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Während in der NHL die reguläre Saison 2019/20 seit dem 12. März aufgrund der Bedenken im Zusammenhang mit dem Coronavirus pausiert, liefert NHL.com/de weiterhin eigene Storys. In einer Serie erinnern wir an jedem Dienstag an besonders erinnerungswürdige Spiele und Ereignisse auf der internationalen Ebene. In dieser Folge: Der erwartete Erfolg von Team Kanada beim World Cup of Hockey 2004.

Beim World Cup of Hockey 2004, der zweiten Auflage des Turniers nach 1996, war die Favoritenrolle von Anfang an klar verteilt. Team Kanada sollte die damals extra zu diesem Anlass neu geschaffene silberne Trophäe gewinnen.
Mit dabei war Eishockeylegende Wayne Gretzky, der NHL-Topscorer aller Zeiten und wohl bekannteste Vertreter dieser Sportart überhaupt, der beim Mutterland des Eishockeys die Funktion des Sportdirektors innehatte. Ihm kam eine bedeutende Rolle zu, denn federführend, zusammen mit dem von ihm ausgewählten Trainer Pat Quinn, stellte er aus einer großen Anzahl von Stars den Kader zusammen, der als Mannschaft am Ende für Kanada den Sieg bringen sollte.
Gretzky wurde dem immensen Erwartungsdruck am Ende gerecht, denn das Team siegte im Finale im heimischen Toronto mit 3:2 gegen Finnland. Dadurch blieb der Favorit im gesamten Turnierverlauf mit einer Bilanz von sechs Siegen makellos und schrieb ein Stück erinnerungswürdige Sportgeschichte.

gretzky quinn

Nachdem es Gretzky im Jahr 1996 nicht gelungen war, diesen Titel als Spieler zu gewinnen und seine Mannschaft der USA im Endspiel mit 2:5 unterlag, war die Mission für den Turnierzeitraum zwischen dem 30. August und 14. September 2004 klar definiert.
Alles andere als der Turniersieg wäre für die höchstkarätig besetzte kanadische Auswahl eine abermalige Enttäuschung gewesen. Mit einer solch großen Erwartungshaltung zurechtzukommen, das ist für jeden Sportdirektor der Welt, sei er noch so prominent und als Spieler eine Legende gewesen, eine Herausforderung.
Gretzky hielt dem immensen Druck dabei rückblickend nicht nur stand, er überzeugte mit seiner Mannschaft in allen sechs Auftritten in den gut zwei Wochen auf beeindruckende Art und Weise.
Schon bei seiner Vorstellung als Hauptverantwortlicher für die Mannschaft, war die Erwartungshaltung ihm gegenüber gigantisch. Denn Gretzky repräsentierte Kanada als aktiver bei diversen Turnieren, er stellte mit 57 Punkten (17 Tore, 40 Assists) aus 31 Spielen zudem eine historisch gute Erfolgsquote, an der sich die Akteure seiner damaligen Auswahl gerne ein gutes Beispiel nehmen sollten.
Gemeinsam mit Kevin Lowe und Steve Tambellini im Management-Team sowie den Trainern Quinn, Ken Hitchcock, Jacques Martin und Wayne Fleming sollte mit dem zusammengestellten Kader versucht werden, an den Erfolg bei den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City anzuknüpfen, als sie das erhoffte Gold errangen.
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"Als Bob Nicholson, der Präsident von Hockey Canada, mich gefragt hat, ob ich eine Rolle bei diesem Vorhaben bekleiden wolle, da war mir sofort klar, dass ich mit an Bord wäre, wenn Kevin und Steve ebenfalls mitwirken würden", erklärte Gretzky bei seiner Berufung zum General Manager des großen Turnierfavoriten.
Lowe nahm beim World Cup of Hockey abermals die Rolle des stellvertretenden Direktors ein, Tambellini fungierte als Direktor des Spielerpersonals.
"Wir haben das gemacht, weil wir gerne gewinnen", kommentierte Lowe, seinerzeit im Hauptberuf der General Manager der Edmonton Oilers, selbstbewusst und mit einem Augenzwinkern. "Wir erwarten zu gewinnen, aber das ist natürlich keine Selbstverständlichkeit", gab er die Marschrichtung vor.
Bei der Turnierausgabe traten acht Mannschaften in zwei Gruppen an. In der Nordamerika-Gruppe spielten Kanada, Russland, die Slowakei und die USA in den Arenen von Montreal, Toronto und St. Paul.
In der Europa-Gruppe maßen sich die Teams von Tschechien, Finnland, Deutschland und Schweden. Ausrichtungsorte der Gruppenspiele waren Helsinki, Stockholm, Prag und Köln.
Nach drei Siegen in der Gruppenphase (2:1 gegen die USA, 5:1 gegen die Slowakei und 3:1 gegen Russland) stand der Einzug der Kanadier als Gruppenerster in das Viertelfinale gegen den Tabellenvierten der Nordamerikagruppe, die Slowakei, fest. Im zweiten Kräftemessen mit den Europäern hatten die Kanadier erneut wenig Mühe und siegten mit 5:0.
Im folgenden Halbfinale gegen den Vorrundendritten der Europagruppe, die Tschechen, war es in Toronto schon enger. Die Osteuropäer erwiesen sich nach ihrem überraschenden 6:1-Erfolg im Viertelfinale über die favorisierten Schweden in Stockholm als sehr selbstbewusstes Team.
Es bedurfte in einer äußerst intensiven und umkämpften Partie der Verlängerung, ehe Vincent Lecavalier nach 3:45 Minuten seine Nation mit dem 4:3 erlöste. Die Kanadier zogen in das große Finale um den neuen Pokal ein und hatten dort nicht den erwarteten Gegner USA vor sich, sondern den Außenseiter Finnland.
Die Skandinavier hatten einen Tag zuvor das Traumfinale der Medien und Fans durch einen 2:1-Sieg im ersten Halbfinale gegen die US-Boys verhindert und sie waren auch im Duell um den Turniersieg ein hartnäckiger Gegner. Die Schützlinge von Gretzky gewannen hart erkämpft mit 3:2-Toren und krönten so ihr perfektes Turnier.

