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Am kommenden Mittwoch starten mit Spiel 1 der Stanley Cup First Round zwischen den Edmonton Oilers und den Winnipeg Jets auch in der Scotia North Division die Playoffs. Einen Tag später folgt das erste Aufeinandertreffen zwischen den Toronto Maple Leafs und den Montreal Canadiens. Mit Leon Draisaitl und Dominik Kahun sind bei den Oilers zwei Deutsche und mit Gaetan Haas ein Schweizer an der Serie gegen die Jets beteiligt.

Toronto Maple Leafs (1.) vs. Montreal Canadiens (4.)
Die Maple Leafs konnten unter Trainer Sheldon Keefe ihre Defizite beseitigen. Sie arbeiten gut in den Ecken, sind im Angriff auf hohem Niveau geblieben und haben sich in der Verteidigung wesentlich verbessert. So haben sie sich verdientermaßen Platz eins in der Scotia North Division gesichert. In den bislang absolvierten 55 Saisonspielen konnten die Leafs 3,35 Tore pro Spiel erzielen (Vorjahreswert 3,39) und mussten 2,63 Gegentore im Durchschnitt einstecken (3,17).

TOR@OTT: Matthews mit Nr. 41 der Saison zum Ausgleich

Toronto hat ein Team gebildet, das es sehr weit bringen kann. Im Sturm wurde viel ausprobiert, um mit den neu verpflichteten Spielern die optimalen Reihen zu finden und situationsbedingt variieren zu können. Mitchell Marner (20 Tore -47 Assists -67 Punkte) und Liga-Toptorjäger Auston Matthews (41-25-66) scheinen jedoch unzertrennlich. Routinier Joe Thornton (5-15-20) hat sich in seiner neuen Aufgabe gut eingefunden. Bei John Tavares (19-31-50) und William Nylander (17-25-42) stimmen die Chemie und das Timing vor dem Tor, gerade bei Abprallern.
Wenn Zach Hyman wieder genesen ist, verfügt die Mannschaft über eine der besten Reihen der NHL. Das Trio Marner, Matthews und Hyman hat eine Torerfolgsquote von 64,9 Prozent. Mit dem von den Columbus Blue Jackets verpflichteten, aber wegen einer Knieverletzung noch nie für die Leafs aufgelaufenen Riley Nash könnte noch eine Verstärkung in den Playoffs dazustoßen. Torhüter Frederik Andersen (Matchbilanz 13-8-3; Fangquote 91,9 Prozent) ist wieder fit, so dass mit ihm und Jack Campbell (17-2-2; 92,3) zwei verlässliche Spieler zwischen den Pfosten stehen.
Mit 59 Punkten aus 56 Spielen (24-21-11) beendeten die Canadiens die Saison auf Rang vier der Scotia North, mit 18 Zählern Differenz zu den Maple Leafs. Trainer Dominique Ducharme verfügt über eine wendige Mannschaft mit einem schnellen Umschaltspiel. Pro Begegnung erzielten die Canadiens im Schnitt 2,82 Tore (Vorjahreswert 2,93) und kassierten 2,95 Gegentreffer (3,10). In der Defensivarbeit sind sie damit besser geworden im Vergleich zur Saison 2019/20, im Angriff allerdings schlechter. Hauptursache dafür sind die verletzungsbedingten Ausfälle gewesen.

