Denis wurde im Sommer 2000 zu den Columbus Blue Jackets getradet und ab diesem Zeitpunkt fungierte Aebischer als Backup von Roy. Am Ende seiner ersten NHL-Saison stand der Gewinn des Stanley Cups 2001, als erster Vertreter seines Landes. Ein überragendes Erlebnis, dass der heute 42-jährige Funktionär vom HC Fribourg-Gottéron nicht missen möchte.
Es folgten zwei weitere Spielzeiten hinter Roy, ehe er den Kanadier, nach dessen Rücktritt 2003, zur Saison 2003/04 sogar als Nummer 1 beerbte. Die Fußstapfen waren groß, doch zunächst lief es ganz gut für Aebischer. 62 Spiele mit einer Bilanz von 32-19-9, einem Gegentorschnitt von 2,09 und einer Fangquote von 92,4 Prozent standen zu Buche. In den Playoffs folgte für die erfolgsverwöhnte Organisation das Aus bereits in der zweiten Runde, obwohl Aebischer seine guten Statistiken bestätigen konnte. Als sich seine Zahlen in der Saison 2005/06 etwas verschlechtert hatten (GAA 2,98, 90,0 %) und das Team an sich einbrach, tauschten ihn die Avalanche zur NHL Trade Deadline im März 2006 gegen Jose Theodore von den Montreal Canadiens ein.
Es dauerte acht Jahre, bevor wieder etwas Deutsch in Denver gesprochen wurde. Am 5. März 2014 holten die Avalanche Torhüter Reto Berra von den Florida Panthers. Allerdings kam der gebürtige Bülacher nie über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus und wurde bis zu seinem Abgang im Juni 2016 nur in 35 NHL-Spielen eingesetzt. Der Weg des Schweizers führte zurück nach Florida, ehe seine NHL-Zeit bei den Anaheim Ducks 2018 endete. Heute spielt Berra interessanterweise unter dem Vorgesetzten Aebischer in Fribourg.
Ähnliches: [Jochen Hecht setzte sich einst bei den Blues durch]
Auch der dritte Schweizer im Bunde bei den Avalanche konnte sich nicht wirklich durchsetzen. Stürmer Sven Andrighetto kam am 1. März 2017 von den Canadiens nach Denver, und der Auftakt verlief für ihn zunächst vielversprechend. Er verbuchte 16 Punkte (5 Tore, 11 Assists) in den verbleibenden 19 Spielen und unterschrieb im Anschluss der Saison einen Vertrag über weitere zwei Jahre. Allerdings hatte Andrighetto, der ohne Zweifel Potenzial besitzt, mit Verletzungen zu kämpfen und so endete die Zusammenarbeit 2018/19 nach 133 Spielen mit 55 Punkten (20 Tore, 35 Assists).
Im Sommer 2018 wechselte Philipp Grubauer zu Colorado, als dritter deutschsprachiger Torhüter in der Geschichte der Avalanche. Der langjährige Backup der Washington Capitals kam als frischgebackener Stanley Cup Sieger mit dem Ziel, endlich die Nummer 1 in einem NHL-Team zu werden. Dies gelang dem Rosenheimer spätestens in den Playoffs 2019, in denen er die etatmäßige Nummer 1 der Avalanche seit 2011 Semyon Varlamov verdrängte und dessen auslaufender Vertrag nicht verlängert wurde.
Seitdem ruhen die Hoffnungen darauf, dass es Grubauer gelingt, an die großen Zeiten von Roy anzuknüpfen und dass er die Avalanche wieder zu einem Stanley Cup führt. Es wäre eine interessante Randnotiz, dass in einem solchen Fall zum dritten Mal ein deutschsprachiger Spieler an Colorados Meisterschaften beteiligt wäre.