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Tore haben es lieber kälter

Bei Freiluft-Spielen sorgt Kälte für mehr Torgefahr und es wird häufiger getroffen

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Jeden Samstag ermöglicht Euch nhl.com/de mit dem wöchentlichen Advanced Analytics Feature einen Blick hinter die Zahlen. Von Schüssen über Tore bis hin zu Eiszeit und darüber hinaus möchten wir Euch die statistischen Trends und Themen näherbringen, um Euer NHL-Wissen zu erweitern. In dieser Ausgabe analysieren wir den Einfluss des Wetters auf die bisherigen Spiele der Stadium Series.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag (2 Uhr MEZ) treffen sich die Toronto Maple Leafs und Washington Capitals im Rahmen der Stadium Series zu einem NHL-Spiel unter freiem Himmel. Austragungsort ist das Navy-Marine Corps Memorial Stadium in Annapolis. Schon im Vorfeld hatten die Organisatoren mit dem Wetter zu kämpfen. Aufgrund von Regen und böigem Wind mussten Trainingseinheiten in die Halle verschoben werden. Für den Zeitpunkt des Spiels soll es aber trocken bleiben, bei Temperaturen zwischen drei und neun Grad Celsius.

 

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Denver wärmer als Kalifornien

Das Treffen zwischen Toronto und Washington ist bereits das 25. Outdoor-Game in der NHL-Geschichte und die neunte Ausgabe des Formats Stadium Series. Die mittlere Temperatur beim ersten Faceoff aller Freiluft-Spiele beträgt 1,6 Grad Celsius. Bei Stadium-Series-Begegnungen, die meist später im Jahr (Ende Januar bis Anfang März) ausgetragen werden, liegt der Mittelwert mit 4,2 Grad deutlich höher.

Das wärmste Stadium-Series-Spiel stieg am 27. Februar 2017 in Denver, wo bei angenehmen 18,3 Grad die Colorado Avalanche den Detroit Red Wings mit 3:5 im Coors Field unterlagen. Die Temperatur war damit sogar milder als bei den beiden Ausgaben in Kalifornien mit 13,9 Grad am 21. Februar 2015 in Santa Clara (Levis Stadium, San Jose Sharks - Los Angeles Kings 1:2) sowie mit 15,6 Grad am 25. Januar 2014 in L.A. (Dodger Stadium, Kings - Anaheim Ducks 0:3). Das kälteste Match dieser Reihe war nur ein Tag später am 26. Februar 2014 im Yankee Stadium, wo die New Jersey Devils gegen die New York Rangers mit 3:7 den Kürzeren zogen - bei eisigen -4 Grad.

Kälte sorgt für mehr Tore

Doch gibt es einen Zusammenhang zwischen Wetter und Spielausgang? Besagte Partie zwischen Devils und Rangers war mit zehn Treffern die torreichste aller Stadium-Series-Begegnungen, während die beiden von der Temperatur her deutlich milderen Spiele in Kalifornien mit je nur drei Treffern die torärmsten waren. Erst in der Kälte scheinen sich die Torjäger also deutlich wohler zu fühlen und laufen erst dann richtig heiß.

Das gilt auch für das Powerplay, das bei Outdoor-Games traditionell eher schwach ist. Die Powerplay-Quote bei Stadium Series liegt bei nur 5,7 Prozent. In insgesamt 70 Überzahl-Möglichkeiten fielen nur magere vier Tore. Dabei fällt auf, dass alle diese vier Powerplay-Treffer in den drei kältesten Spielen gelangen (-4 Grad, 1,7 Grad, 2,2 Grad). War die Temperatur also unter 3 Grad Celsius, klickte plötzlich auch das Überzahlspiel besser. Bei allen wärmeren Partien fiel dagegen noch kein einziger Powerplay-Treffer.

Kein Einfluss auf Schüsse

In Sachen Schüsse ist dieses Phänomen allerdings nicht zu beobachten. Beim kältesten Spiel wurden mit insgesamt 48 Torschüssen (22:26) die wenigsten aller Stadium Series abgegeben. Die meisten Abschlüsse bot das Treffen von den Chicago Blackhawks und den Pittsburgh Penguins (5:1 am 1. März 2014 im Soldier Field, Chicago) mit insgesamt 72 Versuchen (40:32) bei 8,3 Grad Celsius. Ein wirklicher Zusammenhang zwischen Temperatur und Anzahl von Schüssen lässt sich bei Betrachtung aller acht Stadium-Series-Paarungen allerdings nicht ableiten.

Warm anziehen!

Eishockey-Fans dürfen in der Nacht von Samstag auf Sonntag also auf eher kalte Witterungsbedingungen in Annapolis hoffen. Glaubt man der Statistik, lassen es die Maple Leafs und die Capitals erst dann so richtig krachen, wenn das Quecksilber unter die 3-Grad-Marke fällt.

Es darf sich also im wahrsten Sinne des Wortes warm angezogen werden!

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