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NHL.com/de diskutiert über das Ende der Wechselfrist

Noch ein Monat bis zur Trade Deadline. Was erwartet uns? Unsere Autoren haben das im Writers' Room diskutiert.

von NHL.com/de @NHLde

Während der Saison 2019/20 wird das Team von NHL.com/de jeden Samstag in der Rubrik "Writers' Room" wichtige Themen der Liga diskutieren und analysieren. In dieser Ausgabe: Was erwartet uns in diesem Jahr zur Trade Deadline?    

Am 24. Februar 2020 endet das aktuelle Wechselfenster in der NHL. Das heißt, die 31 Teams müssen sich bis dahin entscheiden, ob sie womöglich noch Neuverpflichtungen vornehmen, oder aber ob sie vielleicht lieber einige namhafte Spieler mit im Sommer auslaufenden Verträgen gegen junge Talente oder Draft-Picks tauschen.

In der Vergangenheit haben sich zu dieser Jahreszeit schon häufig entscheidende Spielerwechsel ergeben. Auch prominente Akteure wurden schon häufiger einem neuen Arbeitgeber übergeben. 

So verpflichteten etwa in den vergangenen Spielzeiten die Washington Capitals Kevin Shattenkirk von den St. Louis Blues (2017), die New York Rangers Eric Staal von den Carolina Hurricanes (2016), die Rangers Martin St. Louis von den Tampa Bay Lightning (2014), die Florida Panthers Roberto Luongo von den Vancouver Canucks (2014), die Pittsburgh Penguins Bill Guerin von den New York Islanders (2009), oder auch die Penguins Marian Hossa von den Atlanta Thrashers (2008). Diese Wechsel stehen exemplarisch als Erinnerung an schon stürmische Zeiten zu diesem Datum.

Auch derzeit werden diverse Namen als mögliche Wechselkandidaten gehandelt und wird rund um die Teams intensiv spekuliert. Unter den diskutierten Akteuren sind Chris Kreider (New York Rangers), Jason Zucker (Minnesota Wild), Mikael Granlund (Nashville Predators), Tyler Toffoli (Los Angeles Kings), Craig Smith (Nashville), Zach Borgosian (Buffalo Sabres), Alex Galchenyuk (Pittsburgh Penguins), Ilya Kovalchuk (Montreal Canadiens), Craig Anderson (Ottawa), Corey Crawford (Chicago Blackhawks) oder Brandon Saad (Chicago).

Welche der denkbaren Trades und Geschichten werden uns in diesem Jahr in Atem halten? Mit was rechnen unsere Autoren? Wie schätzen sie die aktuelle Lage ein. Hier ein paar Statements zur nahenden Trade Deadline:

Christian Rupp: Bei vielen Klubs werden erst die nächsten Wochen entscheiden, ob sie zur Trade-Deadline als Verkäufer oder Käufer auftreten. Zu diesen Mannschaften zählen etwa die Buffalo Sabres, Montreal Canadiens und New York Rangers im Osten sowie Minnesota Wild, Nashville Predators und San Jose Sharks im Westen. Sollten sich die Playoff-Hoffnungen bei diesen Teams zerschlagen, werden sie wohl noch Spieler abgeben. Das gilt sowieso für die bereits abgeschlagenen Detroit Red Wings, New Jersey Devils, Ottawa Senators, Los Angeles Kings und Anaheim Ducks. 

Besonders begehrt sind zur Trade-Deadline Spieler, deren Verträge am Saisonende auslaufen und die an ihrem aktuellen Standort nicht verlängern wollen. Für den abgebenden Verein ist das die Chance, einen Gegenwert in Form von Draft-Picks zu erhalten, um sich für die Zukunft aufzustellen. Für die aufnehmende Organisation ist es dagegen die Chance auf eine Verstärkung für die Playoffs. So könnten Ende Februar noch prominente Namen die Seiten wechseln. 

Besonders spannend sind für mich die Personalien Joe Thornton und Patrick Marleau. Beide befinden sich wohl in ihrem letzten Karrierejahr und scheinen es mit den Sharks nicht in die Playoffs und damit auch nicht zum lang ersehnten Stanley Cup zu schaffen. Wird der Titel-Traum etwa doch noch fernab von San Jose realisiert? Es könnte die letzte Chance sein...

Robin Patzwaldt: Natürlich ist das eine aufregende Zeit für alle Eishockeyfreunde, in der immer besonders viele Wechsel durchgeführt werden, die das Gesicht vieler Teams im Detail verändern. Ich tue mich jedoch etwas schwer damit, dem eine ganz besonders große Bedeutung zuzumessen. 

NHL-Teams bestehen aus weit mehr als 20 Leuten, die stets ein recht fragiles Mannschaftsgefüge bilden. Besonders erfolgreiche Mannschaften zeichnen sich im Regelfall durch ein besonderes Miteinander aller Beteiligten aus. 

Natürlich ist es sinnvoll, einen Kader vor der Deadline noch punktuell zu verändern, doch ist die Sache aus meiner Sicht im Rückblick dann häufig gar nicht so entscheidend, wie viele im Vorfeld annehmen. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass auch ich an diesen Wechseln immer eine Heidenspaß habe und gerne über das Geschehen mitdiskutiere. 

