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Am 1. August kehrt die NHL zurück. In der Stanley Cup Qualifikationsrunde kämpfen in jeder Conference acht Teams in vier Best-of-5-Serien um den Einzug in die Playoffs. Bereits qualifiziert sind vier Teams, die in der Platzierungsrunde die Setzliste für den weiteren Turnierverlauf ausspielen. NHL.com/de analysiert die teilnehmenden Teams. In dieser Ausgabe: die Western Conference.

St. Louis Blues (1., Platzierungsrunde)
Nach dem ersten Titelgewinn in der Klubgeschichte sind die St. Louis Blues (42-19-10, 66,2 Prozent Punktequote) noch nicht satt. Der amtierende Stanley-Cup-Champion schloss die Hauptrunde als bestes Team im Westen ab. Trumpf bleiben die Shutdown-Fähigkeiten der Blues, die nur 2,68 Gegentore pro Spiel (5.) sowie 29,6 Schüsse pro Partie (4.) zuließen. Vorne verfügt St. Louis über einen tief besetzten Kader und ein durchschlagskräftiges Powerplay (24,3 Prozent, 3.). Spannend wird sein, wie sich der langzeitverletzte Scharfschütze Vladimir Tarasenko (fehlte seit dem 24. Oktober wegen einer Schulterverletzung) einfügen wird. Eine der Überraschungen war David Perron (25-35-61) der knapp hinter Ryan O'Reilly (12-49-61) zweitbester Scorer der Blues wurde.

Colorado Avalanche (2., Platzierungsrunde)
Die Colorado Avalanche (42-20-8, 65,7 Prozent) beeindruckten mit Teamgeist, Zusammenhalt und Tiefe - und schafften es so, die vielen schwerwiegenden Ausfälle zu kompensieren: Mit Nathan MacKinnon, Mikko Rantanen, Andre Burakovsky und Nazem Kadri stehen vier wichtige Stürmer wieder zur Verfügung. Es ist also davon auszugehen, dass die Avalanche noch draufpacken können. Schon jetzt stellte Colorado die viertbeste Offensive (3,37 Tore/Spiel) und die sechstbeste Defensive (2,71 Gegentore/Spiel) in der NHL. Zu einer Schlüsselfigur in den Playoffs dürfte auch der deutsche Torwart Philipp Grubauer zählen, der nach einer Verletzung an der unteren Körperhälfte wieder zur Verfügung steht und sich mit Pavel Francouz um den Platz zwischen den Pfosten duelliert. Für den 28-jährigen Rosenheimer spricht vor allem seine Athletik.

COL@MIN: MacKinnon nutzt Schnelligkeit zum Tor

Vegas Golden Knights (3., Platzierungsrunde)
Die Vegas Golden Knights (39-24-8, 60,6 Prozent) haben nach dem Trainerwechsel von Gerrard Gallant zu Peter DeBoer zu alter Stärke zurückgefunden. Vegas ist vorne wieder produktiver und hinten stabiler. Der aggressive und physische Stil dürfte den Golden Knights in den Playoffs wieder zu Gute kommen. Gleiches gilt für prominent besetzten Sturm mit Spielern wie Max Pacioretty, Mark Stone, Rielly Smith, Jonathan Marchessault, William Karlsson oder Paul Stastny. Die Abwehr wurde durch die Verpflichtung von Alec Martinez noch einmal aufgewertet. Im Tor tobt ein packender Konkurrenzkampf zwischen Marc-Andre Fleury und Robin Lehner - zwei absolute Ausnahme-Goalies, die in der Platzierungsrunde jeweils zeigen wollen, warum sie der richtige Playoff-Starter sind.