North Division stellt viele Spieler aus Europa

Was die Canadiens brauchen, um die erste Runde der Playoffs zu überstehen, ist ein fitter Brendan Gallagher, der vor seinem Daumenbruch zusammen in der Reihe mit Tomas Tatar (10-20-30) eine Torerfolgsquote von 69 Prozent aufzuweisen hatte. Mit ihm hat die Mannschaft eine Matchbilanz von 17-9-9 erreicht, ohne ihn betrug sie 7-11-0.
Torhüter Carey Price (12-7-5; 90,1) trainiert nach seiner Gehirnerschütterung wieder und steht für die Playoffs zur Verfügung. Ob er oder Jake Allen (11-12-5; 90,7) bei Spiel 1 der Erstrundenserie im Kasten steht, wird sich zeigen. Für die Mannschaft ist auch wichtig, dass Paul Byron (5-11-16) wieder am Training teilnimmt und Kapitän Shea Weber (6-13-19) ins Aufgebot zurückkehrt.
Die letzten beiden Aufeinandertreffen hat Toronto für sich entschieden (3:2 und 5:2). Im Powerplay, dem Penalty Killing und der Disziplin sind die Maple Leafs im Vorteil.
Die Toronto Maple Leafs gewinnen, wenn… sie weiter konzentriert bleiben, ihre Übersicht im Angriffsdrittel und den effektiven Abschluss beibehalten.
Die Montreal Canadiens gewinnen, wenn… sie ihr schnelles Umschaltspiel nutzen und die verletzten Spieler voll einsetzbar sind.
Edmonton Oilers (2.) vs. Winnipeg Jets (3.)
Die reguläre Saison verlief gut für die Oilers. Connor McDavid (33-71-104) hat die Marke von 100 Scorerpunkten trotz der verkürzten Spielzeit übertroffen. Und während andere Mannschaften nur wenige Spieler mit 30 Punkten oder mehr in ihren Reihen hatten, waren in Edmonton mit McDavid, Leon Draisaitl (31-52-83), Tyson Barrie (8-40-48), Darnell Nurse (16-20-36) und Ryan Nugent-Hopkins (16-19-35) fünf Akteure mit einer solchen Mindestausbeute zu finden. Eine ordentliche Saison lieferte auch Dominik Kahun (9-6-15) ab. In Sachen Scoring sind die Oilers im Vergleich zu den vergangenen Jahren vielseitiger geworden.

EDM@MTL: McDavid bringt im Alleingang den Sieg

Edmonton hat das beste Powerplay in der Liga (28,1 Prozent Erfolgsquote) und ist auch im Penalty Killing schwer zu knacken (82,2). Durchschnittlich haben die Oilers 3,31 Tore pro Spiel erzielt (Vorjahreswert 3,14). Und auch in der Verteidigung konnten Schwächen reduziert werden. Es wurden durchschnittlich 2,73 Tore zugelassen (3,03). Mit Mike Smith (21-6-2; 92,3) steht der achtbeste Torhüter der Liga (Goalies mit weniger als 20 Spielen ausgenommen) im Team. Mikko Koskinen (13-12-0; 89,9) gilt als solider Stellvertreter.
Mit einem Tag mehr Pause, dafür aber der Anreise, beginnen die Jets die Vorbereitungen auf Spiel 1. Winnipeg verfügt ebenfalls über eine ganze Reihe erfolgreicher Scorer. Mark Scheifele (21-40-61), Kyle Connor (24-24-48), Nikolaj Ehlers (21-25-46), Blake Wheeler (15-20-44) und Andrew Copp (15-24-39) belegen im teaminternen Ranking die Plätze eins bis fünf. Gut eingefunden hat sich Pierre-Luc Dubois (8-12-20), der im Tausch für Patrik Laine aus Columbus kam. Paul Stastny feierte vor kurzem seinen 1000 NHL-Einsatz. Der Sohn von Hall of Famer Peter Stastny wartet noch auf seinen ersten Triumph im Stanley Cup.
Die Erfolgsquote der Jets im Powerplay liegt bei 23,1 Prozent (Platz 7 in der NHL), im Penalty Killing beläuft sie sich dagegen nur auf mittelmäßige 80,3 Prozent (Rang 15). Im Tor setzt Winnipeg voll auf Connor Hellebuyck (23-17-3; 91,5) der in knapp 80 Prozent aller Saisonspiele auf dem Eis stand. Ein wunder Punkt bei Hellebuyck könnte sein, dass er in den Begegnungen mit Edmonton schlecht aussah und bloß auf eine mäßige Fangquote von 87,7 Prozent kam.
Den direkten Vergleich gegen die Jets haben die Oilers mit sieben Siegen in neun Spielen klar für sich entschieden. Die Gesamttorbilanz ging mit 34:22 ebenfalls deutlich an Edmonton.
Die Oilers gewinnen, wenn… sie ihr Spielsystem in der Serie gegen die Jets genauso gut zum Laufen bringen, wie in weiten Teilen der Saison.
Die Jets gewinnen, wenn… sie Unterzahlsituationen vermeiden und es schaffen, frühzeitig das Aufbauspiel der Oilers zu unterbinden und mit ihrem schnellen Umschaltspiel zu punkten.