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Es entstand ein Gefühl, als würde bereits die Postseason laufen. "Es war eine temporeiche Partie. Es fühlte sich an wie ein Playoff-Spiel, vor allem wenn die Zuschauer laut werden", sagte Anthony Cirelli, Stürmer der Tampa Bay Lightning, nach dem 3:2-Triumph am Donnerstag in der Amalie Arena gegen die Boston Bruins. Deren Trainer Jim Montgomery sah das genauso: "Das war auf jeden Fall eine Art Playoff-Duell."

TBL 3, BOS 2

Tatsächlich ist es gut möglich, dass sich diese beiden Teams in der Postseason erneut begegnen werden. Boston ist derzeit mit 80 Punkten die stärkste Mannschaft der NHL. Tampa Bay, das in zwei der vergangenen drei Spielzeiten den Stanley Cup gewann und stets im Finale stand, befindet sich ebenfalls in einer herausragenden Form und gewann seit dem 28. Dezember elf von 15 Spielen. Betrachtet man lediglich diesen Zeitraum, trafen mit den Bruins und den Lightning sogar die beiden punktbesten Mannschaften der gesamten NHL aufeinander.
Kein Wunder also, dass sich ein Spiel auf Augenhöhe ergab. Hatte Boston das vorherige Aufeinandertreffen am 21. November noch mit 5:3 gewonnen, setzte sich diesmal Tampa Bay knapp durch. Für die Mannschaft aus Florida trafen Brandon Hagel, Brayden Point und Victor Hedman. Die Treffer für die Gäste, die mit einem Torschussverhältnis von 39:35 etwas mehr Abschlüsse verzeichneten, erzielten Brad Marchand und Pavel Zacha.
Ein Sonderlob verdienten sich die beiden Torhüter, die sich dem Offensiv-Feuerwerk des jeweiligen Gegners in den Weg stellten. Bruins-Goalie Linus Ullmark verbuchte 32 Saves, sein Gegenüber Andrei Vasilevskiy sogar 37. "Ich fand Ullmark großartig", betonte Bostons Coach Montgomery. "Er hat viele Saves ganz einfach aussehen lassen. Er war in guten Positionen. Vasilevskiy hat ebenfalls toll gespielt und starke Paraden gezeigt."

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Die Lightning bewiesen einmal mehr die Fähigkeit, enge Spiele im Schlussdrittel für sich zu entscheiden. Selbiges gelang ihnen bereits am Dienstag beim 4:2 gegen die Minnesota Wild. "Die letzten beiden Spiele waren bis weit in das dritte Drittel ausgeglichen und wir konnten diese am Ende gewinnen", stellte Tampa Bays Trainer Jon Cooper erfreut fest. "Das ist ein gutes Zeichen für uns. Wir kämpfen uns voll rein, wenn das Spiel auf der Kippe steht und die Entscheidung spät fällt."

TBL 4, MIN 2

Doch der Coach ist nicht nur wegen der Endergebnisse zufrieden mit seiner Mannschaft. "Das war ein wichtiger Test für uns", ordnete er den Erfolg gegen die Bruins ein. "Und wir haben dabei verdammt gut abgeschnitten, vor allem dank der Art und Weise, wie wir gespielt haben. Wir haben ein solides, strukturiertes Eishockey geboten und alle vier Linien haben in den 60 Minuten ihren Beitrag geleistet."
"In den vergangenen beiden Spielen gingen die Dinge in die richtige Richtung", meinte auch Anthony Cirelli, Center von Tampa Bay. "Wir spielen mit Struktur, was unsere Puckverluste begrenzt. Wenn wir das so machen, sind wir richtig gut." Bereits im Vorfeld betrachteten die Lightning-Spieler die Partie gegen die Bruins als besondere Herausforderung. "Sie haben bisher eine unglaubliche Saison hingelegt. Wir wussten, dass wir unsere beste Leistung abliefern müssen. Daher haben wir auch nicht über dieses Match hinausgedacht", sagte Hedman.
Tatsächlich aber steht den Lightning noch eine Aufgabe vor der All-Star-Pause bevor. Am Samstag werden die Los Angeles Kings in Tampa zu Gast sein (7 p.m. ET, NHL.tv, So. 1 Uhr MEZ). Cooper fordert von seiner Mannschaft den maximalen Fokus. "Wir können jetzt nicht einfach hier sitzen und sagen: Nun, wir haben die Bruins geschlagen und vergessen, dass L.A. als nächstes kommt. Wir wollen vor der kurzen Pause unbedingt noch einen Sieg holen."
Und wie ist die Gefühlslage bei den Bruins? Diese eine Niederlage dürfte das Team nicht umwerfen. Es war das erste Mal seit dem 23. November (2:5 gegen Florida Panthers), dass sie ein Spiel gegen einen Kontrahenten aus der Eastern Conference verloren haben. Gleichwohl werden die Aufgaben nicht einfacher. Den Bruins ist bewusst, dass jeder Gegner doppelt motiviert ist, das punktstärkste Team der Liga zu bezwingen. "Wir wissen, dass alle gegen uns ihr Bestes geben werden", sagte Center David Krejci. "Man betrachtet die Duelle gegen uns als Statement-Spiel. Wir reden viel darüber und versuchen, uns jedes Mal bestmöglich vorzubereiten."
Im Gegensatz zu Tampa Bay hat Boston noch drei Partien vor der All-Star-Pause zu bestreiten. Am Samstag steht das Auswärtsspiel bei den Florida Panthers (6 p.m. ET, NHL.tv, So. 0 Uhr MEZ) an. Es folgen Vergleiche mit den Carolina Hurricanes und den Toronto Maple Leafs. Beide rangieren ebenso wie Boston auf einem Playoff-Platz.
Das Gefühl, die Postseason würde bereits laufen, dürfte die Bruins von daher weiterhin begleiten.