Other Calder Candidates Drysdale, Swayman, Mercer

NHL.com/de präsentiert in der Rubrik Rookie Watch aktuelle Themen rund um die diesjährigen Rookies. In dieser Ausgabe: Zukünftige Stars außerhalb des Calder-Rennens.

Die überragenden Rookies der Saison 2021/22 waren von Beginn der Spielzeit an Stürmer Lucas Raymond und Verteidiger Moritz Seider von den Detroit Red Wings, sowie Stürmer Trevor Zegras von den Anaheim Ducks. Sie gelten bereits die gesamte Saison über als das Trio, das das Rennen um die Calder Trophy für den besten Rookie unter sich ausmachen wird. Doch neben diesen drei Spitzenspielern, lieferte diese Saison ein insgesamt starker Rookie-Jahrgang mit viel Tiefe zahlreiche weitere Spieler, die einen vielversprechenden Karrierestart hatten, der eine goldene Zukunft in der Liga verspricht.

ANA@ARI: Zegras mit einem Tor im Lacrosse-Stil

Die Qualität des Jahrgangs zeigt sich bei einem Blick in die Statistik deutlich. In der Saison 2018/19, der letzten Saison, in der die vollen 82 Spiele ausgetragen wurden, erreichten 23 Rookies die Marke von 20 Punkten. Damals zählten zu den Neulingen heutige Starspieler wie Elias Petersson, Brady Tkachuk, Rasmus Dahlin, Andrei Svechnikov und Miro Heiskanen.
In der laufenden Saison haben alle Teams noch mindestens zehn Spiele vor sich, trotzdem knackten bereits 20 Rookies die 20-Punkte-Marke. Zwei weiteren Neulingen fehlen dazu noch zwei Zähler. Vier Spielern fehlen noch drei Punkte und Brandon Duhaime, der sich bei den Minnesota Wild überraschend vom Eröffnungsspiel an einen Stammplatz im Kader verdient hatte, steht bei 16 Punkten.
Eine Reihe dieser Akteure zeigten das Potenzial, in Zukunft zu Schlüsselspielern zu werden. Cole Caufield von den Montreal Canadiens erzielte seit 1. März 16 Zähler (8 Tore, 8 Assists) in 16 Spielen und wurde im März zum Rookie des Monats gewählt. Michael Bunting (1 Tor, 11 Assists) von den Toronto Maple Leafs und Rem Pitlick (3 Tore, 9 Assists) von den Canadiens erzielten in dieser Zeit jeweils 12 Punkte. Bunting verbuchte in dieser Saison insgesamt 53 Zähler (20 Tore, 33 Assist) und führt damit die Scorerliste der Rookies an.

NJD@PIT: Mercer verwertet starke Vorarbeit von Hughes

Hinter Bunting und dem Trio Raymond, Zegras und Seider, liegen Tanner Jeannot (23 Tore, 17 Assists) von den Nashville Predators und Dawson Mercer (16 Treffer, 24 Vorlagen) von den New Jersey Devils mit 40 Punkten. Anton Lundell beeindruckte bei den Florida Panthers mit 39 Zählern (15 Tore, 24 Assists) in nur 53 Spielen und war im Januar der Rookie des Monats.
Minnesota fand zu Neujahr eine echte Perle, als Außenstürmer Matt Boldy eine Chance im Kader bekam. Obwohl er die ersten zweieinhalb Monate der Saison in der American Hockey League verbrachte, spielte er sich in einer Reihe mit Kevin Fiala mit 27 Punkten (12 Tore, 15 Assists) in 35 Spielen auf den zwölften Platz der Rookie-Scorerliste. Seinen Durchschnitt von 0,77 Punkten pro Spiel überbieten nur Zegras und Bunting knapp mit 0,78. All diese Spieler zeigten ein Offensivpotenzial, das für einen Liganeuling beeindruckend ist und mit dem sie in den kommenden Jahren in der Scorerliste weit vorne liegen könnten.
Erwähnenswert sind unter anderem auch Zegras' Teamkollege Jamie Drysdale, der 28 Punkte (4 Tore, 24 Assists) erzielte und Jeannots Mitspieler Alexandre Carrier mit 27 Zählern (2 Tore, 25 Assists). Sie belegen unter den Verteidigern die Plätze zwei und drei hinter Seider.
Einigen Torhütern gelang es ebenfalls den Grundstein für eine vielversprechende NHL-Karriere zu legen, allen voran Jeremy Swayman bei den Boston Bruins. In 33 Spielen kam er auf eine Bilanz von 20-9-3, 92 Prozent Fangquote, 2,23 Gegentore pro Spiel und drei Shutouts. Er wurde im Februar zum einzigen Torhüter, der in dieser Saison Rookie des Monats war.