Dallas Stars (4., Platzierungsrunde)
Nicht frei von Sorgen gehen die Dallas Stars (37-24-8, 59,4 Prozent) als Außenseiter in die Platzierungsspiele. Vor der Corona-Zwangspause hatten die Texaner einen Durchhänger (0-4-2). Vor allem in der Offensive drückte der Schuh: Hinter den Stars Jamie Benn und Tyler Seguin müssen sich auch weitere Stürmer konstant zeigen. Voll Verlass ist dafür auf die zweibeste Defensive der Liga (2,52 Gegentore/Spiel), die mit Miro Heiskanen, John Klingberg oder Esa Lindell auch gefährliche Blueliner aufweist. Mit Ben Bishop und Anton Khudobin hat Dallas zudem ein hochklassiges Goalie-Gespann.

Edmonton Oilers (5., Quali vs. CHI)
Die Edmonton Oilers (37-25-9, 58,5 Prozent) werden von ihren beiden Superstars Connor McDavid und Leon Draisaitl angeführt. Der Deutsche überstrahlte mit 110 Scorerpunkten (43 Tore, 67 Assists) alle, gewann als NHL-Top-Scorer die Art Ross Trophy und ist für drei weitere Awards nominiert. Doch die Oilers sind längst mehr als nur die beiden Ausnahmespieler. So wurde mit Andreas Athanasiou und Tyler Ennis im Sturm sowie mit Mike Green in der Verteidigung für die dringend benötigte Tiefe gesorgt. In der Abwehr drängte sich mit Philip Broberg zudem ein junges Talent in den Trainingscamps auf. Dass der Schweizer Mittelstürmer Gaetan Haas um einen Platz in der Aufstellung bangen muss, zeigt die vorhandene Qualität im Kader. Eine brandgefährliche Waffe ist Edmontons Powerplay, das mit 29,5 Prozent Erfolgsquote das beste Überzahl der Liga ist.

EDM@CGY: Draisaitl bedient McDavid zum PPG

Vancouver Canucks (6., Quali vs. MIN)
Die Vancouver Canucks (36-27-6, 56,5 Prozent) haben einen jungen Kern an Führungsspielern: Elias Pettersson (21), Quinn Hughes (20) oder Brock Boeser (23) sind alle noch 23 Jahre oder jünger und noch ohne jegliche Playoff-Erfahrung. Letzteres gilt übrigens auch für den allerdings schon 30-jährigen Starter Jacob Markstrom (30). Die fehlende Erfahrung soll mit einet einem schnellen, aggressiven und laufintensiven Stil ausgeglichen werden. Mit Kapitän Bo Horvat, Senkrechtstarter J.T. Miller und den nach seiner Verpflichtung voll eingeschlagenen Tyler Toffoli haben die Canucks die Produktivität auf mehrere Schultern verteilt. Vancouver stellt die achtbeste Offensive (3,25) und das viertbeste Powerplay (24,2 Prozent) der Liga.

Nashville Predators (7., Quali vs. ARI)
Auch bei den Nashville Predators (35-26-8, 56,5 Prozent) gab es einen überraschenden Trainerwechsel: John Hynes ersetzte Peter Laviolette. Unter dem neuen Coach zeigte sich Nashville defensiv stabiler, doch drückt der Schuh nach wie vor in der Offensive, die anders als in den Vorjahren deutlich weniger produzierte. Jederzeit voll Verlass aber war auf den Kapitän Roman Josi, der mit 65 Punkten Top-Scorer bei den Predators wurde. Mit Yannick Weber zählt ein weiterer Schweizer sowie mit Korbinian Holzer auch ein Deutscher zur Verteidigung. Im Tor muss sich Pekka Rinne steigern, der ernstzunehmende Konkurrenz von seinem finnischen Landsmann Juuse Saros bekam.

