Nachdem es Gretzky im Jahr 1996 nicht gelungen war, diesen Titel als Spieler zu gewinnen und seine Mannschaft der USA im Endspiel mit 2:5 unterlag, war die Mission für den Turnierzeitraum zwischen dem 30. August und 14. September 2004 klar definiert.
Alles andere als der Turniersieg wäre für die höchstkarätig besetzte kanadische Auswahl eine abermalige Enttäuschung gewesen. Mit einer solch großen Erwartungshaltung zurechtzukommen, das ist für jeden Sportdirektor der Welt, sei er noch so prominent und als Spieler eine Legende gewesen, eine Herausforderung.
Gretzky hielt dem immensen Druck dabei rückblickend nicht nur stand, er überzeugte mit seiner Mannschaft in allen sechs Auftritten in den gut zwei Wochen auf beeindruckende Art und Weise.
Schon bei seiner Vorstellung als Hauptverantwortlicher für die Mannschaft, war die Erwartungshaltung ihm gegenüber gigantisch. Denn Gretzky repräsentierte Kanada als aktiver bei diversen Turnieren, er stellte mit 57 Punkten (17 Tore, 40 Assists) aus 31 Spielen zudem eine historisch gute Erfolgsquote, an der sich die Akteure seiner damaligen Auswahl gerne ein gutes Beispiel nehmen sollten.
Gemeinsam mit Kevin Lowe und Steve Tambellini im Management-Team sowie den Trainern Quinn, Ken Hitchcock, Jacques Martin und Wayne Fleming sollte mit dem zusammengestellten Kader versucht werden, an den Erfolg bei den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City anzuknüpfen, als sie das erhoffte Gold errangen.
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"Als Bob Nicholson, der Präsident von Hockey Canada, mich gefragt hat, ob ich eine Rolle bei diesem Vorhaben bekleiden wolle, da war mir sofort klar, dass ich mit an Bord wäre, wenn Kevin und Steve ebenfalls mitwirken würden", erklärte Gretzky bei seiner Berufung zum General Manager des großen Turnierfavoriten.
Lowe nahm beim World Cup of Hockey abermals die Rolle des stellvertretenden Direktors ein, Tambellini fungierte als Direktor des Spielerpersonals.
"Wir haben das gemacht, weil wir gerne gewinnen", kommentierte Lowe, seinerzeit im Hauptberuf der General Manager der Edmonton Oilers, selbstbewusst und mit einem Augenzwinkern. "Wir erwarten zu gewinnen, aber das ist natürlich keine Selbstverständlichkeit", gab er die Marschrichtung vor.
Bei der Turnierausgabe traten acht Mannschaften in zwei Gruppen an. In der Nordamerika-Gruppe spielten Kanada, Russland, die Slowakei und die USA in den Arenen von Montreal, Toronto und St. Paul.
In der Europa-Gruppe maßen sich die Teams von Tschechien, Finnland, Deutschland und Schweden. Ausrichtungsorte der Gruppenspiele waren Helsinki, Stockholm, Prag und Köln.
Nach drei Siegen in der Gruppenphase (2:1 gegen die USA, 5:1 gegen die Slowakei und 3:1 gegen Russland) stand der Einzug der Kanadier als Gruppenerster in das Viertelfinale gegen den Tabellenvierten der Nordamerikagruppe, die Slowakei, fest. Im zweiten Kräftemessen mit den Europäern hatten die Kanadier erneut wenig Mühe und siegten mit 5:0.
Im folgenden Halbfinale gegen den Vorrundendritten der Europagruppe, die Tschechen, war es in Toronto schon enger. Die Osteuropäer erwiesen sich nach ihrem überraschenden 6:1-Erfolg im Viertelfinale über die favorisierten Schweden in Stockholm als sehr selbstbewusstes Team.
Es bedurfte in einer äußerst intensiven und umkämpften Partie der Verlängerung, ehe Vincent Lecavalier nach 3:45 Minuten seine Nation mit dem 4:3 erlöste. Die Kanadier zogen in das große Finale um den neuen Pokal ein und hatten dort nicht den erwarteten Gegner USA vor sich, sondern den Außenseiter Finnland.
Die Skandinavier hatten einen Tag zuvor das Traumfinale der Medien und Fans durch einen 2:1-Sieg im ersten Halbfinale gegen die US-Boys verhindert und sie waren auch im Duell um den Turniersieg ein hartnäckiger Gegner. Die Schützlinge von Gretzky gewannen hart erkämpft mit 3:2-Toren und krönten so ihr perfektes Turnier.