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Vorschau Conference Finale im Osten

Bruins gelten als der klare Favorit, doch dieser waren die bisherigen Playoff-Gegner der Hurricanes auch schon

von Bernd Rösch @NHLde / NHL.com/de Chefautor

Die Boston Bruins qualifizierten sich mit 107 Punkten als Zweiter der Atlantic Division für die Stanley Cup Playoffs während die Carolina Hurricanes mit 99 Punkten über die erste Wildcard der Eastern Conference in die Postseason einzogen.

Die beiden Teams treten zum fünften Mal in der NHL-Playoff-Historie gegeneinander an. Vor ihrem Umzug nach Raleigh unterlagen die Hurricanes als Hartford Whalers,jeweils in der ersten Runde den Bruins in den Jahren 1990 mit 4:3-Siegen und 1991 mit 4:2-Siegen. Auch 1999 ging das Erstrunden-Aufeinandertreffen mit 4:2 an die Traditionsfranchise aus Boston. Ihren ersten Seriensieg gegen die Bruins konnten die Hurricanes im Jahre 2009 feiern, als sie mit 4:3 ins Eastern Conference Finale einzogen.

In der regulären Saison 2018/19 gewannen die Bruins zwei ihrer drei Begegnungen mit den Hurricanes (3:2, 3:5, 4:3 OT) denkbar knapp. Duelle auf Augenhöhe sind erneut zu erwarten, auch wenn es einen klaren Favorit gibt.

Der Weg ins Conference Finale

Die Bruins bekamen es in der ersten Runde mit den Toronto Maple Leafs zu tun und mussten über die volle Distanz von sieben Spielen gehen nachdem sie mit 2:3-Siegen ins Hintertreffen geraten waren. In der entscheidenden Partie nutzten die Bruins ihren Heimvorteil und feierten einen souveränen 5:1-Erfolg über den Original-Six-Rivalen.

Video: TOR@BOS, Sp7: Kuraly trifft beim Gegenzug hoch

Auch in der zweiten Runde gegen die Columbus Blue Jackets lagen die Bruins nach drei Partien mit 1:2 zurück, hatten jedoch ihre Lektion gelernt, gewannen dreimal in Folge und ließen es erst gar nicht zu einem Entscheidungsspiel kommen, das gegen sie hätte ausgehen können.

Carolina räumte mit den Washington Capitals einen vermeintlich übermächtigen Gegner in der ersten Runde aus dem Weg. Die Hurricanes lagen nach zwei Partien bereits mit 0:2 und nach fünf mit 2:3 gegen den amtierende Stanley Cup Champion hinten, doch sie gewannen auch ihr drittes Heimspiel und entschieden schließlich die Serie für sich mit einem 4:3-Sieg nach zwei Verlängerungen in der US-Hauptstadt. Deutlich weniger Kopfschmerzen bereiteten den Hurricanes ihr Zweitrunden-Gegner die New York Islanders. Vier Spiele, vier Siege und die Hurricanes hatten als erstes Team in den Playoffs 2019 ihr Ticket für das Conference Finale gelöst.

Stärken / Schwächen

Boston verfügt über einen enorm ausgeglichenen Kader. In den 13 Playoff-Partien zeichneten sich 16 verschiedene Spieler als Torschützen aus und deren 19 als Scorer. Angeführt wird das teaminterne Punkte-Ranking von Linksaußen Brad Marchand (5 Tore, 8 Assists) und Rechtsaußen David Pastrnak (6 Tore, 5 Assists). Sie bilden zusammen mit Center Patrice Bergeron nicht nur den ersten Sturm sondern auch die erste Powerplayformation der Bruins. Mit einer Erfolgsquote von 28,6 Prozent bei Überzahl und einer von 83,8 Prozent im Penalty Killing stellt Boston die besten Special Teams im bisherigen Playoff-Verlauf. Die Bruins dürfen nur nicht den Fehler begehen die Hurricanes zu unterschätzen und sollten diesmal von Serienbeginn an voll konzentriert zu Werke gehen.

Video: CAR@WSH, Sp7: Aho erzielt ein SHG gegen Holtby

Die Hurricanes können, wie schon in den ersten zwei Runden, erneut befreit aufspielen. Sie wissen jetzt auch, dass ihr System funktioniert und sie es mit jedem Gegner aufnehmen können. Die jugendliche Frische eines Sebastian Aho (4 Tore, 5 Assists) oder eines Warren Foegele (5 Tore, 4 Assists) sind Carolinas Joker und die Playoff-erprobten Routiniers wie ein Justin Williams (3 Tore, 3 Assists) oder Jordan Staal (4 Tore, 5 Assists) ihre Trümpfe. Carolina ließ im Schnitt die zweitwenigsten Gegentore aller Playoff-Teilnehmer zu (2,27). Nur ihr kommender Gegner war in diesem Punkt noch etwas besser (2,15). Einen Verbesserungsbedarf haben die Hurricanes bei den Special Teams. Bei numerischer Überlegenheit auf dem Eis verbreiteten sie wenig Angst und Schrecken (10,5 Prozent) und ihr Unterzahlspiel (75,0 Prozent) war alles andere als optimal.

Was kann die Entscheidung bringen?

Neben den Special Teams werden die Torhüterleistungen erneut eine wichtige Rolle spielen, wenn es um Sieg oder Niederlage geht.

Bei allen Spielen der Bruins stand Tuukka Rask (2,02 GAA; 93,8 Prozent Fangquote) im Kasten und machte von Partie zu Partie einen immer stärkeren Eindruck. Beim letzten Auftritt gegen die Blue Jackets kam der finnische Schlussmann sogar zu einem Shutout, dem sechsten in seiner NHL-Playoff-Karriere.

 

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Carolina musste während des Playoff-Verlaufs auf der Torhüterposition eine Veränderung vornehmen, da sich ihr Stammgoalie Petr Mrazek in Spiel 2 gegen die Islanders verletzte. Für ihn kam der 35-jährige Curtis McElhinney (1,56 GAA; 94,7 Prozent Fangquote) zu seinen ersten Playoff-Einsätzen und verrichtete seinen Dienst solide. Mit den Bruins wartet auf ihn jedoch eine Herausforderung anderen Kalibers als es die eher defensiv ausgerichteten Islanders gewesen waren.

Und wer gewinnt?

Boston ist der klare Favorit auf den Einzug in das Stanley Cup Finale, doch die ersten zwei Runden haben bereits mehrfach gezeigt, dass Stanley Cup Playoffs einem Überraschungs-Ei ähneln - letztendlich weiß man nie was in ihm steckt und rauskommt.

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