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Die Toronto Maple Leafs haben das Derby gegen die Buffalo Sabres am Mittwochabend in der Scotiabank Arena mit 2:1 n.V. gewonnen. Den Siegtreffer in der Overtime erzielte Auston Matthews nach blindem Verständnis mit seinem Reihenpartner Mitchell Marner. Torontos Tormaschine steht nun bei 54 Saisontoren und ist voll auf Kurs, die 70-Treffer-Marke bis zum Ende der regulären Saison zu erreichen.

Matthews & Marner: Ein Siegtreffer wie aus einem Guss

Absolut sehenswert war Matthews‘ Overtime-Tor schon in der Entstehung: Der 26-jährige US-Amerikaner drehte zur Bande, um dann im entscheidenden Moment in den Slot zu stechen. Marner beschäftigte derweil Buffalos Verteidiger hinter dem Tor und brachte den spielentscheidenden Pass genau aufs Tape von Matthews. Ein Siegtreffer wie aus einem Guss.

„Ich habe nur versucht, mich freizulaufen. Mitch hat einen richtig tollen Spielzug gemacht, während ich an zwei Gegenspielern vorbei vors Tor geschlichen bin. Er spielt dann einen schönen Pass auf mich, ich habe dann versucht, den Puck so schnell wie möglich am Verteidiger und am Torwart vorbei ins Tor zu bekommen und hatte Glück, dass er reingegangen ist“, beschrieb Matthews seinen Treffer bei nur noch 40 Sekunden in der Overtime.

Es war Matthews‘ 54 Saisontreffer, darunter acht Game Winning Goals und drei OT-Winner. Er ist also nicht nur der Mann für viele Tore, sondern auch für die wichtigen. Gleichzeitig war es auch der zwölfte OT-Winner seiner NHL-Karriere, womit er in der Franchise-Geschichte der Maple Leafs nun alleine auf Rang zwei steht. Es war ebenso sein insgesamt 61. Siegtreffer, seitdem Matthews in der Saison 2016/17 in der NHL debütierte, bringt es nur Connor McDavid von den Edmonton Oilers auf eine höhere Zahl (62).

Aktuell befindet sich Torontos Center auf Kurs für eine 72-Tore-Saison, was einen neuen persönlichen NHL-Rekord bedeuten würde.

Derby-Revanche geglückt

Für die 1:0-Führung der Maple Leafs zeichnete William Nylander verantwortlich, der in einer kaum weniger ansehnlichen Kombination einen Pass von Tyler Bertuzzi empfing und per Handgelenksschuss vom Slot ins rechte Eck traf (23.).

„Das war ein schöner Pass. Er hat mich freistehend im Slot gefunden, es war also ein feines Zusammenspiel in dieser Situation“, sagte Nylander. „Vielleicht wollten wir es über das gesamte Spiel manchmal zu schön machen und hätten das Tor mehr attackieren sollen. Wir haben aber auch so gewonnen.“

In diese Kerbe schlug auch Torontos Trainer Sheldon Keefe. „Wir waren heute nicht besonders gut, haben den Puck nicht sehr gut bewegt, haben in der Folge kaum Chancen kreiert und zu viele Pässe gespielt, statt aufs Tor zu schießen“, krittelte der Headcoach. „Das letzte Mal, als wir gegen sie gespielt haben, haben wir neun Tore kassiert. Vielleicht erklärt das, warum die Jungs heute ein wenig schüchterner und vorsichtiger waren.“

Beim letzten Derby Mitte Dezember hatten die Sabres einen 9:3-Heimsieg gefeiert. Die Maple Leafs scheinen ihre Lehren daraus gezogen zu haben und limitierten Buffalo auf 25 Torschüsse, blieben perfekt im Penalty Killing (2/2) und zeigten sich dominant in Sachen Faceoffs (60,8 Prozent), Checks (47:41) und geblockte Schüsse (17:8).

„Wir haben bei der Besprechung kein großes Thema daraus gemacht, aber trotzdem hat man sowas im Hinterkopf, wenn es beim letzten Spiel derart aus dem Ruder läuft und wir das wohl schlechteste Spiel der Saison gespielt hatten“, so Matthews. „Man kann die Vergangenheit nicht verändern, aber einen Schritt in der Zukunft machen. Es war schön, heute den Extra-Punkt gewonnen zu haben. Sie haben hart gespielt, sie haben engmaschig verteidigt, beide Teams haben nicht viel zugelassen. Wir müssen uns auch an solche Spiele gewöhnen.“

Samsonov zurück in NHL-Form

Ein weiterer Erfolgsfaktor war Torwart Ilya Samsonov. Er zeigte 24 Saves, kam auf eine Fangquote von 96 Prozent und gewann acht seiner letzten neun Starts.

„Er war zuletzt ein Rockstar für uns“, sagte Bertuzzi über Samsonov, der in dieser Saison kurzzeitig sogar über die Waivers in die AHL geschickt worden war. „Es ist schön zu sehen, dass er wieder sein Ding macht und sein Selbstvertrauen zurückgewonnen hat. Er wird auch im weiteren Saisonverlauf überragend für uns sein.“

Gegen die Sabres hatte der Torwart anfangs nicht viel zu tun, der erste gegnerische Torschuss kam erst nach knapp 15 Minuten. „Es hat keinen Spaß gemacht, aber ich mache einfach meine Arbeit“, so Samsonov. „Wenn ich nichts zu tun habe, dann kontrolliere ich einfach das, was ich kontrollieren kann und versuche, mein Bestes zu geben.“

Olofsson: Ausgleichtreffer statt Healthy Scratch

Das einzige Tor für die Sabres erzielte ausgerechnet Victor Olofsson, der eigentlich gar nicht für die Aufstellung eingeplant war. Weil Buffalo aber vor dem Spiel Casey Mittelstadt zu den Colorado Avalanche getradet hatte, war im Sturm wieder ein Platz frei. Der Schwede dankte es seinem Trainer mit einem Laser-Schuss zum 1:1 (27.).

„Er ist eine absolut großartige Person und ein harter Arbeiter“, lobte Sabres-Trainer Don Granato.

Buffalos deutscher Angreifer JJ Peterka blieb bei 18:04 Minuten Eiszeit ohne Scorerpunkt.

Maple Leafs marschieren

Während die Sabres (29-29-5) neun Punkte Rückstand auf einen Wildcard-Platz in der Eastern Conference haben, marschieren die Maple Leafs (36-18-8) mit großen Schritten Richtung Stanley Cup Playoffs. Toronto konnte zehn der letzten zwölf Partien gewinnen (10-2-0) und tritt nun dreimal in Folge auswärts an (Boston Bruins, Montreal Canadiens, Philadelphia Flyers).

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