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Wohin mit dem Puck?

Rangersstürmer Pavel Buchnevich zieht mit seinen torhungrigen Teamkollegen mit und schoss am Samstag gegen die Boston Bruins sein erstes Tor.

von Marc Rösch / NHL.com/de Autor

"Das ist wie ein Traum, es fühlt sich großartig an. Ich habe sogar schon mit meinem Vater und meiner Mutter telefoniert", fasste Pavel Buchnevich nach dem 5-2 Sieg seiner New York Rangers gegen die Boston Bruins seine Gedanken in noch nicht so geschliffenem Englisch für die herbeigeeilten Journalisten zusammen, während er mit seiner rechten Hand einen Puck herumfuchtelte: "Toreschießen und Gewinnen ist gut."

Buchnevich, 21, erzielte am Samstag bei seinem siebten Einsatz für die New York Rangers seinen ersten NHL-Treffer. Wo er das Souvenirstück, den Puck, standesgemäß aufheben werde, weiß er noch nicht. Der Junge Russe, der beim NHL Draft 2013 in der dritten Runde (Nr. 75) von den Rangers gezogen wurde, unterschrieb im Mai 2016 einen Einstiegsvertrag. Bereits in der Saison 2012-13 debütierte der Heimatverbundene Buchnevich für seinen Jugendclub, den Severstal Cherepovets in der Kontinentalen Hockey Liga. Nach insgesamt 178 Spielen und 90 Punkten in der russischen Eliteliga wagte er in diesem Sommer nun den Sprung über den großen Teich.

Video: NYR@BOS: Buchnevich erzielt sein erstes NHL Tor

Bereits im Trainingscamp wusste er seine Teamkollegen zu überzeugen: "Er ist sehr talentiert", schwärmte Center Zibanejad damals. "Er kann die Scheibe sehr schnell spielen und es macht riesig Spaß, mit ihm zusammenzuspielen." Auch Rangers Coach Alaign Vigneault merkte damals schnell, dass ihm mit Buchnevich ein Goldstück ins Netz gegangen ist: "Er hat großes Potential. Wir wollen ihm helfen, der beste Spieler zu werden, der er sein kann. Nun liegt es an ihm."

Und nun hat er gezeigt, dass er sein Potential ausschöpfen kann: Es waren noch knapp 6:30 Minuten auf der Uhr, da zogen die Rangers ihr Powerplay auf und Buchnevich durfte sich neben Rick Nash, Derek Stepan, Jimmy Vesey sowie Verteidiger Brady Skjei in der Überzahlformation beweisen. Die Scheibe lief wie am Schnürchen und Stapan wusste es, den jungen Russen gekonnt in Szene zu setzen. Vom linken Bullykreis aus spielte er mit der Rückhand quer durch die verdutzte Bruinsabwehr zum freistehenden Buchnevich. Dieser ließ sich nicht lange bitten und zimmerte das Spielgerät Tuukka Rask über die linke Schulter und unter die Querlatte zum zwischenzeitlichen 4-1.

Buchnevich war bereits der 16. Akteur der New York Rangers, der in der noch jungen Spielzeit ein Tor schoss. Lediglich bei den Minnesota Wild (18), den Montreal Canadiens (17) und den Philadelphia Flyers (17) trafen bisher noch mehr unterschiedliche Schützen in das gegnerische Tor.  

Video: NYR@BOS: Grabner lässt die Bruins für Puckverlust bez

Einer der bisher besonders oft traf, ist der Österreicher Michael Grabner. Der pfeilschnelle Außenstürmer, der seine NHL Karriere 2010 bei den Vancouver Canucks startete und von 2011 bis 2015 bei den aktuell schwächelnden Lokalrivalen, den New York Islanders wirkte, blüht nach einer Saison zum vergessen bei den Toronto Maple Leafs (80 Spiele, 18 Punkte) bei seinem neuen Arbeitgeber neu auf. In bisher zwölf Einsätzen schoss er sieben Tore. Am 30. Oktober gelang ihm gegen die Tampa Bay Lightning sogar sein erster Hattrick seit über fünf Jahren. Auch wenn es nur eine Momentaufnahme ist, für den Villacher ist es eine schöne: Er ist der treffsicherste Schütze der Rangers in der noch jungen Spielzeit. Ein Team, das bisher durchschnittlich über vier Tore pro Spiel erzielt (4,17) und bisher schon 50 eigene Treffer verbucht hat. Eine besondere Stärke, die sich vor allem in einer langen Saison auszahlen kann ist hierbei, dass sie eben nicht von wenigen Einzelspieler abhängig sind, sondern dass sie die Last auf viele verschiedene Schultern verteilen können. Neben Grabner traten auch Jimmy Vesey (6), Rick Nash (6), Mats Zuccarello (5), J.T. Miller (5), Brandon Pirri (4) und Chris Kreider (4) als besonders torhungrig in Erscheinung.

Die Rangers zeichnet insbesondere aus, dass sie drei Sturmformationen haben, die allesamt brandgefährlich sind. Dies kann sich in einer langen und womöglich sogar verletzungsgeplagten Saison noch als besonders hilfreich erweisen. Was auch besonders hilfreich ist: Am anderen Ende des Eises haben sie zwei Männer, die sich beide bisher kaum eine Blöße gaben. Wie wichtig ein sicherer Backup wie Antti Raanta ist, weiß die ganze Liga. Am Samstag, den 6. November wird wieder Henrik Lundqvist den Vorzug erhalten. Für die Gegner, die Winnipeg Jets wird dies wohl nicht den Ausschlag machen. Dass es schwer wird, die Scheibe in die Maschen zu bringen und nebenbei einem Dutzend Angriffslustiger Rangersstürmer Paroli zu bieten, wissen sie.

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