Die Utah Mammoth haben den New York Rangers am Montag eine gehörige Abkühlung verpasst. Nachdem die Rangers mit ihrem beeindruckenden 5:1-Erfolg im 2026 Discover NHL Winter Classic bei den Florida Panthers am vergangenen Freitag die Eishockeywelt tief beeindruckt hatten, mussten sie sich den Mammoth im heimischen Madison Square Garden mit 2:3 nach Verlängerung geschlagen geben.

Durzi wird zum Overtime-Helden

Held des Abends war bei den Gästen Sean Durzi. Der Verteidiger war nicht nur mit dem Glück im Bunde, als sein Team spät im dritten Drittel eine von ihm verursachte Strafzeit schadlos überstand, sondern wurde in der Verlängerung selbst zum gefeierten Akteur. Nach 1:06 Minuten in der fälligen Extraschicht erzielte Durzi den Siegtreffer und widmete diesen seinem kürzlich verstorbenen Großvater.

In der entscheidenden Szene lief Durzi zum Tor, Nick Schmaltz fand ihn am rechten Pfosten, wo er den Puck nur noch über die Linie schieben musste. Zuvor hatte Lawson Crouse den Puck im Slot erfolgreich behauptet, ihn herausgezogen und Schmaltz im linken Anspielkreis bedient.

„Dass ,Crouser‘ diesen Zweikampf gewonnen hat, war ein entscheidender Spielzug. Und dann hat Nummer 8 (Schmaltz) Augen auf allen Seiten seines Kopfes, sodass ich wusste, dass er mich finden würde, wenn ich mich freilaufe“, schilderte Durzi die Aktion im Rückblick. „Ein knackiger, harter Pass – und der Rest ist Geschichte.“

Schmaltz’ Vorlage war zugleich sein 100. Punkt im Trikot von Utah (34 Tore, 66 Assists).

Überstandene Unterzahl als Wendepunkt

Die Mammoth schafften es überhaupt nur in die Verlängerung, weil sie Durzis Strafe wegen Hakens gegen Mika Zibanejad 3:14 Minuten vor Ende der regulären Spielzeit unbeschadet überstanden. Die Rangers hatten zuvor bereits zwei Powerplay-Tore erzielt, doch Utah ließ in dieser kritischen Phase nur einen Torschuss zu, während Durzi auf der Strafbank saß.

„Ich möchte nicht zu rührselig werden, aber ich habe vor ein paar Wochen meinen Großvater verloren und auf der Strafbank ein kleines Gebet gesprochen, in der Hoffnung, dass er uns dort den Rücken stärkt“, zeigte sich Durzi bewegt. „Ich versuche, nicht emotional zu werden, wenn ich diesen Siegtreffer in der Verlängerung ihm widme, aber er war ein sehr wichtiger Mensch in meinem Leben. Deshalb war es schön, dieses Tor für ihn zu erzielen.“

UTA@NYR: Durzi trifft in der Overtime zum Sieg

Ausgeglichenes Team, wichtiger Auswärtssieg

Dylan Guenther und Michael Carcone erzielten die weiteren Tore für Utah. Torhüter Karel Vejmelka parierte 22 Schüsse der Rangers. Die Mammoth (20-20-3) feierten damit ihren zweiten Sieg während der drei Spiele umfasenden Auswärtsreise, nachdem sie am Donnerstag die New York Islanders mit 7:2 besiegt hatten und am Samstag mit 1:4 bei den New Jersey Devils unterlegen waren.

„Diese Reise war wichtig für uns, und es macht einen großen Unterschied, ob wir mit einem oder mit zwei Siegen nach Hause zurückkehren“, sagte Utahs Trainer André Tourigny. „Jetzt spielen wir zehn der letzten 14 Spiele vor der Olympiapause zu Hause. Wir sind das Team mit den meisten Auswärtsspielen in der Liga (26). Nun haben wir die Chance, alles auszugleichen und zu zeigen, wer wir sein wollen. Das war ein sehr wichtiger Sieg für uns.“

Verletzungsschock bei den Rangers

Auf der Gegenseite mussten die Rangers nicht nur die unsanfte Landung nach dem emotionalen Hoch durch das kürzlich gewonnene Freiluftspiel verkraften. Torhüter Igor Shesterkin verließ die Begegnung gegen Utah aufgrund einer Verletzung am Unterkörper bereits in der 13. Minute des ersten Drittels und kehrte nicht mehr zurück. Shesterkin, der bis dahin neun Paraden gezeigt hatte, konnte sein linkes Bein nach der Szene kaum belasten und musste vom Eis sowie durch den Tunnel in den Kabinentrakt getragen werden.

Jonathan Quick ersetzte ihn und zeigte anschließend 14 Paraden. Rangers-Trainer Mike Sullivan erklärte, Shesterkin werde nach dem Spiel noch genauer untersucht.

„Es gibt bestimmte Spieler, die ein Team antreiben, und er ist einer von ihnen für uns“, sagte Sullivan. „Er ist ein Elite-Spieler auf seiner Position, einer der besten der Liga. Wenn man einen solchen Spieler für längere Zeit verliert, ist es sehr schwer, ihn zu ersetzen.“

UTA@NYR: Lafrenière trifft in Überzahl zum 1:0

Führung verspielt, drittes Drittel als Knackpunkt

Da tröstete es die New Yorker nur wenig, dass Vincent Trocheck und Alexis Lafrenière jeweils ein Powerplay-Tor erzielten. Artemi Panarin und Mika Zibanejad verbuchten jeweils zwei Assists für die Rangers (20-18-6). Der erste Auftritt nach dem Winter Classic verlief damit ernüchternd.

Die Rangers gingen mit einer 2:1-Führung in das dritte Drittel, doch Sullivan bemängelte die Intensität seiner Mannschaft in der Anfangsphase des Schlussabschnitts. Utah kam dadurch besser ins Spiel, was im Ausgleich durch Carcone in der 47. Minute mündete.

„Wir hatten einige gute Wechsel im dritten Drittel, aber das reichte bei Weitem nicht, um die Führung zu verteidigen oder offensiver zu agieren“, meinte Zibanejad. „Das ist etwas, das wir besser machen müssen.“

Fast in Vergessenheit geriet dabei, dass Lafrenière New York in der 29. Minute im Powerplay mit 1:0 in Führung gebracht hatte. Guenther glich in der 33. Minute aus, als er seinen eigenen Rebound verwertete, nachdem Panarin an der blauen Linie den Puck verloren hatte. Trocheck stellte in der 37. Minute im 5-gegen-3-Überzahlspiel die erneute Führung her, als er Panarins Schuss von oberhalb des linken Kreises entscheidend abfälschte. Doch Carcone antwortete in der 47. Minute mit einer starken Einzelleistung zum 2:2.

„Am besten hat mir gefallen, wie wir im dritten Drittel reagiert haben – das Tempo, der Elan und die Entschlossenheit“, freute sich Tourigny. „Wir haben einen Weg gefunden, wichtige Tore zu erzielen und dieses Spiel zu gewinnen.“

Verwandte Inhalte