Ab Mitte September beginnen in der NHL die Trainingscamps zur Vorbereitung auf die Saison 2021/22. Vom 16. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 jedes Team der Liga genauer unter die Lupe. Die Bestandsaufnahme umfasst die wichtigsten personellen Veränderungen, die Schlüsselspieler, die Stärken und Schwächen sowie die Playoff-Chancen der Klubs.
In dieser Ausgabe: Arizona Coyotes
Coyotes setzen große Hoffnungen auf neue Abwehr
NHL.com/de 32 in 32: Mit Shayne Gostisbehere als Kernstück einer neuen Defensive will Arizona wieder um die Playoffs kämpfen
Die Fans der Arizona Coyotes haben viele neue Namen und Rückennummern zu lernen, denn General Manager Bill Armstrong nahm sich seinen Kader nach einer enttäuschenden Saison und verpassten Stanley Cup Playoffs mit Vorschlaghammer und Abrissbirne vor. Alle drei Torhüter, vier Stammverteidiger, darunter Kapitän Oliver Ekman-Larsson, und Spitzenstürmer Conor Garland verließen das Team in der Folge. Dafür verstärkten fünf Angreifer, drei Verteidiger und zwei Torhüter die Mannschaft. Außerdem löste Andre Tourigny den bisherigen Trainer Rick Tocchet ab.
"Es ist eine gute Zeit, um ein Coyote zu sein", ist sich Armstrong sicher. "Wir hatten das Glück, dass zu diesem Zeitpunkt viele unserer Verträge ausliefen und konnten dadurch neue Spieler holen und Draft Picks gewinnen. Die Coyotes hatten in den vergangenen Jahren nicht oft Glück, da ist es schön zu sehen, dass es dieses Jahr klappt."
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Bilanz 2020/21: 24-26-6; 5. Platz in der Honda West Division
Postseason 2021: Nicht qualifiziert
Trainer: Andre Tourigny, erste Saison
Zugänge: D Shayne Gostisbehere, D Anton Stralman, G Carter Hutton, F Ryan Dzingel, F Loui Eriksson, F Jay Beagle, F Antoine Roussel, D Janis Moser, D Conor Timmins, D Cole Hults, F Andrew Ladd, G Josef Korenar
Abgänge: D Oliver Ekman-Larsson, F Conor Garland, G Darcy Kuemper, D Niklas Hjalmarsson, D Jordan Oesterle, D Alex Goligoski, G Antti Raanta, G Adin Hill, C Michael Chaput, F Brayden Burke, F Tyler Steenburgen, F Michael Bunting, F John Hayden, F Dryden Hunt
Vor allem die Abwehr der Coyotes ist kaum wiederzuerkennen und erfuhr eine Verjüngungskur. Der 35-jährige Alex Goligoski wurde zwar mit dem gleichaltrigen Anton Stralman ersetzt, doch für Ekman-Larsson (30) kam Shayne Gostisbehere (28), Niklas Hjalmarsson, der im Alter von 34 seine Karriere beendete, wird durch den 22-jährigen Conor Timmins vertreten und statt Jordan Oesterle mit seinen 29 Jahren, dürfte der 20-jährige Victor Soderstrom seine erste volle Saison in der NHL bestreiten. Von den Verteidigern der vergangenen Saison bleiben nur Jakob Chychrun und Ilya Lyubushkin.
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Die Umwälzung in der Defensive ist eine Reaktion auf einen Gegentorschnitt von 3,11 und den 22. Platz in dieser Kategorie. Die Rollenverteilung in der neu formierten Abwehr ist klar. Timmins, Chychrun, Gostisbehere und vermutlich Soderstrom sorgen für Zug nach vorne, Stralman ist mit seiner Erfahrung der Stabilisator und Ruhepol und Lyubushkin der Mann fürs grobe, immerhin führte er die Verteidiger der Coyotes vergangene Saison mit 103 Checks in 42 Spielen und 6,55 geblockten Schüssen pro Stunde Eiszeit an.
Auf Chychrun ruhen hohe Erwartungen. Er führte alle Verteidiger der NHL mit 18 Toren an und war mit 41 Punkten der zehntbeste Verteidiger. Timmins spielte bei den stark besetzten Colorado Avalanche eher eine untergeordnete Rolle und verbuchte sieben Assists in 31 Spielen, zeigte in der Vergangenheit aber das Potenzial zu deutlich mehr. Soderstrom kam zu seinen ersten vier Einsätzen in der NHL und machte mit einem Tor und einem Assist einen guten ersten Eindruck bei den Coyotes.
Der größte Neuzugang ist sicherlich Gostisbehere, der eine entscheidende Rolle spielen soll. Er wurde in der dritten Runde des NHL Draft 2012 (Nummer 78) von den Philadelphia Flyers gedraftet und entwickelte sich dort schließlich zu einem erstklassigen Offensivverteidiger. In seiner ersten vollen Saison stellte er 2015/16 mit 17 Toren einen persönlichen Rekord auf, 2017/18 ließ er mit 65 Punkten (13 Tore, 52 Assists) und 33 Punkten im Powerplay weitere Bestwerte folgen.
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In den vergangenen drei Jahren ließen seine Leistungen jedoch nach, während er von Verletzungen geplagt wurde. Von seinem Rekord fiel er zunächst auf 37 Punkte (9 Tore, 28 Assists) ab, dann folgte eine Saison mit zwölf Punkten (5 Tore, 7 Assists) in 42 Spielen. Vergangene Saison erholte er sich wieder etwas mit 20 Punkten (9 Tore, 11 Assists) in 41 Spielen, sein bester Punkteschnitt der vergangenen drei Jahre. In Arizona setzen die verantwortlichen große Hoffnungen in ihn.
"Er ist erst 28", äußerte sich Armstrong zu den schwankenden Leistungen Gostisbeheres. "Stürmer sind mit 24 auf dem Höhepunkt und Verteidiger erst ein bisschen später. Deshalb glaube ich, dass er gerade erst anfängt... Er ist ein wirklich aufregender Spieler für uns. Er kann das Powerplay steuern, er hat einen großartigen Schuss und findet einfach einen Weg seinen Schuss zum Tor durchzubringen. Sein erster Aufbaupass ist großartig. Er lässt den Puck im eigenen Drittel wirklich gut laufen."
Die Erfahrung von Gostisbehere und Stralman, Lyubushkins Kampfgeist, Chychruns Offensivtalent und Timmins und Soderstroms Schnelligkeit sollen das Erfolgsrezept für eine erfolgreichere Defensive in der kommenden Saison sein. Der Erfolg der Coyotes wird zu einem großen Teil davon abhängen, dass dieses Konzept aufgeht, vor allem, wenn man bedenkt, dass sie im Tor mit Carter Hutton und Josef Korenar schwächer aufgestellt sind, als vergangene Saison mit Antti Raanta und Darcy Kuemper.

















