Native Outlook: Die DACH-Spieler der Bruins
In Boston spricht man in der kommenden Saison besonders viel Deutsch. Neben Trainer Sturm gehören mit Neuverpflichtung Peterka und Lukas Reichel zwei deutsche Stürmer zum Kader der Bruins. Dazu kommt mit Attilio Biasca ein Schweizer, der im Sommer einen Zweijahresvertrag in Boston unterschrieben hat.
Für Peterka bietet sich dabei die mit Abstand interessanteste Perspektive. Der 24-Jährige kam im Juni von den Utah Mammoth nach Boston und absolvierte dort in der vergangenen Saison alle 82 Hauptrundenspiele. Dabei erzielte er 25 Tore und bereitete 22 weitere Treffer vor. In Boston könnte er nun sogar in der ersten Sturmreihe neben Pastrnak auflaufen. Die Möglichkeit, mit einem der besten Offensivspieler der NHL zusammenzuspielen, dürfte für Peterka eine große Chance sein, seine Produktion wieder deutlich zu steigern. Auch General Manager Don Sweeney sieht in ihm einen Spieler, der mit seiner Geschwindigkeit, seinem Schuss und seiner Vielseitigkeit neue Impulse bringen kann.
Für Reichel geht es dagegen vor allem darum, sich dauerhaft in der NHL zu etablieren. Der 24-jährige Nürnberger kam erst im März von den Vancouver Canucks nach Boston und absolvierte für die Bruins in der Saison 2025/26 zehn Hauptrundenspiele, in denen er ein Tor und zwei Assists verbuchte. Insgesamt brachte es Reichel für Boston, Vancouver und Chicago auf 29 NHL-Einsätze mit drei Toren und fünf Assists. Im Mai statteten ihn die Bruins mit einem neuen Einjahresvertrag aus. Die Konkurrenz um die Plätze im Sturm ist allerdings groß. Reichel muss die Vorbereitung deshalb nutzen, um sich für eine feste Rolle im NHL-Kader zu empfehlen.
Mit Attilio Biasca stößt außerdem ein Schweizer zum Team, der bislang noch keine NHL-Erfahrung besitzt. Der 23-jährige Stürmer spielte 2025/26 für den HC Fribourg-Gottéron in der Schweizer National League und kam in 45 Partien auf 15 Tore und zwölf Assists. Mit einer Plus-Minus-Bilanz von +20 hatte er maßgeblichen Anteil am ersten Schweizer Meistertitel des Klubs. In Boston erhält Biasca nun die Chance, sich über die Vorbereitung für einen Platz im NHL-Kader zu empfehlen. Sein Zweijahresvertrag läuft bis zum Ende der Saison 2027/28.
Damit verfügt Marco Sturm über drei Spieler aus dem DACH-Raum, die mit ganz unterschiedlichen Ausgangslagen in die neue Saison gehen. Während Peterka unmittelbar Verantwortung übernehmen und möglichst in den Topreihen für offensive Akzente sorgen soll, kämpft Reichel um einen festen NHL-Platz. Biasca wiederum steht vor dem nächsten großen Schritt seiner Karriere. Besonders für Peterka könnte die Saison in Boston zum persönlichen Neustart werden - und für die Bruins im besten Fall zu einer ausgesprochen erfolgreichen Verbindung.
Voraussichtliche Aufstellung
JJ Peterka - Pavel Zacha - David Pastrnak
Casey Mittelstadt - Elias Lindholm - Morgan Geekie
James Hagens - Fraser Minten - Marat Khusnutdinov
Tanner Jeannot - Sean Kuraly - Mark Kastelic
Hampus Lindholm - Will Borgen
Nikita Zadorov - Mason Lohrei
Jonathan Aspirot - Connor Clifton
Jeremy Swayman
Michael DiPietro
Extras: Lukas Reichel, Attilio Biasca, Brian Halonen
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Top-Talent, auf das es zu achten gilt
James Hagens (C) - Der 19-jährige Angreifer könnte in dieser Saison den nächsten großen Schritt machen. Hagens wurde 2025 an siebter Stelle gedraftet und überzeugte zuvor am Boston College mit 47 Punkten in 34 Spielen. Nach ersten NHL-Einsätzen im Frühjahr soll er 2026/27 eine größere Rolle übernehmen. Hagens bringt starkes Spielverständnis, Tempo und ausgeprägte Fähigkeiten als Vorlagengeber mit. Er kann sowohl auf der Center-Position als auch auf dem Flügel eingesetzt werden und gilt langfristig als Kandidat für eine Top-Six-Rolle. Für Boston wäre sein Durchbruch besonders wertvoll, da die Bruins weiterhin nach einer langfristigen Lösung für die wichtige Mittelstürmer-Position suchen.
Was eine erfolgreiche Saison ausmacht
Die Bruins dürften auch 2026/27 eine Mannschaft im Übergang bleiben. Die Kombination aus Pastrnak, Swayman und McAvoy gibt ihnen weiterhin genügend Qualität, um im Rennen um die Stanley Cup Playoffs zu bleiben. Gleichzeitig ist die Atlantic Division extrem stark besetzt, sodass Boston kaum Spielraum für einen schwachen Saisonstart haben wird.
Der wichtigste offene Punkt ist die Besetzung der Top-Centers. Pavel Zacha, Fraser Minten, Hagens und Elias Lindholm kommen dafür infrage. Gerade Lindholm könnte die Lösung sein, wenn er nach seinen Verletzungsproblemen wieder an frühere Leistungen anknüpft.
Jeremy Swayman bleibt dabei der große Rückhalt. Nach seinem schwachen Jahr 2024/25 meldete er sich eindrucksvoll zurück, gewann 31 Spiele und wurde sogar Vezina Trophy-Finalist. Mit DiPietro steht nun ein interessanter Backup bereit.
Die Bruins sollten stärker sein als vor zwei Jahren. Ob sie allerdings stark genug sind, ein Bestandteil in der NHL-Spitzengruppe zu werden, ist eine andere Frage. Peterka kann der Offensive zusätzlichen Schwung verleihen, Hagens und Minten stehen für die Zukunft, und Sturm hat bereits bewiesen, dass er aus diesem Team mehr herausholen kann.
Ein Selbstläufer wird die Playoff-Qualifikation trotzdem nicht. Dafür ist die Konkurrenz in der Atlantic Division zu stark. Boston dürfte erneut zwischen Hoffnung auf die Postseason und der Erkenntnis pendeln, dass der Umbau noch nicht abgeschlossen ist. Geht es wieder in die K.o.-Runde, wäre die Spielzeit zweifelsohne eine erfolgreiche.