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In der 2. Runde der Stanley Cup Playoffs 2023 könnte am Freitag eine weitere Entscheidung fallen: Die Toronto Maple Leafs empfangen für Spiel 5 (Serien-Stand: 1:3) in der Scotiabank Arena (Samstag, 1 Uhr MESZ) selbstbewusste Florida Panthers und wollen dem Aus noch einmal von der Schippe springen. In der T-Mobile Arena (Samstag, 4 Uhr MESZ) geht es um die Serienführung (Stand: 2:2) zwischen den Vegas Golden Knights und den Edmonton Oilers. Beide Mannschaften stehen sich ohne ihre Top-Verteidiger gegenüber. Physisch dürfte es trotzdem werden…

Die heutigen fünf Schlagschüsse vom Playoff-Geschehen:

Spiel 5 ohne Abwehrchefs: Pietrangelo und Nurse gesperrt
Wenn sich Vegas Golden Knights und Edmonton Oilers zum fünften Mal in dieser Serie gegenüberstehen, werden hüben wie drüben die beiden Top-Verteidiger nicht dabei sein: Sowohl Vegas' Alex Pietrangelo als auch Edmontons Darnell Nurse wurden jeweils für dieses eine Spiel gesperrt. Pietrangelo hatte einen Stockschlag gegen Leon Draisaitl ausgeteilt, Nurse zettelte in den letzten fünf Minuten einen Faustkampf gegen Nicolas Hague an.

"Ein anderer wird einspringen. Deshalb haben wir Tiefe und Jungs, die einspringen können, um diese Rolle zu bekleiden", sagte Draisaitl. Bei den Oilers wird Philip Broberg in die Aufstellung rotieren. Der 21-jährige Schwede war zwar ein Healthy Scratch in Spiel 4, absolvierte davor aber bereits acht Playoff-Spiele in diesem Jahr.

"Das Gute ist, dass wir in den Playoffs und über weite Strecken in der regulären Saison mit sieben Verteidigern gespielt haben. Wir haben also Jungs, die nachrücken können", so Abwehrspieler Mattias Ekholm.

Bei den Golden Knights stünden mit Ben Hutton (30) ein erfahrener und physisch starker Linksschütze oder mit Brayden Pachal (23) ein eher mobiler Rechtsschütze bereit. Beide kommen in diesem Playoff-Run auf jeweils einen Einsatz. "Ich vertraue den Jungs, die wir haben. Sie haben uns in diesem Jahr viel geholfen, auch wenn sie nicht gespielt haben", sagte Vegas-Trainer Bruce Cassidy.

Let's get physical: Edmontons Liebe fürs Körperspiel
In dieser Serie ließen die Vegas Golden Knights bereits 127 Checks (31,75 Checks/60 Minuten), die Edmonton Oilers gar 175 Hits (43,75 Hits/60 Minuten) auf den Gegner einprasseln. Nicht nur aufgrund der vielen Strafminuten (insgesamt 111; EDM: 47; VGK: 64) und der hitzigen Schlussphase in Spiel 4 dürfte Spiel 5 ein sehr physisch geprägtes werden.

"Das ist die Identität unseres Teams. Wir lieben diese Physis und haben viele Jungs, die diesen Teil des Spiels genießen", sagte Draisaitl, der in den bisherigen vier Partien elf Checks fuhr. Diese Rangliste führt übrigens Stürmer Nick Bjugstad (23 Hits) an. Hinter dem gesperrten Nurse (20) folgen Evander Kane (16) und Klim Kostin (14).

Bei Vegas zählen mit William Carrier (15), Keegan Kolesar (13), Ivan Barbashev (13), Jonathan Marchessault (12) und Brett Howden (11) fünf Stürmer mit jeweils zweistelligen Zahlen zu den Top-Hittern.

"Die Physis ist okay. Das ist Playoff-Hockey und passiert auf beiden Seiten", so Golden-Knights-Trainer Bruce Cassidy. "Klare Checks sind in Ordnung, jene, die es nicht sind, sollten von den Schiedsrichtern adressiert und bestraft werden."

Kleine Durststrecke bei Draisaitl und McDavid
Der deutsche Superstar Leon Draisaitl ist mit 13 Toren und 18 Scorerpunkten (13-5-18) die ultimative Triebfeder der Oilers in den Stanley Cup Playoffs 2023. Gleiches gilt für Teamkollege Connor McDavid, der nur einen Punkt weniger verbuchen konnte (5-12-17). Allerdings traf dieses Duo Infernale bereits seit zwei Spielen nicht mehr ins Tor: In Spiel 3 der Serie blieben beide Stürmer gar ohne Scorerpunkt, in Spiel 4 meldeten sie sich zumindest mit Assists zurück (Draisaitl: 0-1-1; McDavid: 0-2-2).

