Mammoth Preview 9-15

Vor dem Start der NHL Preseason 2026/27 am 19. September bietet NHL.com/de einen detaillierten Einblick in jedes Team.

In dieser Ausgabe: Utah Mammoth

Die Utah Mammoth haben in ihrer zweiten NHL-Saison erstmals die Stanley Cup Playoffs erreicht. Mit 92 Punkten und einer Bilanz von 43-33-6 belegte Utah 2025/26 den ersten Wildcard-Platz in der Western Conference. In der Ersten Runde war allerdings nach sechs Spielen gegen die späteren Finalisten Vegas Golden Knights Schluss. Vor der neuen Saison stellt sich deshalb die Frage, ob die Mammoth den nächsten Schritt schaffen können.

General Manager Bill Armstrong setzte im Sommer ein deutliches Zeichen. Mit Vincent Trocheck kam ein erfahrener Center von den New York Rangers nach Utah. Der 33-Jährige erzielte vergangene Saison 53 Punkte (16 Tore, 37 Assists) in 67 Spielen und soll vor allem in der Mitte für mehr Stabilität sorgen. Dazu verpflichteten die Mammoth den früheren Islanders-Kapitän Anders Lee. Der 36-Jährige brachte es zuletzt auf 42 Punkte (19 Tore, 23 Assists) in 82 Spielen und soll mit Physis, Erfahrung und Präsenz vor dem Tor helfen.

Auch im Tor gab es eine wichtige Veränderung. Sebastian Cossa kam aus Detroit und soll Druck auf Karel Vejmelka ausüben. Auf der anderen Seite verloren die Mammoth mit JJ Peterka einen wichtigen jungen Offensivspieler. Der Deutsche erzielte 25 Tore und 47 Punkte in 82 Spielen und wechselte zu den Boston Bruins.

An Clayton Keller führt in Utah weiterhin kein Weg vorbei. Der Kapitän führte die Mammoth 2025/26 mit 88 Punkten (26 Tore, 62 Assists) an. Nick Schmaltz folgte mit 74 Punkten (33 Tore, 41 Assists), während Dylan Guenther mit 73 Punkten (40 Tore, 33 Assists) ebenfalls eine starke Saison spielte.

VGK@UTA, GM 4: Keller zeigt alle seine Fähigkeiten bei einem kuriosen Traumtor

Gerade Guenther hat sich damit zu einem wichtigen offensiven Faktor entwickelt. Der 23-Jährige führte Utah sogar bei den Toren an. Dahinter gehören Lawson Crouse und Logan Cooley ebenfalls zu den Spielern, die für zusätzliche offensive Qualität sorgen sollen.

Native Outlook: Die DACH-Spieler der Mammoth

In Utah ist die DACH-Perspektive in dieser Saison überschaubar. Mit Gregor Biber gehört ein österreichischer Verteidiger zur Organisation. Der 20-Jährige wurde 2024 in der vierten Runde an 98. Stelle gedraftet und wechselte nach drei Jahren bei Rögle BK in Schweden zum AHL-Team Tucson Roadrunners.

Biber steht damit vor allem vor der Aufgabe, sich über die AHL für höhere Aufgaben zu empfehlen. NHL-Erfahrung besitzt der Linksschütze bislang noch nicht. Für den 1,90 Meter großen Verteidiger geht es deshalb zunächst darum, sich in Nordamerika zu etablieren und die Verantwortlichen in Utah von seinen Fähigkeiten zu überzeugen.

Der bekannteste Spieler aus dem deutschsprachigen Raum ist dagegen inzwischen Geschichte. Peterka absolvierte 2025/26 alle 82 Hauptrundenspiele für Utah und kam auf 25 Tore und 22 Assists. Sein Wechsel nach Boston hinterlässt entsprechend eine Lücke, die mehrere Spieler gemeinsam schließen müssen.

Voraussichtliche Aufstellung:

Lawson Crouse – Nick Schmaltz – Clayton Keller

Anders Lee – Logan Cooley – Dylan Guenther

Barrett Hayton – Vincent Trocheck – Michael Carcone

Jack McBain – Kevin Stenlund – Brandon Tanev

Mikhail Sergachev – Mackenzie Weegar

Nate Schmidt – John Marino

Dmitri Simashev – Andrew Peeke

Karel Vejmelka

Sebastian Cossa

Extras: Kailer Yamamoto, Daniil But, Maveric Lamoureux

Top-Talent, auf das es zu achten gilt

Caleb Desnoyers (C) - Der 19-jährige Center könnte in dieser Saison den nächsten großen Schritt machen. Desnoyers wurde 2025 an vierter Stelle gedraftet und überzeugte anschließend als Kapitän der Moncton Wildcats. In der vergangenen Saison kam er in 45 Spielen auf 78 Punkte (22 Tore, 56 Assists) und sammelte in den Playoffs weitere 25 Punkte in 21 Partien.

Desnoyers bringt Spielverständnis, präzises Passspiel und Geschwindigkeit mit und passt damit gut zum offensiven Ansatz der Mammoth. Nach seiner starken Entwicklung im Juniorenbereich soll er nun den nächsten Schritt Richtung NHL machen. Utah verfügt ohnehin über einen jungen Kern mit Guenther und Cooley. Ein Durchbruch von Desnoyers könnte der Offensive zusätzliche Tiefe verleihen.

Was eine erfolgreiche Saison ausmacht

Die Mammoth haben mit Keller, Schmaltz, Guenther, Sergachev und Vejmelka bereits eine starke Basis. Dazu kommen mit Trocheck und Lee zwei erfahrene Spieler, die Utah nach dem ersten Playoff-Auftritt mehr Stabilität geben sollen. Gerade die Mischung aus jugendlicher Dynamik und zusätzlicher Erfahrung könnte sich als entscheidend erweisen.

Vejmelka bleibt dabei der große Rückhalt. Der Tscheche gewann vergangene Saison 38 Spiele und kam in 64 Einsätzen auf einen Gegentorschnitt von 2,75 und eine Fangquote von 89,7 Prozent. Mit Cossa steht nun ein junger Torhüter bereit, der ihn entlasten und langfristig möglicherweise sogar herausfordern kann.

MIN@UTA: Vejmelka streckt sich und stoppt Boldy mit dem Schoner

Verbesserungspotenzial gibt es vor allem bei den Special Teams und am Bullypunkt. Utah kam beim Powerplay auf 20 Prozent und beim Penalty Killing auf 78,1 Prozent. Die Faceoff-Quote von 49,2 Prozent war ebenfalls ausbaufähig. Trocheck könnte hier mit seiner Stärke am Anspielpunkt helfen.

Die Mammoth wollen zudem körperlich zulegen, ohne ihre größte Stärke aufzugeben: Geschwindigkeit. Trainer Andre Tourigny setzt auf aggressives Eishockey und schnelles Umschaltspiel. Spieler wie Keller, Guenther und Cooley stehen für dieses Tempo, während Lee und weitere physisch starke Spieler für mehr Robustheit sorgen sollen.

Die Voraussetzungen für eine erneute Playoff-Teilnahme sind deshalb vorhanden. Die Central Division bleibt allerdings hart umkämpft. Utah dürfte wieder um die Postseason kämpfen. Ob diesmal mehr als eine Runde möglich ist, hängt vor allem davon ab, wie gut die jungen Leistungsträger mit der zusätzlichen Erfahrung der Neuzugänge zusammenfinden.

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