Eine geborene Tormaschine
„Es macht Spaß, ihm zuzusehen und ich freue mich sehr für ihn“, sagte Blackhawks-Trainer Luke Richardson. „Es ist so schnell passiert und beeindruckend. Ich glaube, er wusste schon, dass der ihn reinmachen würde, bevor er ihn überhaupt berührt hatte.“
Bedard war schon im Junioren-Bereich eine Tormaschine: In der Vorsaison erzielte er bei den Regina Pats unglaubliche 71 Treffer in 57 WHL-Spielen (71-72-143) und ließ in den Playoffs weitere zehn Tore in sieben Partien (10-10-20) folgen. Kein Wunder, dass es auch auf NHL-Eis nicht lange dauerte, bis der Mittelstürmer die Torlampe anknipste.
„Dein erstes NHL-Tor vergisst du nie“, sagte Chicagos Stürmer Nick Foligno, der sich sehr für seinen Mitspieler, den er über den Sommer unter seine Fittiche genommen hatte, freute: „Was für ein tolles Tor von ihm. Er zeigt, was er wirklich kann. Es ist schön, dass er dieses Thema so früh beendet hat. Jetzt muss er sich darüber keine Gedanken mehr machen.“
Schon jetzt Dreh- und Angelpunkt der Blackhawks-Offensive
Mit sechs Torschüssen gab Bedard wie schon am Vortag (fünf) die meisten bei Chicago ab und führt dieses Ranking mit nun elf Schüssen an. Die Blackhawks schienen gegen eine starke Bruins-Defensive Probleme zu haben, offensiv überhaupt stattfinden zu können – insbesondere, wenn Bedard nicht auf dem Eis war.
„Ja, ich glaube, wir haben außer seinem Tor nicht viel zu Stande gebracht in den ersten zwei Dritteln“, räumte Richardson ein. „Wir waren ein wenig fahrig und das Spiel war unruhig.“
Im weiteren Verlauf nämlich drehte Boston durch die Tore von Trent Frederick (12.) und David Pastrnak (34., 60.) das Spiel.
Bedard war am Ende um ein Tor und viel Erfahrung reicher. So stand der Rechtsschütze erstmals einem Spieler wie Brad Marchand gegenüber, der freilich versuchte, unter seine Haut zu kommen: „Das ist natürlich ein Teil seines Spiels und ich habe viel Respekt für ihn, zumal ich ihm schon lange zuschaue“, sagte Bedard. „So wie er spielt, ist es nicht leicht für einen.“
Marchand (1,75 Meter groß) zählt wie Bedard (1,78 Meter) eher zu den kleineren Spielern in dieser Liga. „Das Spiel ist jetzt mehr auf Tempo und Talent zugeschnitten“, erklärte Marchand. „Früher ging es viel mehr um Größe. Jetzt gibt es viel kleinere Spieler, die sich gut bewegen können und die sehr agil sind. Heutzutage ist nichts Besonderes mehr, ein kleinerer Spieler zu sein, sie werden jetzt immer häufiger in die Liga kommen. Wenn man sich anschaut, was Bedard kann, dann steht das für viele junge Spieler, die jetzt hochkommen. Sie arbeiten so sehr an ihrer Geschwindigkeit, Skating und Fähigkeiten, dass sich das auch zeigt, wenn sie Profi werden. Selbst ich als älterer Spieler muss an diesen Dingen arbeiten, um mithalten zu können.“
Reichel wartet noch auf ersten Punkt
Der Deutsche Lukas Reichel centerte auch in seinem zweiten Spiel der Saison die zweite Blackhawks-Reihe neben Tyler Johnson und Taylor Raddysh. Der 21-Jährige blieb bei 15:07 Minuten Eiszeit aber ohne Scorerpunkt.