Leon Draisaitl mit seiner Punkteserie von 8-Spielen

Die Oilers-Offensive profitierte insbesondere in Spiel 4 von ihrer Tiefe: Vier unterschiedliche Torschützen besorgten den 4:1-Erfolg. Center Ryan Nugent-Hopkins gelang dabei sein erster Playoff-Treffer 2023. Er hofft, den Knoten damit gelöst zu haben. Edmontons Power-Offensive - mit 3,9 Toren pro Partie übrigens die beste in den Playoffs - wird auf einen Torwart ohne Spielpraxis treffen: Nachdem sich Vegas-Torwart Laurent Brossoit verletzt hat, dürfte erneut Adin Hill für die Golden Knights starten. Der 27-jährige Kanadier erhielt in den Playoffs zwei Kurzeinsätze sowie einen Start, spielte zuvor in der regulären Saison aber nur 25-mal von Anfang an, zuletzt am 7. März. Denkbar wäre auch ein Wechsel hin zum erfahrenen Jonathan Quick (37), der noch ohne Playoff-Einsatz in diesem Jahr ist.

Woll soll für Toronto die Kohlen aus dem Feuer holen
Die Toronto Maple Leafs müssen in Spiel 5 gegen die Florida Panthers erneut das Saisonaus abwenden. Diese Herausforderung muss Toronto wiederum ohne Stammtorwart Ilya Samsonov (Oberkörperverletzung) angehen. Doch sein Vertreter Joseph Woll schlug sich in Spiel 4 wacker. Der 24-jährige Rookie entschärfte in seinem ersten Stanley-Cup-Playoff-Start 24 von 25 Schüssen (96 Prozent Fangquote) und dürfte alleine aufgrund des Momentums zwischen den Pfosten bleiben.

Maple Leafs verhindern Ausscheiden mit 2:1-Sieg

"Er ist einfach so ruhig und fokussiert. Man konnte seine Konzentration sehen", lobte Maple-Leafs-Stürmer John Tavares den jungen Goalie. "Er nimmt die Dinge nicht so ernst, ist aber voll konzentriert. Seine Vorbereitung und sein Fokus sind Elite. Wir sahen sein Potenzial schon in den letzten Jahren."

So oder so muss Toronto aber auch in der Offensive für Entlastung sorgen. Hier stehen die eigentlich torgefährlichen Stürmer Auston Matthews und Taveres in der Pflicht. Beide sind in der Serie gegen Florida noch ohne Treffer - Tavares sogar komplett ohne Scorerpunkt. Spiel 5 wäre ein guter Zeitpunkt, diese Ladehemmung zu beenden.

Panthers bleiben selbstbewusst
Die Panthers haben den Sweep gegen die Maple Leafs zwar verpasst, doch scheint die erste Niederlage in dieser Serie die Stimmung nicht verändert zu haben.

"Wir haben ein Spiel verloren. Das passiert in den Playoffs", bleibt Panthers-Trainer Paul Maurice ganz entspannt. "Ich finde, wir haben ein gutes Spiel gezeigt", sagte Floridas Torwart Sergei Bobrovsky. "Wir müssen nicht viel ändern, sondern müssen geduldig bleiben und unser Spiel spielen. Sie sind ein gutes Team, niemand hat gedacht, dass es einfach werden würde. Es ist, wie es ist. Wir kommen zurück nach Toronto, wo die Serie weitergeht…"

Spätestens seit dem spektakulären Erfolg in der 1. Runde der Stanley Cup Playoffs 2023 (4:3 gegen die hochfavorisierten Boston Bruins) ist die Panthers-Brust breit. Bobrovsky (91 Prozent Fangquote) hat sich als Starter etabliert, Verteidiger Braden Montour ist mit sechs Toren aus elf Spielen die große Überraschung, und im Sturm liefert nicht nur die Top-Reihe um Matthew Tkachuk (5-11-16; ein Siegtreffer), Aleksander Barkov (2-7-9) und Carter Verhaeghe (4-6-10; drei Siegtreffer) die wichtigen Tore, sondern auch die dritte Linie mit Eetu Luostarinen (2-3-5; ein Siegtreffer), Anton Lundell (1-6-7) und Sam Reinhart (6-2-8; ein Siegtreffer) leistet wichtige Beiträge und sorgt für einen Extra-Push an Secondary Scoring.