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Die in 2017 gedrafteten deutschsprachigen Spieler

Neben Hischier wurden im NHL Draft noch zwei Schweizer und ein Deutscher ausgewählt

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

CHICAGO - Der NHL Draft 2017 in Chicago wurde im Vorfeld wegen der zur Auswahl stehenden Spieler als nicht so spektakulär wie in den Vorjahren bezeichnet. Allerdings wurde er dank dem Schweizer Nico Hischier und den New Jersey Devils, die ihn zogen, einer, der in die Geschichtsbücher eingeht. Zum ersten Mal in der Geschichte der NHL wurde ein Nachwuchsspieler, der nicht aus den Top 6 Nationen des Welteishockeys (Kanada, USA, Russland, Tschechien, Schweden, Finnland) stammt, an erster Position ausgewählt.

Doch neben Hischier haben es noch zwei weitere Schweizer und ein Deutscher geschafft, von einer Mannschaft ausgewählt zu werden. Wir stellen sie an dieser Stelle vor:

TOBIAS GEISSER, Verteidiger, Schweizer, von den Washington Capitals in der 4. Runde an insgesamt 120. Stelle gedraftet

Der 18-jährige frühere Stürmer spielt noch nicht so lange auf der Verteidigerposition. Sein Trainer meinte er solle es mal ausprobieren und es hätte ihm Spaß gemacht, deswegen blieb er dabei. Er spielte in der abgelaufenen Saison für EV Zug Academy, dem Farmteam des EC Zug, aber er hatte auch schon Einsätze in der 1. Mannschaft in der Nationalliga A. Für die kommende Saison hat der 1,93 Meter große und 90 Kilogramm schwere Defensivmann einen Zwei-Jahres-Vertrag beim EV Zug unterschrieben. Sicher wird er eine Ausstiegsklausel haben, falls die Capitals nun rufen sollten.

Durch die Umstellung von Stürmer auf Verteidiger ist Geisser ein offensivstarker Spieler, der aber auch defensiv seine Aufgabe erledigt. Natürlich zählt Brent Burns von den San Jose Sharks, der ebenfalls umfunktioniert wurde, zu seinen Idolen, wie auch Nashville Predators Verteidiger und Landsmann Roman Josi, sowie den Schweizer Tennisstar Roger Federer, dessen mentale Stärke er vorbildhaft findet.

Sein Traum ist es irgendwann NHL zu spielen und den Stanley Cup zu gewinnen, ließ er kürzlich verlauten. Durch den Draft ist er diesem Ziel zumindest einen kleinen Schritt näher gekommen.

GILLES SENN, Torhüter, Schweizer, von den New Jersey Devils in der 5. Runde an insgesamt 129. Stelle gedraftet

Der 1,95 Meter große Torhüter ist bereits 21 Jahre alt und kommt damit spät in den Genuss gedraftet zu werden. Die Devils, die auch Hischier an erster Stelle zogen, sicherten sich nun seine Dienste. Beim HC Davos setzte er sich in dieser Saison gegen den 20-jährigen Joren van Pottelberghe durch, der bereits im Jahr 2015 von den Detroit Red Wings im NHL Draft ausgewählt wurde. Deren Torwarttrainer Marcel Kull hatte schon die ehemaligen NHL-Torhüter Reto Berra und Jonas Hiller unter seinen Fittichen. Senn galt lange Zeit als sehr unbeständig in seinen Leistungen, ehe er in dieser Saison sehr konstant auf gutem Niveau agierte und Davos ins Halbfinale der Playoffs führte.

Das dürfte New Jersey dazu bewegt haben, ihn dingfest zu machen. Vielleicht sehen wir demnächst zwei Schweizer in den Diensten der Devils und möglicherweise sind sie erfolgreicher als Landsmann Damien Brunner, der in der Saison 2013-14 für die Franchise aktiv war, aber danach in die Heimat zurückkehrte.

LEON GAWANKE, Verteidiger, Deutscher, von den Winnipeg Jets in der 5. Runde an insgesamt 136. Stelle gedraftet

Im Gegensatz zu seinen Schweizer Kollegen, spielt Gawanke bereits in Nordamerika, genauer gesagt in der QMJHL für Cape Breton. Er will in die NHL und ordnet für seinen Traum alles unter. Herangewachsen in der Jugend der Eisbären Berlin erwarteten nicht wenige, dass der 18-jährige Verteidiger ob der Zusammenarbeit des DEL-Klubs mit den Los Angeles Kings beim NHL Draft von den Kaliforniern ausgewählt werden würde. Die Jets haben ihnen jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sie wählten Gawanke, der aufgrund des NHL Scouting Rankings in der siebten Runde erwartet worden ist, bereits in der fünften Runde.

Der schwedische Offensiv-Verteidiger Erik Karlsson von den Ottawa Senators ist sein großes Vorbild. Gawanke wusste, dass er bereits von mehreren NHL Scouts beobachtet wurde. Teilweise fanden Gespräche nach den Spielen mit ihnen statt.

Auch wenn es nicht die Kings wurden, so dürfte der junge Spieler froh sein, dass sein Name in Chicago gefallen ist. Jetzt heißt es weiter hart an sich zu arbeiten und in den Nachwuchscamps der Jets zu überzeugen, um dem Traum, eines Tages NHL zu spielen, Wirklichkeit werden zu lassen.

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