Vor diesem Hintergrund bin ich persönlich besonders gespannt darauf, was sich in den kommenden Tagen und Wochen bei den New York Islanders und den Los Angeles Kings tun wird. Beide Organisationen stehen aktuell ja an ziemlich entgegengesetzten Punkten in ihrer Entwicklung. Während die Islanders sich sicherlich im Detail zu verstärken versuchen werden, dürfte in Los Angeles ein Neuaufbau ins Haus stehen, werden womöglich einige namhafte Spieler abgegeben. Für welche Transaktionen sich die Verantwortlichen in beiden Lagern konkret entscheiden, darauf bin ich sehr gespannt. 

Axel Jeroma: Ich will die Spekulationen auf ein paar Spieler aus Deutschland, der Schweiz und Österreich ausweiten. Für einen Trade in Frage kommen könnten beispielsweise Michael Grabner von den Arizona Coyotes und Sven Bärtschi von den Vancouver Canucks. Grabner hat seinen Stammplatz in Glendale eingebüßt, seit sich das Team mit Taylor Hall von den New Jersey Devils verstärkt hat und nun auf dem linken Flügel ein Überangebot an Spielern besitzt. Sollten die Coyotes für die entscheidende Saisonphase noch Bedarf an zusätzlichen Kräften auf anderen Positionen haben, wäre der Österreicher sicherlich ein Kandidat für einen Tausch. Es müsste sich allerdings ein Franchise finden, das bereit und in der Lage ist, den noch bis Ende 2020/21 laufenden und mit über drei Millionen Dollar jährlich dotierten Vertrag zu übernehmen.

Bärtschi befindet sich in einer vergleichbaren Situation. Trotz starker Leistungen in der AHL-Filiale in Utica scheint er bei den Canucks keine Rolle mehr zu spielen. In der laufenden Spielzeit kam er nur zu sechs NHL-Einsätzen. Der bislang letzte datiert vom 19. November. Der Schweizer hat in Vancouver ebenfalls noch ein gültiges Arbeitspapier bis zum Ablauf der Saison 2020/21 und verdient wie Grabner mehr als drei Millionen Dollar pro Jahr.

Sowohl Grabner als auch Bärtschi sind für jene Teams interessant, die über genügend finanziellen Spielraum im Hinblick auf den Salary Cap verfügen, einen gestandenen Stürmer suchen, dabei aber das Risiko einer allzu langen Liaison scheuen.

Ohne einen Vertrag über die aktuelle Saison hinaus sind die Deutschen Thomas Greiss und Tom Kühnhackl von den New York Islanders, Tobias Rieder von den Calgary Flames und Korbinian Holzer von den Anaheim Ducks. Sie erfüllen damit zwar ein gefragtes Kriterium für einen Wechsel bei der Trade Deadline, aber ehrlich gesagt erwarte ich nicht, dass sie am 24. Februar einen neuen Arbeitgeber bekommen werden. Vor allem nicht Greiss, der als Torhüter eine Schlüsselstelle bei den Islanders besetzt.

Christian Treptow: Ich liebe die Trading Deadline. Welcher Verein erklärt die Saison für beendet und beginnt mit dem Neuaufbau? Welches Team will's wissen und rüstet mit einem Superstar noch mal richtig nach? Das finde ich sehr spannend. 

Über den sportlichen Wert der Wechsel kann man sicherlich streiten. Nicht jeder Superstar in einem neuen Trikot erfüllt auch die Erwartungen. 

In diesem Jahr schaue ich besonders bei drei Franchises ganz genau hin. Bei den Colorado Avalanche und den Boston Bruins. Die beiden Teams haben es mir in der NHL ganz besonders angetan. Bei den Avalanche hat General Manager Joe Sakic vor der Saison einen guten Job gemacht und das Team in der Tiefe in der Offensive gut verstärkt. In der Verteidigung sehe ich allerdings noch Luft nach oben. Die Bruins sehe ich gut aufgestellt. Sollte sich allerdings jemand verletzen, bin ich sicher, dass auch dort reagiert wird. 

Das dritte Team, auf das ich gespannt bin, sind die San Jose Sharks. Wenn die Sharks aus dem Rennen um die Playoffplätze sind, was passiert dann mit Joe Thornton und Patrick Marleau? Suchen sie eine letzte Möglichkeit, den Cup zu gewinnen? Und wem helfen sie weiter? Wer würde sich ein solches Alpha-Tier in den Kader holen und ein bestehendes Gefüge sprengen? Die Pittsburgh Penguins? Die Florida Panthers? Und wenn Marleau und Thornton weg sind, machen die Sharks dann großen Schlussverkauf? Geben sie auch noch zum Beispiel Evander Kane ab und holen sich ein paar Draftpicks, um den Neuaufbau voranzutreiben? Ende Februar sind wir alle schlauer.

Robin Patzwaldt: Unsere Beiträge hier zeigen ja schon, wie zahlreich die Möglichkeiten und Spekulationen quer durch die Liga sind. Ich denke, wir sind uns einig alle darüber, dass das ein paar besonders spannende Tage und Wochen werden, bis sich das Transferfenster in der NHL am 24. Februar 2020 für diese Saison schließen wird. 

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