Stanley Cup Finale 2023 | Offizieller Trailer | NHL

Am Samstag (8 p.m. ET; NHL.tv; So. 2 Uhr MESZ) gipfelt die Saison 2022/23 in der Eröffnung des Stanley Cup Finales. Das Duell zwischen den Florida Panthers und Vegas Golden Knights wird ein ungewöhnliches. Beide Standorte sind keine traditionellen Eishockey-Hochburgen und nehmen erst seit relativ kurzer Zeit am Spielbetrieb der NHL teil.

Spiel eins in der T-Mobile Arena in Las Vegas wird den Ton vorgeben, für eine Serie zwischen zwei Mannschaften, die sich ihren Weg ins Finale hart erarbeitet und redlich verdient haben.

Die heutigen fünf Schlagschüsse vom Playoff-Geschehen:

Showdown der Spitzentorhüter

Die Goalies werden sicherlich im Fokus stehen und von entscheidender Bedeutung für den Verlauf der Serie sein. Es stehen sich zwei sehr unterschiedliche Charaktere gegenüber. Im Tor der Panthers findet man mit Sergei Bobrovsky einen absoluten Veteranen. Der 34-Jährige gewann zwei Mal die Vezina Trophy als bester Torhüter der NHL, stand aber noch nie im Stanley Cup Finale. Während in seinem Alter zu erwarten wäre, dass er seine besten Zeiten womöglich schon hinter sich hat, wuchs er in den Playoffs über sich hinaus und entwickelte sich mit einer Bilanz von 11-2, 93,5 Prozent Fangquote, 2,21 Gegentoren pro Spiel und einem Shutout zum Schlüsselspieler.

"Er spielt gerade unglaublich", schwärmte der langjährige Manager Brian Burke. "Er stoppt nicht einfach nur den Puck, er erinnert mich an Carey Price in seiner Blütezeit. Er ist so ruhig und unbeeindruckt von allem, was um ihn herum passiert. Er ist effizient, entspannt und ruhig. Er macht keine spektakulären Saves. Der Puck trifft ihn einfach, weil er die richtige Position hat."

Ihm gegenüber steht Adin Hill, ein 27-jähriger Playoff-Debütant, der erst 101 Spiele in der regulären Saison hinter sich hat. Er ging als Nummer vier zwischen den Pfosten der Golden Knights in die Saison, kam in der zweiten Runde der Playoffs aber verletzungsbedingt zum Einsatz und nutzte seine Chance. In elf Partien lieferte er eine Ausbeute von 7-3, 93,7 Prozent Fangquote, 2,07 Gegentore pro Spiel und zwei Shutouts.

Golden Knights kehren mit mehr Erfahrung zurück

Beide Franchises stehen zum zweiten Mal in ihrer Geschichte im Finale. Die Panthers schafften es 1996 bis in die letzte Runde, wo sie in vier Spielen gegen die Colorado Avalanche unterlagen. Während bei ihnen natürlich kein Spieler mehr im Kader ist, der am damaligen Lauf beteiligt war, sieht das bei Vegas anders aus.

Die Golden Knights setzten sich 2018 in ihrer ersten NHL-Saison unerwartet bis ins Finale durch. Sechs Spieler, die die damalig Niederlage gegen die Washington Capitals miterlebten, sind auch jetzt wieder mit von der Partie. William Karlsson, Jonathan Marchessault, Reilly Smith, William Carrier, Shea Theodore und Brayden McNabb hatten zum zweiten Mal Anteil am Finaleinzug. In den vergangenen Jahren erlebten sie mit den Golden Knights Höhen und Tiefen und genau diese Erfahrung soll nun den Unterschied machen.

Der Mann für die entscheidenden Situationen

Obwohl die Golden Knights eine starke Defensive stellen und Hill unerwartete Glanzleistungen liefert, werden sie zumindest mit einem Spieler der Panthers ihre Probleme haben. Matthew Tkachuk entwickelte sich in seinem ersten Jahr in Florida nicht nur zum Topscorer des Teams, sondern zu einem absoluten Führungsspieler und zum Playoff-Helden.

In der regulären Saison verbuchte Tkachuk 109 Punkte (40 Tore, 69 Assists). In den Playoffs legte er weitere 21 Zähler (9 Tore, 12 Assists) nach. Besonders wenn es um Alles oder Nichts geht, können die Panthers auf ihn zählen. Im Eastern Conference Finale traf er zwei Mal in der Verlängerung und entschied ein weiteres Spiel nur 4,9 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit. Er hat großen Anteil daran, dass die Panthers in sechs Spielen, in denen sie in die Verlängerung mussten, eine perfekte Bilanz vorweisen können. Im Finale sollte man ihn im Auge behalten, besonders wenn das Spiel auf Messers Schneide steht.

Eichel führt vielseitige Offensive an

Während sich bei den Panthers Bobrovsky und Tkachuk einen Zweikampf um den Titel des wichtigsten Spielers liefern, ist diese Frage bei den Golden Knights nicht so einfach zu beantworten. Hill ist im Tor sicherlich ein Kandidat, unter den Stürmern könnte man Jack Eichel nennen. Immerhin ist der Center in seinen ersten Playoffs mit 18 Punkten (6 Tore, 12 Assists) der Topscorer des Teams.

Die Golden Knights stellen mit 3,65 Toren pro Spiel aber eine starke Offensive, die nicht von Eichel abhängig ist. Die Tore kommen aus allen vier Reihen. Diese ausgeglichene Leistung macht die Mannschaft flexibel, unberechenbar und besonders bei fünf gegen fünf extrem gefährlich. Sieben Spieler sammelten bereits mindestens elf Punkte, 20 von 22 eingesetzten Spielern punkteten und 16 verschiedene Akteure durften sich bereits in die Torschützenliste eintragen. Während man sich bei den meisten Mannschaften auf eine Reihe oder eine Handvoll Spieler konzentrieren kann, ist bei den Golden Knights immer Alarmbereitschaft angesagt.

Disziplin ist gefragt

Strafen sind im Finale unbedingt zu vermeiden. Das gilt für beide Mannschaften, denn die Unterzahlstatistik hat sowohl bei den Panthers, als auch bei den Golden Knights, viel Luft nach oben. Vegas überstand nur 63 Prozent der Unterzahlsituationen schadlos, die 71,2 Prozent der Panthers sind aber auch nicht gerade beeindruckend. Der Unterschied bei den Specialteams liegt im Powerplay. Vegas war auch in Überzahl mit einer Erfolgsquote von 18,5 Prozent nicht überragend, Floridas 27,9 Prozent sind hingegen eine starke Leistung.

Beide Mannschaften sind in Unterzahl anfällig, doch die Panthers profitieren mehr davon, wenn sie den Gegner zu Strafen zwingen können und die Golden Knights dürfen sich mehr auf ihren effektiven Angriff bei fünf gegen fünf verlassen. Sollte das Spiel ruppig werden, der Spielfluss zum Erliegen kommen und sich die Strafen häufen, könnte das durchaus im Sinne der Panthers sein.