Calgary Flames (8., Quali vs. WPG)
Bei den Calgary Flames (36-27-7, 56,4 Prozent) stehen die Schlüsselspieler Matthew Tkachuk, Johnny Gaudreau und Sean Monahan im Fokus. Doch die Flames brauchen auch Torgefahr aus den hinteren Reihen. In diesen kommt mit Tobias Rieder auch ein Deutscher zum Zug. Der Landshuter ist Unterzahl-Experte und ein hart-arbeitender Zwei-Wege-Stürmer im System des erfolgreichen Interimstrainers Geoff Ward. In der Defensive kehren mit Noah Hanifin und Travis Hamonic zwei Verteidiger nach Verletzungen zurück. Das gilt auch für Torwart David Rittich, der mit Cam Talbot im Konkurrenzkampf steht.

Winnipeg Jets (9. Quali vs. CGY)
Über eine Menge Physis und Checking-Kraft verfügen die Winnipeg Jets (37-28-6, 56,3 Prozent). Diese Wucht haben die Kanadier nicht nur in der Defensive, zu der mit Luca Sbisa auch ein Schweizer zählt, sondern auch in der Offensive: Hier bringen die Top-Stürmer Kyle Connor, Mark Scheifele, Blake Wheeler und Patrik Laine eine Menge Torgefahr mit. Doch brauchen die Jets auch Unterstützung aus der Tiefe. Hierfür wurden etwa Stürmer Cody Eakin und Verteidiger Dylan DeMelo kurz vor der Trade-Deadline nachverpflichtet.

Winnipeg Jets: Bereit f�r mehr!

Arizona Coyotes (10., Quali vs. NSH)
Der KO-Runden-Hunger bei den Arizona Coyotes (33-29-8, 52,9 Prozent) ist riesengroß: Seit 2012 warten die Wüstenhunde auf eine Playoff-Teilnahme. Damit diese Serie nach acht Jahren reißt, geht Arizona mit einer starken Defensive (2,61 Gegentore/Spiel, 3.; 82,7 Prozent Penalty Killing, 5.) sowie zwei starken Torhütern Antti Ranta und Darcy Kuemper an den Start. Steigern müssen sich die Coyotes in der Offensive, wo es mehr Secondary Scoring braucht. Zu den namhaften Hoffnungsträgern zählen die erfahrenen Taylor Hall und Phil Kessel, die den jungen Angriff mit ihrer Erfahrung helfen sollen. Das gilt auch für das österreichische Kraftpaket Michael Grabner.

Minnesota Wild (11., Quali vs. VAN)
Eines der formstärksten Teams vor der Unterbrechung waren die Minnesota Wild (35-27-7, 55,8 Prozent). Der aufwärtstrend im State of Hockey ist eng verbunden mit dem Namen Kevin Fiala. Seit dem 4. Februar sammelte der Schweizer Stürmer 26 Scorerpunkte in 18 Spielen und wurde zum Gesicht der erfolgreichen Aufholjagd. Achillesferse der Wild ist die Defensive: 3,13 Gegentore pro Partie (23.) und ein Unterzahl-Spiel von 77,2 Prozent (25.) sind jeweils ausbaufähig. Zudem ist noch keine Entscheidung gefallen, wer das Tor hüten wird: Devan Dubnyk oder Alex Stalock, der ersteren bereits verdrängt hatte.

Chicago Blackhawks (12. Quali vs. EDM)
Bei den Chicago Blackhawks (32-30-8, 51,4 Prozent) herrscht Alarmstufe Rot auf der Torhüter-Position: Ob die verletzte Stammkraft Corey Crawford rechtzeitig fit wird, ist noch offen. Mit Malcolm Subban und Collin Delia stehen zwei Backups als Alternativen bereit. Immerhin besteht bei Verteidiger Calvin de Haan die Hoffnung auf ein Comeback. Verbessern muss sich Chicago vor allem in Sachen Powerplay (15,2 Prozent, 28.). Getragen werden die Blackhawks von den erfahrenen Stützen Patrick Kane, Jonathan Toews, Duncan Keith und Brent Seabrook, die bei den letzten drei Stanley-Cup-Siegen (2010, 2013, 2015) dabei waren. Seitdem allerdings gewann die Truppe aus Windy City keine einzige Playoff-Serie mehr.