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ESDW Blackhawks gegen Flyers: 5 Aspekte

Neuanfang für beide Mannschaften im Fokus für das NHL Europa-Spiel der Woche am Freitag in Prag

von Stefan Herget @NHLde / NHL.com/de Freier Chefautor

NHL.com/de geht jeden Freitag in der Saison 2019/20 auf das am Samstag oder Sonntag zur Primetime in Europa stattfindende NHL Europa-Spiel der Woche besonders ein, indem fünf Aspekte zu der Partie vorgestellt werden. In dieser Ausgabe geht es ausnahmsweise schon donnerstags um das Spiel der NHL Global Series 2019 am Freitag in Prag zwischen den Chicago Blackhawks und den Philadelphia Flyers. 

Am Freitag um 20 Uhr MESZ (live bei Sport1+, DAZN, Teleclub Sport, NHL.tv) treten in der O2 Arena von Prag, Tschechien, im Rahmen der NHL Global Series 2019 die Chicago Blackhawks gegen die Philadelphia Flyers zu ihrem Saisonauftakt gegeneinander an. Die Partie ist gleichzeitig das NHL Europa-Spiel der Woche. Es steht das Duell zweier Mannschaften auf den Programm, die in ihrem ersten Spiel schon den Takt richtig setzen und zwei, am Ende möglicherweise wertvolle Punkte einfahren wollen.

Fünf Aspekte, auf die es zu achten gilt:

 

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Blackhawks und Flyers wollen verpasste Playoff-Qualifikation vergessen machen

Die Stanley Cup Playoffs 2019 fanden sowohl in der Western Conference ohne die Blackhawks, als auch in der Eastern Conference ohne die Flyers statt. Letztere waren immerhin seit der Saison 2011/12 stets abwechselnd in den Playoffs vertreten und nicht. Würde das Gesetz der Serie im Jahr 2020 fortgesetzt werden, dann befindet sich Philadelphia mit dem neuen Trainer Alain Vigneault hinter der Bande auf dem Weg, den Playoff-Einzug in dieser Saison zu schaffen. Leicht wird es allerdings in der schweren Metropolitan Division für die Flyers nicht, denn neben den Playoff-Teilnehmern aus dieser Gruppe haben sich auch die zuletzt gescheiterten New Jersey Devils und New York Rangers mit einigen wichtigen Neuzugängen deutlich verstärkt.

Auf der anderen Seite liefen die Blackhawks als dreifacher Stanley Cup Champion (2010, 2013 und 2015) im endenden 2010er-Jahrzehnt in den vergangenen beiden Spielzeiten ihren hohen Ansprüchen hinterher und verpassten klar die KO-Runde um den Stanley Cup. Auch für Chicago wird es in der starken Central Division nicht einfach und jeder Punkt wird am Ende wahrscheinlich wichtig sein. 

Stimmung und Einflüsse in Prag

Ein Spiel der NHL Global Series ist etwas anderes als eine Partie der regulären Saison in Nordamerika. Die äußeren Einflüsse der europäischen Kultur wirken sich nicht nur auf die Spieler aus. Es beginnt schon damit, dass den Teams mehr Aufmerksamkeit rund um das Spiel zugetragen wird und auch während des Spiels eine andere Stimmung herrscht. Nach Prag werden wie bei den NHL-Spielen zuvor in der tschechischen Hauptstadt erneut Fans aus ganz Europa strömen, egal ob sie Fans der Flyers oder Blackhawks sind oder ihr Herz für ein anderes Team bzw. die NHL im Allgemeinen schlägt. Allein diese Tatsache lässt den Auftritt zu etwas Besonderem werden.

Es sei das Wichtigste, dass es um zwei Punkte gehe, vernimmt man dann stets von den Spielern im Rahmen der Global Series. Doch in Wahrheit geht es in diesem Fall um mehr, nämlich Werbung zu machen, für den begeisternden Sport des Eishockeys und die NHL, wo die besten Akteure den schnellsten Mannschaftssport der Welt am spektakulärsten umsetzen. Gemessen an den Ergebnissen in der abgelaufenen Saison sind die Blackhawks gegen die Flyers keine Top-Begegnung, doch immerhin stehen sich die Stanley Cup Finalisten aus dem Jahr 2010 (Serie 4:2 für Chicago) gegenüber und beide Teams haben aufgrund ihrer Tradition und Erfolge eine große Fan-Basis in Europa.  

