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Der Titel ist fast schon zum Greifen nahe: Im Stanley Cup Finale 2020 führen die Tampa Bay Lightning gegen die Dallas Stars mit 2:1. Aufgrund des engen Spielplans könnten sie sich innerhalb von nur 24 Stunden den Titel sichern. Die Voraussetzung dafür wäre heute ein siegreiches Spiel 4 (8 p.m. ET, Sa. 2 Uhr MESZ; NHL.tv, Sport1+, DAZN, Teleclub Sport) im Rogers Place von Edmonton. Das Spiel 5 der Best-of-7-Serie erfolgt dann bereits einen Tag später an gleicher Stelle.
Während die Top-Reihe aus Florida derzeit sehr effektiv ist, offenbarten die Dallas Stars zuletzt Schwachstellen in der Offensive und Defensive.
Fünf Faktoren, die es zu beachten gilt:

Finden die Stars eine Lösung gegen die Top-Reihe aus Tampa Bay?
Ondrej Palat, Brayden Point und Nikita Kucherov sind einfach nicht zu stoppen. In den siegreichen Spielen 2 und 3 sorgte die Angriffsreihe für insgesamt fünf Tore und zehn Scorer-Punkte.
Palat hat mit seinen zehn Playoff-Toren einen Karriere-Bestwert aufgestellt und belegt Platz 2 der Torschützenliste. Noch häufiger traf lediglich sein Offensiv-Partner Point mit insgesamt elf Playoff-Toren. Und Kucherov? Der ist mit 30 Punkten in den Playoffs nicht nur der beste Scorer der NHL. Der 27-jährige Russe stellte auch noch einen neuen Franchise-Rekord auf.
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Kurzum: Finden die Stars auch weiterhin kein Mittel gegen die Top-Reihe aus Tampa Bay, steht ihnen ein unangenehmes Spiel bevor.
Tampa Bay macht den gegnerischen Offensiv-Stars das Leben schwer
Die Akteure der Lightning scheinen Spezialisten darin zu sein, die Offensiv-Stars des Gegners aus dem Spiel zu nehmen. Tyler Seguin und Jamie Benn von den Stars warten nach drei Final-Spielen noch immer auf den ersten Scorer-Punkt, Alexander Radulov auf sein erstes Tor.
Ähnlich war es im Eastern-Conference-Final gegen die New York Islanders: Anders Lee, Mathew Barzal und Josh Bailey, also drei der sechs besten Islanders-Torschützen der regulären Saison, gelang gegen Tampa Bay kein einziger Treffer. In den vorherigen Playoff-Runden konnten sich auch die Top-Reihen der Boston Bruins und der Columbus Blue Jackets nicht entfalten. Ob ein besonderes Defensiv-Konzept dahintersteckt?

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Trainer Jon Cooper lässt sich nicht in die Karten schauen: "Wir geben nicht vor, den Fokus auf eine bestimmte gegnerische Reihe zu legen. Wir konzentrieren uns auf deren gesamtes Team. Und wenn einige Jungs nicht punkten, dann hoffentlich deshalb, weil wir eine gute Teamleistung erbracht und die richtige Taktik haben."
Dallas muss seinen Torwart mehr unterstützen
Goalie Anton Khudobin ist einer der Gründe dafür, dass die Stars überhaupt im Finale um den Stanley Cup stehen. Die letzten beiden Spiele verliefen für den 34-Jährigen allerdings unerfreulich. Acht Gegentreffer musste er hinnehmen. Der Tiefpunkt: In Spiel 3 konnte der Russe lediglich 82,8 Prozent aller Schüsse parieren.
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Rick Bowness ist weit davon entfernt, seinem Goalie die Schuld daran zu geben. Im Gegenteil: Er fordert mehr Unterstützung für den Schlussmann. "Wir müssen besser vor ihm spielen", sagt der Trainer. "Er hat alles getan, was ein Torwart nur tun kann, um der Mannschaft die Chance zu geben, ein Spiel zu gewinnen. Er muss einfach so weitermachen. Und was unser Team angeht, würde es ihm sehr helfen, wenn wir es dem Gegner nicht so einfach machen würden."
Kann Stamkos an das erfolgreiche Comeback anknüpfen?
Sein Comeback hätte kaum besser verlaufen können: 211 Tage nach seinem letzten NHL-Spiel kehrte Steven Stamkos in Spiel 3 des Stanley Cup Finales zurück und erzielte gleich mit seinem ersten Schuss ein Tor. Was für eine Geschichte: Stamkos ist der erste Spieler seit dem Jahre 1940, der in einem Finale sein erstes Playoff-Spiel der Saison bestreitet und direkt trifft.
Man könnte sagen, der Kapitän hat nahtlos an seine Form angeknüpft, die er vor seiner Verletzungspause hatte. Stamkos sammelte nun in 16 Spielen hintereinander jeweils mindestens einen Scorer-Punkt (13 Tore, zehn Assists).

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Die große Frage lautet nun: Kann der Center wirklich dieses Niveau beibehalten? Oder spielen die körperlichen Folgen der Verletzungspause doch noch eine Rolle? Tatsache ist nämlich auch: In Spiel 3 hatte Stamkos lediglich 2:47 Minuten Eiszeit, soll nach dem Spiel auch ein körperliches Problem gehabt haben.
Ob und in welchem Umfang Stamkos in Spiel 4 eingesetzt werden kann, ist somit fraglich. "Das werde ich wahrscheinlich erst am Morgen des Spiels beantworten können", sagt Trainer Jon Cooper.
Gute Ausgangssituation für Tampa Bay
Der Blick in die Vergangenheit verrät, dass Tampa Bay mit dem 2:1-Vorsprung einen großen Vorteil im Kampf um den Stanley Cup hat: Die Teams, die in einer Best-of-7-Serie im Finale einen 2:1-Vorsprung hatten, kommen seit dem Jahre 1939 auf eine Bilanz von 42:11. Das bedeutet: In 79,3 Prozent aller Finalserien führte die gute Ausgangssituation zum Titelgewinn.
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Drei der letzten fünf Stanley Cup Champions hatten im Finale einen zwischenzeitlichen Vorsprung von 2:1. Dies waren die Pittsburgh Penguins in den Jahren 2016 und 2017 sowie die Washington Capitals im Jahre 2018. Die Chicago Blackhawks und die St. Louis Blues hingegen kämpften sich zurück, nachdem sie 2015 bzw. 2019 zwei der ersten drei Spiele verloren hatten.
Zumindest dies könnte dem Team aus Dallas Mut machen.