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Die Arbeit der GMs wird nicht weniger

Nun gilt es intensiv in die Verhandlungen mit vertragslosen Spielern einzusteigen

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Die Arbeit für die General Manager der mittlerweile 31 Teams in der NHL lässt nicht nach. Nach dem Expansion Draft von vor einer Woche, bei dem sich die Vegas Golden Knights ihren ersten Kader mit Spielern der 30 anderen Franchisenehmer zusammenstellen konnten und dem NHL Draft 2017 am vergangenen Wochenende, bei dem die Rechte an der nachfolgenden Generation von Spitzeneishockeyspielern vergeben wurden, gilt es nun Gespräche mit potenziellen Verstärkungen auf dem Free Agency Markt zu führen. Dabei muss der Salary Cap, die maximale Gehaltsobergrenze für den Kader, fest im Blick bleiben.

Während einige sportlichen Leiter und Manager die folgenden Tage etwas gelassener angehen können, da sie bereits die Stammbelegschaft mit der sie in die Spielzeit 2017/18 starten möchten, weitestgehend unter Vertrag haben, gibt es andererseits welche, bei denen es hektisch zugehen wird, bei denen sich die diversen Spielerberater die Klinke in die Hand geben werden und das Telefon nicht aufhören wird zu klingeln.

Stand Mittwoch, den 28.6.2017, haben die 31 Franchisenehmer laut capfriendly.com im Durchschnitt bereits 17,5 Spieler für die kommende Saison in ihren Reihen stehen. Die nächsten Tage gelassener entgegensehen können die Anaheim Ducks und die Chicago Blackhawks mit der maximal erlaubten Kadergröße von jeweils 23 Stammspielern sowie die Columbus Blue Jackets und die Edmonton Oilers mit 22.

Anaheims GM Bob Murray dürfte noch daran arbeiten einen Backup für Schlussmann John Gibson zu verpflichten. Sowohl Jhonas Enroth, den die Ducks am 11. Januar 2017 in einem Tausch von den Toronto Maple Leafs gegen einen Draft Pick der siebten Runde geholt haben, wie auch Jonathan Bernier werden am 1. Juli zu Unrestricted Free Agents. Für Bernier, der in der vergangenen Spielzeit zu 39 Einsätzen kam, 33 von Beginn an, und dabei eine starke Bilanz von 21-7-4 erreichte, dürfte es mehrere Interessenten geben. Einer davon könnte Philadelphia Flyers GM Ron Hextall sein. Philadelphia hat aktuell von den in der letzten Saison eingesetzten Torhütern nur noch Michal Neuvirth unter Vertrag. Stammtorwart Steve Mason wird zum UFA und der Einstiegsvertrag des 23-jährigen Anthony Stolarz, der hauptsächlich im AHL-Farmteam der Flyers, bei den Lehigh Valley Phantoms, im Tor stand, ist ebenfalls ausgelaufen.

Video: EDM@ANA: Bernier überrascht Draisaitl

Die Hauptaufgabe von Blackhawks GM Stan Bowman ist es darauf zu achten, dass die Gehaltsobergrenze, die sie schon voll ausgereizt haben, nicht überschritten wird. Dementsprechend könnte die Zeit der beiden Ergänzungsstürmer der Blackhawks, Dennis Rasmussen und Andrew Desjardins, die zu Unrestricted Free Agents werden, in Chicago abgelaufen sein. Für wenig Geld, mangels Interesse alternativer Arbeitgeber, dürften auch die erfahrenen Verteidiger Brian Campbell, 38, und Johnny Oduya, 35, zu haben sein.

In Gehaltsverhandlungen über eine seiner wichtigsten Personalie, nämlich mit keinem Geringeren als dem deutschen Ausnahmestürmer Leon Draisaitl, steht Oilers Peter Chiarelli. Der 21-jährige Center wird am 1. Juli zu einem Restricted Free Agent und dürfte angesichts der starken Saison, die er 2016/17 absolviert hat, einen gehörigen Gehaltssprung machen.

Video: ANA@EDM, Sp6: Draisaitl komplettiert Hattrick

Seinen Kader weitestgehend unter Dach und Fach hat auch Jarmo Kekalainen von den Blue Jackets. Beim Überraschungsteam der letzten Saison wird mit Sam Gagner ein Ex-Oiler zu einem UFA, dessen NHL-Karriere sich vor einem Jahr schon dem Ende zu nähern schien, als er nach einer enttäuschenden Saison bei den Flyers, in der ihm acht Tore und acht Assists in 53 Partien gelangen, am 1. August 2016 einen Einjahresvertrag über $650.000,- unterschrieben hatte und sich dadurch mit einer jährlichen Gehaltseinbuße von US$ 4,15 Millionen gegenüber seines vorherigen Kontraktes zufrieden gab. Mit 18 Toren und 32 Assists in 81 Partien schloss Gagner die vergangene Spielzeit als fünftbester Scorer und drittbester Vorbereiter ab.

Noch richtig viel Arbeit, um für kommende Saison eine schlagkräftige, wettbewerbsfähige Truppe auflaufen lassen zu können, haben in der Eastern Conference die Washington Capitals sowie die New Jersey Devils und in der Western Conference die Colorado Avalanche. Bei den drei Clubs, deren aktiver Kader nur aus 13 Spieler besteht, ist jeweils auch ein Spieler aus Deutschland oder der Schweiz in Vertragsverhandlungen. Bei den Capitals wird der deutsche Schlussmann Philipp Grubauer zu einem Restricted Free Agent, bei den Devils erhofft sich der Schweizer Nummer 1 Draft Pick Nico Hischier einen Einstiegsvertrag von Ray Shero zu erhalten und bei den Avalanche wird der Züricher Rechtsaußen Sven Andrighetto zu einem RFA.

Video: COL@CGY: Andrighetto trifft durch den Verkehr

Washingtons GM Brian MacLellan muss sich Gedanken über vier UFAs und vier RFAs seines Teams machen, darunter befinden sich neben Grubauer so wichtige Verteidiger wie ein Kevin Shattenkirk oder Karl Alzner. Ein Justin Williams wird ebenso zu einem UFA wie ein Daniel Winnik. Die Avalanche haben aktuell nur drei Verteidiger im Roster, aber mit Nikita Zadorov nur einen RFA. Selbst Colorados Kader für das Farmteam besteht nur noch aus zwölf Spielern, die einen gültigen Kontrakt vorweisen können. Avalanches GM Joe Sakic ist wahrlich nicht zu beneiden.

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