Video: Raffl gefällt die Erfahrung in Prag

Tschechische Spieler stehen im Vordergrund

Jakub Voracek erzählte, dass es für ihn der größte Moment in seiner Eishockey-Karriere werden würde, wenn er mit den Flyers in Prag nur ca. 35 Kilometer von seiner Heimatstadt Kladno entfernt, ein NHL-Spiel absolvieren dürfe. "Es wird ein einmaliges Erlebnis werden", betonte der Stürmer. "Ich bin überwältigt nach Hause zu kommen und jeden zu sehen." Viele Freunde und die meisten seiner Familie wohnen in der Region, viele von ihnen haben ihn nie in der NHL live spielen sehen. Angeführt wird die Liste von seiner 86-jährigen Großmutter, die in seiner Kindheit und Jugend bei allen seinen Spielen dabei war, aber ihn nie in Nordamerika hat spielen sehen. "Immer wenn wir im tschechischen Fernsehen kamen, dann hat sie zugeschaut", erzählte Voracek. 70 Karten hat er für Freunde und Familie geordert.

Doch Voracek ist nicht der einzige Vertreter aus Tschechien. Ihm gegenüber stehen bei den Blackhawks David Kampf und Dominik Kubalik im Kader. Letzterer hofft ausgerechnet in Prag sein NHL-Debüt geben zu dürfen, nachdem er sich im Trainingscamp einen Platz erarbeitet hat. "Es ist großartig und es geht definitiv ein Traum für mich in Erfüllung", zeigte sich Kubalik begeistert. "Es ist etwas Besonderes und es wird noch besonderer, da wir hier in diesem Gebäude und dieser Stadt sind. Ich versuche das alles zu genießen."

Debüt von Vigneault hinter der Flyers Bande

Alain Vigneault ist ein alter Trainer-Fuchs. Nach seiner Entlassung bei den New York Rangers am Ende der Saison 2017/18 ist der 58-jährige Kanadier zurück und trainiert jetzt die Flyers. Er soll die Organisation in bessere Zeiten führen und vielleicht sogar endlich zum ersten Stanley Cup Gewinn seit 1974. Vigneault war so ein Erfolg selbst noch nicht vergönnt. Seit 1997 trainierte er die Montreal Canadiens, Vancouver Canucks und Rangers in 1.216 Spielen der regulären Saison (S 648-N 435-U 35-OTN 98) und war mit seinen Mannschaften in 15 Spielzeiten elf Mal in den Playoffs vertreten. Eine stolze Bilanz. Trotzdem reichte es nie zum großen Wurf. 2011 verlor er das Finale mit Vancouver gegen die Boston Bruins in sieben Spielen und in 2014 mit den Rangers gegen die Los Angeles Kings in fünf Spielen.

"Das Trainingscamp ist vorbei und wir kämpfen ab sofort um zwei Punkte, von denen am Ende jeder wichtig sein könnte", legte Vigneault die Richtschnur für sein Team fest. "Wir müssen vorbereitet und bereit sein." Es wird spannend sein zu sehen, wie und ob Vigneault den Flyers seinen Stempel aufdrücken kann. 

 

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Vertragsverlängerung, Verletzte und Neuzugänge

Blackhawks-Stürmer Alex DeBrincat hat am Donnerstag einen Anschlussvertrag zu seinem am Saisonende auslaufenden Einstiegsvertrag abgeschlossen, der ihm zukünftig für drei Jahre jährlich 6,4 Millionen US-Dollar verdienen lässt. Er wurde in der vergangenen Saison zum zweitjüngsten Spieler in der Geschichte der Organisation, der 40 Tore in einer Saison erzielen konnte. Nur Jeremy Roenick war in der Saison 1990/91 einen Monat jünger. Der Abschluss nimmt Druck von ihm, wenn er in dieser Saison an seinen Erfolgen vom Vorjahr gemessen wird.

Stürmer Tyler Pitlick wird bei den Flyers auf der Verletztenliste geführt, doch es besteht eine Resthoffnung, dass er möglicherweise auflaufen kann. "Ich bin überrascht, wie gute Fortschritte er nach seiner Verletzung gemacht hat", erzählte Vigneault nach der Ankunft in Prag am Dienstag. "Trotzdem wollen wir nichts überstützen und entscheiden es kurzfristig."

Bei den Blackhawks ist Connor Murphy mit einer Leistenverletzung außer Gefecht, aber Calvin de Haan könnte wahrscheinlich spielen. Der Zeitplan für Verteidiger Murphy steht nicht fest, aber Blackhawks-Trainer Jeremy Colliton sagte, die Verletzung wäre nicht zu ernst. De Haan hat sich hingegen vollkommen von seiner Schulter-Verletzung im Mai erholt, laboriert aber auch an der Leiste. Er stehe allerdings laut Colliton kurz vor der Rückkehr.

Gespannt ist Chicago außerdem auf den Auftritt der Neuzugänge Verteidiger Olli Maatta und Torhüter Robin Lehner, die die Defensive stabilisieren sollen. Wer allerdings im Tor den Vorzug erhält, Lehner oder die bisherige Nummer 1 Corey Crawford, wird sich kurzfristig entscheiden.

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