt vermutlich größer.

Video: CGY@CAR: Gaudreau erzielt sein zweites Tor im Spiel

Das Erfolgsrezept der Mannschaft gegen die Canadiens erläuterte Gaudreau wie folgt: "Wir haben in allen drei Zonen gut gearbeitet und dabei unser Spiel einfach gestaltet. Unser Ziel war es, die Pucks vor das gegnerische Tor zu bringen und zu treffen - egal ob auf schöne oder schmutzige Art und Weise." Diese an sich banale Vorgehensweise diente auch als Blaupause bei vorausgegangenen Erfolgen.

Am Donnerstag zeigte sich zudem der Defensivverbund der Flames von seiner besten Seite. Allen voran Goalie Brian Elliott. Mit einigen Glanzparaden verdiente er sich seinen ersten Shutout in dieser Saison. Damit feierte er seinen siebten Sieg in Folge als Start-Torhüter. "Es macht einfach Spaß mit den Jungs. Wenn sie vor mir so gut spielen wie im Moment, muss ich nur wenige Schüsse halten. Den Rest erledigen sie", lobte er seine Mannschaftskameraden.

Dabei hätte Elliott dieses Understatement gar nicht nötig. 43 Sekunden nach dem 2:0 durch Michael Stone machte er eine Großchance der Canadiens von Brendan Gallagher zunichte. Dabei stellte er seine Klasse unter Beweis. "Das war ein toller Save. Damit hat er dafür gesorgt, dass uns das Momentum erhalten blieb", schwärmte Kapitän Mark Giordano.

Elliott war zu Saisonbeginn von den St. Louis Blues zu den Flames gekommen. Er und Chad Johnson teilten sich den Job zwischen den Pfosten beinahe brüderlich auf. Elliott stand bislang 37mal im Tor. Sein Gegentorschnitt beträgt 2,58 pro Match, die Fangquote 90,7 Prozent. Johnsons Werte sind sogar noch ein einen Tick besser. Bei 33 Einsätzen kassierte er im Schnitt 2,54 Gegentreffer, die Fangquote liegt bei 91,3 Prozent. Der 30-Jährige spielt ebenfalls das erste Jahr bei den Flames. Er wechselte von den Buffalo Sabres nach Calgary.

Video: MTL@CGY: Stone bezwingt von der Bande Montoya

Positiv überrascht haben bei den Flames auch die jungen Spieler. Beispielhaft dafür steht Rookie Matthew Tkachuk. Er steuerte zum Sieg gegen Montreal einen Assist bei. Der 19-jährige Außenstürmer wirkte in 63 Partien mit und erzielte starke 43 Scorer-Punkte. In der Rangliste aller NHL-Rookies liegt er auf Rang fünf. Aber Stand heute würde keiner der vor ihm notierten Nachwuchsspieler in die Playoffs einziehen. Wenn es dabei bliebe, könnte Tkachuk bei guten Leistungen in der Endrunde aus dem Schatten eines Auston Matthews oder Patrik Laine treten.

Sorgen bereiten dem Flames-Trainer die Verteidiger Dougie Hamilton und Stone, der zur NHL Trade Deadline von den Arizona Coyotes geholt wurde. Beide mussten im Match gegen die Canadiens verletzt vom Eis. Ein längerfristiger Ausfall beider Akteure wäre in der jetzigen Saisonphase zweifellos eine Schwächung.

Doch daran mag man im Team nicht denken. "Wir wollen die gute Stimmung möglichst lange aufrechterhalten und den Schwung in die nächsten Spiele mitnehmen", sagte Gaudreau. Am Samstag reisen die Flames zu den Winnipeg Jets. Zwei Tage später kommt mit den Pittsburgh Penguins der amtierende Stanley-Cup-Champion in den Westen Kanadas.

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