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Bruins spielen auf wie Champions, jagen Rekorde

Von 28 Saisonpartien konnte Boston bereits 20 gewinnen und zuhause sind sie ohnehin eine Macht

von Bernd Rösch @NHLde / NHL.com/de Freier Chefautor

"Es war für mich ein Albtraum", sagte Schlussmann Tuukka Rask und "es ist ein Gefühl der Leere, nach einem langen Jahr", zeigte sich Trainer Bruce Cassidy völlig niedergeschlagen am 12. Juni dieses Jahres. Ihre Boston Bruins hatten kurz zuvor gegen die St. Louis Blues mit 1:4-Toren im TD Garden Spiel 7 des Stanley Cup Finales verloren.

Es war vor Saisonbeginn 2019/20 völlig berechtigt, sich die Frage zu stellen, inwieweit die Bruins diese bittere Niederlage verkraftet haben würden. Würden sie wiederum eine gewichtige Rolle in der Eastern Conference spielen? Würden sich vor allem ihre älteren, erfahrenen Recken, die bereits im Jahre 2011 die begehrte Trophäe gewannen, ausreichend motivieren können, um einen erneuten Höhenflug zu starten? Wie schaffen es ihre jungen, aufstrebenden Spieler mit dem härtesten Rückschlag umzugehen, den es im Eishockeysport gibt?

Ein gutes Drittel der neuen Spielzeit ist absolviert und es lässt sich unumwunden sagen, die Bruins sind nach dem Schock aus der Niederlage in Spiel 7 nicht am Boden liegen geblieben und sie haben nicht lange mit dem Schicksal gehadert. Vielmehr sind sie aufgestanden, haben sich kurz geschüttelt und gestärkt zurückgemeldet.

 

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Woche für Woche, Abend für Abend sind die Männer von Cassidy perfekt auf den kommenden Gegner eingestellt und rufen starke Leistungen ab, wie am Dienstag Jaroslav Halak mit seinen 24 Saves beim 2:0-Heimerfolg gegen die Carolina Hurricanes.

"Ich so froh, ein Teil dieser Gruppe zu sein, weil es eine ganz besondere Mannschaft ist. Wir sind uns so nahe, und wir beweisen es immer wieder auf dem Eis. Wir halten uns 60 Minuten lang an den Spielplan. Heute Abend haben wir ihn ausgeführt, und überhaupt gelingt uns meistens die Umsetzung. Wir glauben daran, dass wir zurückkommen und gewinnen können, selbst wenn es eine enge Partie ist oder wir mit einem oder mehreren Toren hinten liegen", erklärte Halak nach dem Shutout in seinem 500. NHL-Spiel.

Wenn es sich anbietet, zünden die Bruins ein Offensivfeuerwerk wie vor sieben Tagen beim 8:1-Kantersieg im Bell Centre der Montreal Canadiens oder vor gut einem Monat, als sie sich ihren Besuch bei den New York Rangers mit einem 7:4-Erfolg versüßten. Sollte es sich ergeben, dass der Gegner kaum etwas anbrennen lässt, dann laufen sie nicht ins offene Messer, sondern üben sich eben in Geduld, im Wissen, dass sie ihre Chancen bekommen werden. Ihre Treffer zum jüngsten Sieg schossen Charlie Coyle und David Krejci in der 56. und 58. Spielminute.

Am Ende zählen nur die gewonnenen Punkte. Aus acht Partien, in denen sie maximal zwei Tore schossen, nahmen die Bruins (4-2-2) zehn Zähler mit. Bostons Torwartgespann Rask-Halak hielt viermal den Kasten sauber. Unter den Torhütern mit mindestens drei Saisoneinsätzen belegt Halak mit seiner Fangquote von 93,4 Prozent Platz 2 und mit seinem Gegentrefferschnitt von 2,14 Platz 3 unmittelbar hinter Rask (2,04), der mit seiner Rettungsquote von 93,3 Prozent Rang 4 einnimmt. 

Und wie sieht es bei den Scorern aus? In der ligaweiten Scorerwertung liegen die Bruins-Stürmer Brad Marchand (18 Tore, 26 Assists) und David Pastrnak (25 Tore, 18 Assists) auf Platz drei und vier. Mit Marchand, David Krejci und Kapitän Zdeno Chara stehen drei Spieler der Bruins unter den besten Sechs der Plus-Minus-Statistik.

Video: MTL@BOS: Pastrnak trifft den Pfosten und das Tor

Cassidy kann mit einem Team aufwarten, das richtig Spaß am Gewinnen gefunden hat. In 20 von 28 Saison-Auftritten verließen sie das Eis als Sieger (20-3-5) und von den 16 Partien vor heimischer Kulisse verloren sie keine einzige in der regulären Spielzeit (12-0-4). Es ist die zweitlängste Heimserie der Bruins zu Saisonbeginn seit 1973/74, als sie mit 18 Siegen und drei Unentschieden starteten.

Ihre jetzige Mannschaft wartet mit Statistiken auf, wie selten eine zuvor in der 95-jährigen Historie der Organisation. Die Bruins der Jahre 1938/39 und 1971/72 erreichten ebenso schnell die 20-Siege-Marke - am Ende dieser Spielzeiten durften sie sich sogar über den Gewinn des Stanley Cups freuen.

Es muss zwar noch viel Wasser den Charles River hinunterlaufen, bis die Bruins ihr Ziel erreicht haben, der bisherige Saisonverlauf gibt ihnen jedoch ausreichend Grund zuversichtlich zu sein.

Video: CAR@BOS: Krejci fälscht ab und trifft zum 200. Mal

Nach Punkten (45) teilen sie sich ligaweit den ersten Platz mit den Washington Capitals. Mit ihrer Punktequote von 80,4 Prozent sind sie ebenso alleiniger Spitzenreiter wie bei den Gegentreffern (61). Sie schossen die zweitmeisten Tore (101), verfügen über das zweitbeste Überzahlspiel (30,9 Prozent) und rangieren mit ihrer Erfolgsquote von 84,9 Prozent im Penalty Killing auf Platz sechs.

Die Bruins sind nach acht doppelten Punktgewinnen in Serie die Gejagten. Wer kann sie stoppen? Die Chicago Blackhawks werden als ihr nächster Gast am Donnerstag im TD Garden den Versuch unternehmen (Fr 1:00 MEZ; NHL.tv).

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