3.1 Swayman BOS FEB ROM

Alex Nedeljkovic gelang es bei den Red Wings Thomas Greiss als Nummer eins im Tor zu verdrängen. Er bestritt bereits 51 Spiele (17-21-8). Spencer Knight überzeugte bei den Panthers in 27 Einsätzen mit einer starken Bilanz von 15-8-3 und Kaapo Kahkonen holte zwölf Siege in 28 Spielen (12-10-3) für die Wild und San Jose Sharks. Sie alle empfahlen sich für führende Rollen in den kommenden Jahren.
Aus Sicht der DACH-Staaten, gibt es ebenfalls guten Grund mit viel Optimismus in die Zukunft zu blicken. Neben Seider gaben mit JJ Peterka und Lukas Reichel zwei deutsche Stürmer ihr Debüt. Reichel kam fünf Mal für die Chicago Blackhawks zum Einsatz. Peterka bestritt zwei Spiele für die Buffalo Sabres. In der NHL warten zwar beide noch auf ihren ersten Punkt, doch ihre Leistungen in der AHL sind mehr als vielversprechend.
Peterka liegt in der Scorerliste der AHL mit 58 Zählern (22 Tore, 36 Assists) auf dem zehnten Platz und ist der punktbeste Rookie. Reichel belegt unter den AHL-Rookies mit 49 Punkten (21 Tore, 28 Assists) den fünften Platz, bestritt verletzungsbedingt aber nur 48 Spiele.
Ähnlich ist die Situation für den Österreicher Center Marco Rossi. Für Minnesota blieb er in zwei Spielen ebenfalls ohne Punkt, doch in der AHL folgt er mit 46 Zählern (16 Tore, 30 Assists) direkt auf Reichel. Die drei Stürmer könnten in der nächsten Saison auch von der Personalpolitik ihrer NHL-Teams profitieren, denn die Blackhawks und Sabres befinden sich im Umbruch und die Wild werden ein dünnes Budget haben. Da sie sich aus den Verträgen von Ryan Suter und Zach Parise freikauften, werden in den kommenden drei Saisons gut 15 Prozent ihres Salary Caps durch diese beiden Verträge blockiert. Ein günstiger Rookie, der punkten kann, würde gelegen kommen.
Zwei Schweizer schafften es diese Saison in die NHL. Torwart Akira Schmid startete vier Mal für die Devils, wartet aber noch auf seinen ersten Sieg. Aufsehenerregend waren vor allem die Leistungen von Verteidiger J.J. Moser. Er ist erst seit Ende Dezember fester Bestandteil des Kaders bei den Arizona Coyotes. Seitdem erzielte er zwölf Punkte (3 Tore, 9 Assists) in 33 Spielen. Aktuell muss er seit Mitte März mit einer Verletzung aussetzen. Wäre er gesund geblieben, hätte er gute Chancen gehabt, den Rekord für die meisten Punkte eines Schweizer Verteidigers in seiner Rookie-Saison zu brechen. Diesen hält Roman Josi, der 2011/12 16 Punkte (5 Tore, 11 Assists) sammelte. Moser bewies in der kurzen Zeit, in der er zum Kader der Coyotes gehörte, dass er definitiv die Qualität hat ein effektiver Stammspieler in der NHL zu sein.