gretzky wch 2004

Zu diesem Zeitpunkt hatte die Auswahl Kanadas, dank auch der Hilfe ihrer wohl größten Legende, eine Statistik, die ihnen bescheinigte, vier der vergangenen fünf großen Eishockey-Länderturniere gewonnen zu haben. In dieser Phase verbuchten sie eine Erfolgsausbeute von 30-4-3.
Lediglich bei der IIHF-Weltmeisterschaft 2002 enttäuschte das stets prominent besetzte Team, schloss das Kräftemessen mit einem sechsten Platz ab. Ansonsten waren sie zwischen 2002 und 2004 stets siegreich.
Im Finale des World Cups 2004 glänzte insbesondere Torhüter Martin Brodeur. Zudem waren Joe Thornton (mit zwei Assists), Joe Sakic, Scott Niedermayer und Shane Doan (jeweils als Torschützen) für Kanada im Endspiel erfolgreich. Die Treffer für die unterlegenen Finnen markierten Mikko Eloranta und Tuomo Ruutu.
Wie herausragend Team Kanada war, das belegt auch die Auswahl der Mannschaft des Turniers. Dort waren mit Torhüter Brodeur, dem Verteidiger Adam Foote und Stürmer Lecavalier gleich drei Akteure aus dem siegreichen Kader vereint. Lecavalier wurde zudem zum Spieler des Turniers ernannt.
Diese gut zwei Wochen im Sommer 2004, sie werden somit stets in sehr guter Erinnerung jedes Eishockeyfans aus Kanada bleiben, weil Gretzky, trotz der immensen Erwartungshaltung im Vorfeld, gemeinsam mit seinen Aktiven den begehrten Pokal liefern konnte. Der Triumph wurde anschließend auch gebührend und standesgemäß in Gretzkys 99 Restaurant in der kanadischen Metropole gefeiert.