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Deutschsprachige NHL-Spieler kämpfen um neuen Vertrag

Draisaitl, Grubauer, Niederreiter, Müller, Vanek und Streit müssen neue Konditionen aushandeln

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Am heutigen 30. Juni laufen die Verträge der NHL Profis für die Saison 2016-17 aus und ab morgen beginnt die Saison 2017-18, zumindest für die Vertragslaufzeit. Von daher ist es spannend, welche Spieler, von welchen Teams unter Vertrag genommen werden.

Wir werfen einen Blick auf die deutschen, österreichischen und Schweizer Spieler, deren Verträge in der NHL heute enden.

Restricted Free Agents (Rechte liegen beim bisherigen Team):

Nino Niederreiter, RW

Der Schweizer Niederreiter, der am 8. September 25 alt wird, stellte in der abgelaufenen Saison bei den Minnesota Wild, wo er seit vier Jahren spielt, mit 25 Toren, 32 Assists und 57 Punkten Karrierebestleistungen auf. Auch sein Plus-Minus-Wert war mit einer Plus 17 so gut wie noch nie. Also für ihn eine gute Ausgangsbasis für Vertragsverhandlungen. Er wäre aber auch berechtigt, das NHL Schiedsgericht anzurufen, um einen neuen Vertrag zu erhalten.

Video: CAR@MIN: Niederreiter fälscht perfekt ab

Leon Draisaitl, Center

Der 21-jährige Draisaitl war zweitbester Scorer und Torschütze der Edmonton Oilers hinter Connor McDavid. Er sammelte 29 Tore, 48 Assists und 77 Punkte und legte damit die beste Saison eines Deutschen in der NHL jemals hin. Ligaweit schloss er die Saison auf dem achten Platz in der Scorerwertung ab und war mit sechs Toren und zehn Vorlagen der erfolgreichste Spieler der Kanadier in den Playoffs. Ihm dürfte ein dicker Vertrag winken, nachdem sein dreijähriger Einstiegsvertrag endet. Allerdings wird die Frage sein, wie viel Edmonton bereit ist zu investieren, weil auch die kostspielige Vertragsverlängerung von McDavid ansteht.

Philipp Grubauer, Torhüter

Der 25-jährige Grubauer erreichte eine Bilanz von 13-6-2 mit einem Gegentorschnitt von 2,04, einer Fangquote von 92,6 Prozent und drei Shutouts als der Vertreter von Braden Holtby bei den Washington Capitals. Er stellte persönliche Bestleistungen bei den absolvierten Spielen (24), Spielen von Beginn an (19), Siegen, Gegentorschnitt, Fangquote und Shutouts auf. Er ist rechtlich an die Capitals gebunden, möchte aber gerne an einem anderen Standort versuchen eine Nummer 1 zu werden. Grubauer wird maximal für zwei Jahre unterschreiben, weil mit 27 Jahren wäre er unrestricted Free Agent, also könnte seinen Arbeitgeber frei wählen.

Video: WSH@NYI: Grubauer stoppt Nelson vor dem Tor

Mirco Müller, Verteidiger

Die San Jose Sharks, wo der 22-jährige Schweizer zuletzt gelegentlich aktiv war, aber auch immer wieder ins Farmteam abgegeben wurde, haben ihn vergangene Woche nach drei Jahren zu den New Jersey Devils abgegeben. Er hatte in der abgelaufenen Saison nur vier Spiele für die Sharks absolviert und dabei immerhin ein Tor erzielt und ein weiteres vorbereitet. Vielleicht setzen die Devils mehr auf seine Dienste. Zuvor muss noch ein neuer Vertrag ausgehandelt werden. In 54 NHL-Spielen seiner Karriere holte er sechs Punkte (zwei Tore, sechs Assists).

Unrestricted Free Agents (frei von den Rechten des bisherigen Teams):

Thomas Vanek, LW

Vanek gehört mit 33 Jahren noch nicht zum alten Eisen und bewies das in der Saison 2016-17 mit 48 Punkten (17 Tore, 31 Assists) in 68 Spielen mit den Florida Panthers und Detroit Red Wings. Er unterschrieb am 1. Juli 2016 für ein Jahr in Detroit, nachdem ihn die Wild aus seinem Vertrag herausgekauft hatten und wurde am 1. März nach Florida abgegeben. Der Österreicher traf in seinen ersten zehn NHL Spielzeiten jeweils mindestens 20 Mal. Vanek wurde im NHL Draft 2003 an fünfter Stelle von den Buffalo Sabres ausgewählt und holte bisher 697 Punkte (333 Tore, 364 Assists) in 885 Spielen mit den Panthers, Red Wings, Sabres, Wild, Montreal Canadiens und New York Islanders.

Video: TOR@FLA: Vanek und Yandle im Zusammenspiel zum Tor

Mark Streit, Verteidiger

Der 39-jährige Streit zögerte kurz, als er nach dem Stanley Cup Gewinn mit den Pittsburgh Penguins noch auf dem Eis von NHL.com/de gefragt wurde, ob das seine Karriere abschließe. Doch die Antwort war deutlich: "Nein, dafür spiele ich noch zu gerne Eishockey." Die Botschaft: Er möchte weitermachen und am liebsten in der NHL. Teams, die Interesse haben, dürften nichts falsch machen, denn der Berner ist ein Vorzeigeathlet. Er verbuchte in der abgelaufenen Saison 27 Punkte (sechs Tore, 21 Assists) mit den Penguins und Philadelphia Flyers, die ihn am 1. März zunächst zu den Tampa Bay Lightning und diese weiter nach Pittsburgh transferiert hatten. In den Playoffs wurde er nur drei Mal eingesetzt, durch seinen ersten Stanley Cup Gewinn allerdings am Ende entschädigt. Streit sammelte bisher 434 Punkte (96 Tore, 338 Assists) in 784 Spielen mit den Penguins, Flyers, Islanders und Canadiens.

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