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Die Boston Bruins setzen ihre beeindruckende Reise durch die Saison 2022/23 ungebremst fort. Am Dienstag gewann das Team von der Ostküste auswärts gegen die Montreal Canadiens mit 4:2. Es war der sechste doppelte Punktgewinn in der Liga für die Gäste hintereinander. Im Bell Centre gelang Patrice Bergeron der am Ende vorentscheidende Treffer zum 3:2 knapp drei Minuten vor dem Ende.

"Es war ein einstudierter Spielzug. Das hat gut funktioniert", freute sich Bergeron. "Der Puck kam zunächst zu David (Pastrnak). Ich habe dann in der Situation versucht mich von meinem Gegenspieler zu lösen. Zum Glück gelang es mir den Schuss gut abzuschirmen, so dass der Torwart ihn wohl nicht sehen konnte."
Der Erfolg in Montreal verbesserte die Statistik der Bruins auf 38-5-4, was die Punkteausbeute der Mannschaft nach 47 Spielen auf die 80-Zähler-Marke hievte. Kein Team in der langen NHL-Geschichte erreichte diese Marke jemals so schnell, wie Boston in der Saison 2022/23. Lediglich zwei anderen Teams gelang es zuvor diese Zahl in unter 50 Einsätzen zu erreichen. Dies waren die Philadelphia Flyers (49 Spiele in der Saison 1979/80) und die Canadiens (49, 1943/44).

BOS@MTL: Bergeron erzielt vom Slot die Führung

Ein wichtiger Faktor für den Erfolg der Bruins in dieser Spielzeit ist ihre Auswärtsstärke. Der Sieg in Montreal war der siebte Sieg auf fremdem Eis hintereinander. Seit dem 28. Dezember gelang es keiner Heimmannschaft in der NHL mehr die Bruins zu bezwingen. Bei Auswärtsspielen beläuft sich die Statistik im gesamten Saisonverlauf auf 16-4-1. Diese Erfolgsquote (76,2 Prozent) ist eine der stärksten in der langen Franchisegeschichte Bostons. In der Fremde waren lediglich die Bruins der Saison 1929/30 mit einer Quote von 79,5 Prozent in der Fremde noch erfolgreicher.
Doch die Basis für den Erfolg der Mannschaft hat in diesen Tagen viele unterschiedliche Facetten. Eine weitere ist die individuelle Klasse der Top-Stürmer im Kader. So glänzte David Pastrnak beim Sieg in Montreal mit vier Zählern (1-3-4) und wurde dadurch zum erst neunten Spieler in der Franchisegeschichte dem vier Punkte bei einen Auswärtsspiel gegen die Canadiens gelangen. Zuletzt war dieses Kunststück Tom Fergus am 5. November 1983 gelungen. Das zeigt schon, wie besonders der bisherige Saisonverlauf der Bruins war und ist. Ein Ende des Bostoner Eishockeymärchens ist nicht abzusehen.
Pastrnak hat in der laufenden Saison insgesamt 37 Tore und 69 Punkte (37 Tore, 31 Assists) in 47 Spielen gesammelt. Es ist für ihn das zweite Mal, dass er 30 Tore und 30 Assists in 47 oder weniger Einsätzen (42, 2019/20) erreicht hat. Damit schließt er sich Phil Esposito als einzigem Spieler in der Geschichte Bostons an, der dieses Kunststück mehrfach geschafft hat. Esposito schaffte dies gleich fünf Mal.
Neben Bergeron und Pastrnak vermochte auch deren Teamkamerad David Krejci auf dem Eis zu überzeugen. Ihm gelang ein Treffer und er steuerte eine Torvorlage bei. Torhüter Jeremy Swayman reichten 20 Rettungstaten um den Sieg der Bruins abzusichern. Brad Marchand verbuchte einen Assist und verlängerte dadurch seine laufende Punkte-Serie auf sechs Spiele (zwei Tore, sechs Assists).

BOS 4, MTL 2

"Vieles davon ist Selbstvertrauen", gab Pastrnak in Bezug auf den erreichten Punkterekord zu Protokoll. "Aber gleichzeitig geben wir alle jeden Abend Vollgas. Alle vier Reihen sind füreinander da und spielen zusammen, wir sind eine eingeschworene Gruppe."
Dabei war der Sieg in Montreal alles andere als ein Selbstläufer für die Bruins. Kirby Dach (30. und 52. Minute) sorgte mit zwei Treffern für die Hausherren dafür, dass die Begegnung bis in die Schlussphase hinein offen blieb. Taylor Hall (35.) und Krejci (50.) waren auf der anderen Seite für Boston erfolgreich, so dass es bis knapp 180 Sekunden vor Spielende nach einer Verlängerung aussah. Erst Bergeron (58.) und Pastrnak (60., en) sorgten in der Endphase der Begegnung für die Entscheidung auf dem Eis.
"Es ist immer ein besonderer Ort, gegen ein besonderes Team zu spielen, nicht nur für mich, sondern für die ganze Gruppe", gab sich Bergeron nach der Schlusssirene bewegt. "Ich denke, wir alle kennen die Rivalität, aber auch die Tradition auf beiden Seiten. Es macht immer viel Spaß und es bringt das Beste in jedem hervor. Man merkte, dass Montreal heute unbedingt den Sieg wollte. Daher haben sie auch ein so tolles Spiel gegen uns gemacht."
Auch Trainer Jim Montgomery zeigte sich zufrieden. "Das war ein intensives Spiel mit vielen Emotionen. Es hat eine Zeit gedauert, bis wir besser ins Spiel kamen. Die Spieler haben sich am Ende voll eingebracht. Der Siegtreffer war klasse. Das hatte schon etwas von Playoff-Eishockey. Unser Selbstvertrauen ist einmal wieder belohnt worden. Das freut mich sehr."
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Die vergangenen sechs Ligaspiele dominierten die Bruins mit einem Torverhältnis von 25:7, wofür Bergeron eine simple Erklärung hatte: "Wir geben uns nicht zufrieden. Der heutige Abend ist ein gutes Beispiel dafür. Es gab eine Menge Dinge, die wir in diesem Spiel hätten besser machen können und an denen wir arbeiten werden, um sie im nächsten Spiel dann auch besser zu lösen. Aber ich bin stolz darauf, dass wir jeden Abend einen Weg finden, Spiele zu gewinnen."
Diese Tatsache war hauptverantwortlich dafür, dass der Vorsprung Bostons in der Tabelle der gesamten Liga auf die zweitplatzierten Carolina Hurricanes inzwischen satte 14 Punkte beträgt. Zu berücksichtigen gilt es dabei allerdings, dass die Truppe aus Raleigh für ihre 66 Punkte nur 46 Spiele benötigte, während die Bruins für ihre 80 Zähler einen Einsatz mehr absolviert hat. An der bisherigen Dominanz Bostons in der Saison 2022/23 ändert das allerdings nichts.