Makar SK

Cale Makar ist ein lockerer Typ und dabei noch nicht einmal so erfahren. Doch spätestens in der vergangenen Saison stieg der junge Kanadier in den Eishockey-Olymp auf. Nicht nur, dass er nach seinem ausgelaufenen Einstiegsvertrag im Sommer 2021 mit einem langfristigen Vertrag bei den Colorado Avalanche (bis 2027 neun Millionen US-Dollar jährlich) Kasse machte, er zeigte auch, dass er jeden Cent davon wert ist. Makar gewann mit 86 Punkten (28 Tore, 58 Assists) und einer plus 48 in 77 Spielen die Norris Trophy als der beste Verteidiger der regulären Saison. Er gewann mit 29 Punkten (neun Tore, 20 Assists) in 20 Spielen die Conn Smythe Trophy für den wertvollsten Spieler der Stanley Cup Playoffs und nicht zuletzt mit den Avalanche den Stanley Cup.

COL@TBL, Sp6: Cale Makar gewinnt Conn Smythe Trophy

Er hat mit 23 Jahren schon fast alles erreicht, was in der NHL von Bedeutung ist. Doch es ist natürlich kein Grund nicht weiterhin nach diesen Erfolgen zu lechzen und diese zu wiederholen, wie Makar im Gespräch mit NHL.com/de bei der North American Player Media Tour in Las Vegas feststellte. Ein besonderer Moment war für ihn der private Tag, den jeder Sieger mit dem Stanley Cup verbringen darf.
"In der Sekunde, in der ich ihn (am Ende des Tages) zurückgegeben habe, hat sich das Blatt gewendet", erklärt Makar auf die Frage, wann die Sehnsucht aufkam, den Erfolg zu wiederholen. "Das Blatt hat sich schon vorher gewendet, aber man genießt diesen Tag und dann greift man neu an."
Fast der komplette Sommer stand selbstverständlich im Fokus des Triumphes, wenn gleich der Tag mit dem Stanley Cup ohne Zweifel der Höhepunkt war. "Es war natürlich etwas ganz Besonderes", verdeutlicht Makar. "Ich hatte die Möglichkeit, den Pokal einen Tag lang zu besitzen, und das waren ziemlich tolle Momente mit Familie und den Freunden. Es war einfach toll, ihn zu zeigen und ihn zurück in die Halle zu bringen, in der ich als Kind mit dem Eishockey begann. Das war ziemlich cool."
Makar versuchte, so viel wie möglich in den Tag zu packen und legte sich in seinem Jugendzimmer mit dem Cup ins Bett oder präsentierte ihn Fans und Nachwuchsspielern auf der Eisfläche in der Crowchild Twin Arena im Nordwesten von Calgary, wo er das Eishockeyspielen gelernt hatte.
"Ich habe so ziemlich alles gemacht, was ich ursprünglich wollte", resümiert Makar. "Mein Ziel war es, den Pokal so vielen Menschen wie möglich zu zeigen und sie an dieser Erfahrung teilhaben zu lassen, denn ich kann nachvollziehen, das ist eine ziemlich coole Sache für die Kinder. Das war es also, was ich versucht habe."
Ein besonderer Moment war für ihn, als der erlebnisreiche Tag dem Ende nahte. Makar begriff zu diesem Zeitpunkt was passiert war. "Ehrlich gesagt war es nach meinem Tag damit, irgendwie in dieser Nacht", beschreibt Makar. "Ich habe die letzten paar Minuten gebraucht, bevor ich den Jungs den Pokal zurückgeben musste, und ja, das ist der Moment, in dem man sich denkt: 'Wow, ihr habt das Ding tatsächlich gewonnen'."

Und dieser Sieg ermöglicht so einiges, zum Beispiel die Möglichkeit Pancakes aus dem Stanley Cup zu essen. Auf die Frage, ob diese dann besser schmecken, hat Makar eine klare und logische Antwort parat. "Alles schmeckt besser, wenn es im Stanley Cup ist."
Colorados Finalgegner, die Tampa Bay Lightning, haben 2020 und 2021 gezeigt, wie eine Titelverteidigung in der NHL gelingen kann. Welche Schlüsse können die Avalanche daraus ziehen, für ihr Unterfangen es ihnen nachzumachen?
"Ich meine, es ist erstaunlich", schwärmt Makar. "Offensichtlich haben sie in drei Jahren nur eine Playoff-Serie verloren. Es ist also ziemlich erstaunlich, was sie erreicht haben. Und für uns geht es nur um Beständigkeit. Wir müssen uns auf das Wesentliche besinnen, und ja, ich bin gespannt, was unser Team dieses Jahr zu bieten hat.
Natürlich haben wir ein paar neue Spieler dazu geholt und einen wichtigen Spieler (Nazem Kadri) verloren, aber wir glauben, dass wir immer noch gut und besser dran sind."
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Ein Problem ist häufig, dass Meisterteams in der folgenden Saison in ein Loch fallen, sei es wegen der längeren Belastung im Sommer bzw. den langen Feierlichkeiten oder der nachgelassenen Anspannung erfolgreich sein zu wollen. Werden die Avalanche motiviert und hungrig genug sein?
"100 Prozent", erwidert Makar. "Sogar mehr als das. Ich denke, das ist einfach die Art von unserem Team. Wir haben eine Menge Jungs in unserem Team, die einfach nur kämpfen. Und wenn man viele Konkurrenten hat, treiben sie auch alle anderen an, besser zu werden."
Für ihn persönlich als bester Verteidiger der Liga und wertvollster Spieler der Playoffs, heißt es ebenso, an diese Leistung anzuknüpfen, vor allem, wenn es genug Verfolger gibt, die einen vom Thron stoßen wollen.
"Ich meine, natürlich haben wir noch keine Spiele bestritten und so weiter, aber ich freue mich darauf", bekennt Makar. "Wenn man uns auf dem Spielfeld gegenübersteht, hoffe ich, dass unsere Gegner ihr bestes Spiel abliefern wollen. Das macht uns Spaß und hoffentlich auch den Fans. Der Wettbewerb ist also das A und O des Spiels."