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Erreicht ein Stürmer in einer NHL-Saison die 50-Tore Marke, dann gilt das in der Eishockeywelt stets als eine herausragende Leistung. Um diesen Meilenstein zu knacken, hat ein Spieler unter normalen Umständen 82 Spiele Zeit. Zuletzt gelang dieses Kunststück den beiden Superstars Alex Ovechkin (51) und Leon Draisaitl (50) in der Spielzeit 2018/19.

In der Saison 2020/21 schickt sich Auston Matthews von den Toronto Maple Leafs unglaublicher Weise an, diese Ausbeute in der coronabedingt auf 56 Spiele pro Team verkürzten regulären Saison zu schaffen.
Der Stürmer traf am Donnerstag in der Scotiabank Arena beim 7:3-Erfolg seiner Maple Leafs gegen die Ottawa Senators zwei weitere Mal, erhöhte seine laufende Punkteserie von zwölf Spielen auf 16 Tore und acht Vorlagen. Kein anderer Spieler vermochte es in dieser Saison eine solch beeindruckende Serie vorzuweisen.

OTT@TOR: Matthews trifft zum zweiten Mal

Bei 17 Einsätzen in 2020/21 traf Matthews 16 Mal und liegt in der Hochrechnung mit prognostizierbaren 47 Treffern aus den ersten 50 Spielen herausragend im Rennen. Setzt er den jüngsten Lauf in den verbleibenden Partien bis zum Saisonende fort, käme er in der Endabrechnung sogar auf 52 persönliche Erfolgserlebnisse (51,8). Dabei kann der Center nur noch auf maximal 55 Saisoneinsätze kommen, da er die Begegnung am 22. Januar gegen die Edmonton Oilers (4:2-Sieg) verpasst hatte.
Diese kleinen statistischen Spielereien zeigen bereits, in welch außergewöhnlich guter Form sich Matthews dieser Tage befindet. Er könnte eine, aufgrund der Umstände hoffentlich einmalige NHL-Saison, für sich persönlich zu einer ganz besonders erfolgreichen machen.
"Ich versuche einfach in jedem Spiel alle sich mir bietenden Möglichkeiten bestmöglich zu nutzen, alle Lücken unter Beschuss zu nehmen, die sich vor mir auftun, um ehrlich zu sein", sagte Matthews auf seinen herausragenden Lauf angesprochen. "Der Puck geht im Moment regelmäßig ins Netz, was natürlich toll ist. Aber das Wichtigste ist für mich immer noch, dass wir als Mannschaft derzeit die Eishockeyspiele gewinnen."

OTT@TOR: Matthews zieht vom Kreis direkt zum Tor ab

Neben dem gefeierten Top-Torjäger überzeugte beim jüngsten Erfolg gegen die Senators in erster Linie auch einmal mehr Mitch Marner, der in der heimischen Arena einen Treffer und drei Vorlagen zum Sieg gegen Ottawa beisteuern konnte. Auch Veteran Joe Thornton wusste mit einem Tor und einem Assist am Donnerstag zu gefallen. Seine Ausbeute erhöhte sich durch diesen Auftritt auf sechs Punkte (zwei Tore, vier Assists) aus den vergangenen drei Spielen, die er seit seiner Verletzung wieder auf dem Eis mitmischen konnte.
"Ich habe mich prima gefühlt", sagte Thornton nach dem Spiel. "Es ist gut für mich, ein paar Spiele hintereinander zu absolvieren, um mein Timing wiederzufinden. Ich mag es, jeden zweiten Abend im Einsatz zu sein und möglichst viele Spiele zu absolvieren, also denke ich, dass mir die Arbeitsbelastung auf Dauer zu einer besseren Form verhelfen wird."
Die Erfolgsserie der Maple Leafs verlängerte sich durch diesen Sieg (13-3-2) ebenfalls. In 12 der vergangenen 13 Begegnungen gelang es der Vertretung Torontos zu punkten (10-1-2).
Matthews war es jüngst der die Maple Leafs in der elften Minute mit 1:0 in Führung gebracht hatte. Er nutzte dabei ein Überzahlspiel erfolgreich. Thornton sorgte noch vor dem Drittelende für das 2:0 der Gastgeber, die sich auch vom Anschlusstreffer von Tim Stutzle für Ottawa nicht irritieren ließen. Matthews konterte das 1:2 der Senators Sekunden später mit dem Tor zum 3:1, stellte dadurch den alten Zwei-Tore-Abstand wieder her.
Spätestens nach dem Tor zum 4:1 für Toronto durch Ilya Mikheyev in der 22. Minute war der Widerstand der Hauptstädter in diesem Duell weitestgehend gebrochen. Marner stellte bereits zwei Minuten später auf 5:1. Nylander erhöhte nach dem zweiten Erfolgserlebnis der Senators im Powerplay noch vor der zweiten Pause auf 6:2. Das Torschussverhältnis im Mitteldrittel betrug 14:9 zu Gunsten Torontos.
"Ich denke, wir sind rausgekommen und hatten ein viel besseres erstes Drittel als bei unserem letzten Spiel am Mittwoch. Aber ich bin der Meinung, unser zweites Drittel heute war mit Abstand unser bestes Drittel im Spiel", befand Matthews. "Ich bin davon überzeugt, wir haben die Begegnung wirklich kontrolliert und ihnen nicht zu viel Raum gegeben. Wir haben einen Angriff nach dem anderen gestartet, alle vier Reihen und drei Verteidigungspaare haben sich diesmal optimal eingebracht."

OTT@TOR: Matthews schießt das erste Tor im Spiel

Gut drei Minuten vor dem Ertönen der Schlusssirene setzte John Tavares für die Maple Leafs noch den Treffer zum Endstand. Für Tavares war es sein erstes persönliches Erfolgserlebnis nach zuvor sechs Spielen ohne eigenen Treffer.
Spielentscheidend war dieser längst nicht mehr, agierten die Hausherren in den ersten 40 Minuten des Spiels dafür doch zu souverän, um am Ende noch einmal wirklich alles für den Sieg geben zu müssen.
In dieser tollen Verfassung, in der sich Matthews und seine Maple Leafs präsentieren, muss dem Team auch vor dem nächsten Auftritt in de Scotia North Division nicht bange sein.
Am Samstag geht es für Maple Leafs zu einem Gastspiel in das Bell Centre. Dort warten die Montreal Canadiens auf sie (7 p.m. ET; NHL.tv; So. 1 Uhr MEZ).