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Die NHL nimmt am 13. Januar den Saisonbetrieb auf und die Teams beginnen am 31. Dezember bzw. 3. Januar ihre Trainingscamps. Die sieben Mannschaften, namentlich die Detroit Red Wings, Ottawa Senators, Buffalo Sabres, New Jersey Devils, San Jose Sharks, Los Angeles Kings und Anaheim Ducks, die nicht an der Stanley Cup Qualifikation im August teilgenommen hatten, dürfen vier Tage früher mit der Vorbereitung beginnen.

Aus diesem Grund haben die NHL-Mannschaften ihre nach Europa ausgeliehenen Spieler größtenteils schon vor Weihnachten nach Nordamerika zurückbeordert. Schließlich müssen diese nach der Einreise nach Kanada und den USA in eine verordnete mehrtägige Quarantäne, ehe sie am Trainingscamp teilnehmen dürfen.
Von den deutschen Spielern verbleiben lediglich Dominik Bokk (Carolina Hurricanes) und Moritz Seider (Detroit Red Wings) in Europa. Beide Deutsche stehen bei schwedischen Mannschaften in der SHL, der ersten Liga des Landes, unter Vertrag: Bokk bei Djurgarden und Seider beim Spitzenreiter Rögle. Nachdem die beste schwedische Liga keine Zeitverträge akzeptiert, haben sich beide in Absprache mit ihren NHL-Teams für die gesamte Saison verpflichtet. Eine vorzeitige Abberufung ist daher nicht möglich.

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Während Seider sehr viel Eiszeit in allen Situationen, inklusive Über- und Unterzahl, erhält und so viel Erfahrung in einer starken Liga sammeln kann, dürfte Bokk nicht vollends zufrieden sein. Der Unterschied trat auch beim Spieltag am gestrigen 2. Weihnachtsfeiertag zu Tage.
Bokk unterlag mit 2:5 gegen Färjestad und blieb bei lediglich knapp elf Minuten Eiszeit ohne Punkt. In 14 Partien der Saison kann Bokk weiterhin zwei Tore vorweisen. Seider hatte indes über 22 Minuten Einsatzzeit und verbuchte beim 3:1-Sieg gegen Leksand seinen elften Assist im 18. Spiel. Mit seinen zwei Toren kommt er auf 13 Punkte.
Einen Vorteil hat aber Bokk gegenüber Seider. Djurgarden ist Achter und damit auf einem Platz, der nur zur Teilnahme an der Qualifikation der Playoffs genügt. Die Saison könnte dort also schneller vorbei sein als in Rögle und Bokk wäre somit früher für die Hurricanes verfügbar als Seider für die Red Wings.

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Zurückgekehrt nach Nordamerika sind indes Dominik Kahun, Marc Michaelis und Lean Bergmann. Alle drei waren im MagentaSport-Cup der DEL im November und Dezember aktiv, durften aber beim Saisonstart ab dem 17. Dezember nicht mehr mitwirken.
Insbesondere Kahun, der Neuzugang der Edmonton Oilers, überzeugte für den EHC Red Bull München mit zwei Toren und sechs Vorlagen in sieben Spielen als zweitbester Scorer des Teams und hatte so wesentlichen Anteil am Gewinn des MagentaSport-Cups.
"Es war wunderbar, Dominik wieder in unserem Trikot spielen zu sehen", betonte Geschäftsführer Christian Winkler auf der Homepage des Klubs. "Sein Engagement im Training, seine Leistungen auf dem Eis und seine charakterlichen Eigenschaften führen dazu, dass er jedes Team besser macht." Darauf hoffen auch die Oilers in der kommenden Saison
Bergmann (San Jose) und Michaelis (Vancouver Canucks) wurden aufgrund des NHL-Saisonbeginns von ihren Klubs ebenfalls zurückbeordert. Während Kahun ein Platz im Kader in Edmonton sicher scheint, müssen sich die beiden zuletzt bei den Adler Mannheim tätigen Stürmer in den Trainingscamps behaupten. Bergmann machte früh Werbung in eigener Sache und erzielte in fünf Spielen des MagentaSport-Cups vier Tore.

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Den Saisonstart in der DEL erlebte Verteidiger Leon Gawanke für die Eisbären Berlin, der noch auf eine Anweisung der Winnipeg Jets wartet, wo er unter Vertrag steht. In den zwei Spielen zum Auftakt hatte er im Durchschnitt fast 20 Minuten Eiszeit, blieb aber ohne Scorerpunkt.
"Es war ja schon die ganze Zeit davon die Rede, dass sie Mitte Januar anfangen wollen", sagte Gawanke im Interview mit dem Portal SPORTBUZZER vor Heiligabend. "Jetzt ist der Termin offiziell. Aber aus Winnipeg habe ich derzeit noch nichts gehört, das wird bestimmt in den nächsten Wochen passieren."
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Es könnte durchaus sein, dass er noch einige Zeit in Berlin bleibt, wenn er nicht unmittelbar für den Saisonstart in der NHL vorgesehen sein wird, weil die AHL nimmt ihren Spielbetrieb nach derzeitigem Stand erst Anfang Februar auf. "Es wäre sicher nicht so schlau, wenn ich jetzt dahin fliege, zwei Wochen trainiere, runtergeschickt werde und dann einen Monat nichts mache", betonte Gawanke. "Da wäre es für meine Entwicklung besser, wenn ich in der Zeit hier sieben, acht Spiele machen kann. Aber das habe ich nicht zu entscheiden, das wird Winnipeg für mich entscheiden."
Das Ziel irgendwann in der NHL zu spielen, hat Gawanke jedoch weiterhin vor Augen: "Das ist doch klar, das steht über allem. Es wäre natürlich wunderbar, wenn das klappt. Aber ich mache mir da keinen Druck, will mich von Jahr zu Jahr entwickeln, um irgendwann den Sprung zu schaffen - vielleicht kommt er früher, vielleicht später."