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Frei nach dem Theaterstück von George Axelrod und der Verfilmung von Billy Wilder „Das verflixte 7. Jahr“, fällt es besonders schwer, ein seit sechs Jahren bestehendes Glück im siebten Jahr ausreichend zu würdigen.

Die Florida Panthers sind sich ihres in der Vergangenheit Erreichten durchaus bewusst, und es ist ihnen nicht der Wille abzusprechen, dass sie auch die laufende Spielzeit erfolgreich gestalten möchten. Doch momentan hängen sie diesem Vorhaben hinterher.

Seit der Saison 2019/20 (Stanley Cup Qualifikation) standen die Panthers sechsmal hintereinander in der Postseason. In den vergangenen drei Jahren zogen sie jeweils in das Stanley Cup Finale ein, das sie 2024 und 2025 für sich entscheiden konnten. Doch schon vor Beginn der Saison 2025/26 lief es in Sunrise wie verhext. Mit Kapitän Aleksander Barkov und Linksaußen Matthew Tkachuk fielen zwei ihrer drei Topscorer aus der Vorsaison verletzt aus.

Im Oktober gewann der amtierende Stanley Cup Champion gerade einmal sechs von zehn Auftritten. Und immer, wenn sie dachten, endlich die Kurve zu kriegen, setzte es weitere Rückschläge. Nach vier Niederlagen am Stück über den Monatswechsel November zu Dezember hatten die Panthers ein Zwischenhoch, während dessen ihnen neun Siege in zwölf Partien gelangen. Was folgte, waren lediglich vier doppelte Punktgewinne in zehn Spielen (4-5-1) und Platz zwölf in der Eastern Conference, außerhalb der Playoffränge.

Nach den Reisestrapazen einer sechs Partien umfassenden Auswärtstour, konnten die Panthers gegen die San Jose Sharks am Montag in der heimischen Amerant Bank Arena erstmals in dieser Saison auf die Dienste eines Leitungsträgers des Vorjahres zurückgreifen. Tkachuk, der sieben Monate zuvor in Spiel 6 des Stanley Cup Finales beim 5:1 gegen die Edmonton Oilers das Game Winning Goal zur Meisterschaft erzielt hatte, meldete sich genesen zurück.

Allerdings konnte der 28-jährige Linksaußen der Partie, die die Panthers mit 1:4 verloren, nicht seinen Stempel aufdrücken, doch er zeigt sich kämpferisch.

„Ich persönlich muss sagen, dass es eine große Erleichterung und schön war, wieder dabei zu sein. Mit der Zeit fühlte es sich besser an. Das erste Drittel war seltsam. Nichts, gar nichts, was man zuvor gemacht hat, ist mit einem echten Spiel vergleichbar. Aber im zweiten Drittel fühlte es sich etwas besser an und im dritten war es dann wieder fast wie gewohnt. Es gab ein paar Scrums zu Beginn, ein paar Checks. Das braucht man. Das ist fast wie eine letzte Überprüfung, um sicherzugehen, dass man bereit ist“, war Tkachuk nicht unzufrieden mit seinem Auftritt.

Er bekam auf Anhieb 20:58 Minuten Eiszeit und prüfte dreimal Gästetorwart Alex Nedeljkovic, der mit 35 Saves einen Sahnetag erwischt hatte. Nach der Partie gab sich der Genesene kämpferisch.

„Seien wir ehrlich, wir befinden uns derzeit überhaupt nicht in einer guten Position“, sagte Tkachuk, der sich auch verantwortlich fühlt, dies zu ändern: „Ich kann es mir nicht leisten, zurückzukommen und mich erst einmal wieder einzugewöhnen, in der Hoffnung, dass ich mich nach fünf Spielen wieder bereit fühle und helfen kann. Es muss sofort passieren. Wir liegen hinter zu vielen Teams zurück. Wir haben zu viele Punkte Rückstand. Es ist schwer, aufzuholen.“

Vielleicht ist es genau das, was den Panthers bisher gefehlt hat. Jemand, der die Krallen ausfährt, das Wort lautstark ergreift und dabei realistisch bleibt. In der hart umkämpften Eastern Conference fehlen den Panthers gerade einmal vier Punkte bis zur zweiten Wildcard. Auf diese machen sich aber noch weitere acht Teams Hoffnung. Selbst der Conference-Vorletzte, die Columbus Blue Jackets, liegen nur zwei Punkte hinter Florida.

„Leider sind wir an einem Punkt angelangt, an dem wir auf die Tabelle schauen müssen. Wir haben noch genug Spiele, um unsere eigenen Angelegenheiten zu regeln, aber wir müssen jetzt damit anfangen. Wir müssen jetzt Punkte holen. Alle Teams um uns herum sind auf Erfolgskurs. Es liegt an uns, dasselbe zu tun“, so Tkachuk.

Ein Lob erhielt der Rückkehrer von Trainer Paul Maurice. „Ich fand ihn ziemlich gut. Wir haben ihn in der zweiten Hälfte des Spiels viel eingesetzt. Also ja, wir brauchen ihn, damit er einige dieser Spielzüge, die er gemacht hat, zu Ende bringt. Wir konnten heute einfach nicht viel damit anfangen. Wir machen uns keine Sorgen um ihn. Er wird diese Verletzung nicht in die restliche Saison mitnehmen“, erklärte der Coach.

Die Panthers begeben sich nach einer Heimpartie erneut auf einen Auswärtstrip, der sie ab Donnerstag binnen vier Tagen zu den Winnipeg Jets (Do. 8 p.m. ET; Fr 2 Uhr MEZ), den Minnesota Wild (Sa. 9 p.m. ET; So 3 Uhr MEZ) und zu den Chicago Blackhawks (So. 7 p.m. ET; Mo 1 Uhr MEZ) führt.

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