Nico Sturm 5.31.22

Im Vorfeld der NHL Free Agency, die am 13. Juli 2022 beginnen wird, wirft NHL.com/de einen Blick auf die Bedürfnisse, die die Teams vor Beginn der Zeichnungsfrist haben. Heute steht die Central Division im Fokus.

Arizona Coyotes
Video: ARI@SEA: Kessel umkurvt Torwart und trifft
Die Coyotes drückt vor allem in der Offensive der Schuh. In über ein Drittel aller Partien der zurückliegenden Saison gelang der Mannschaft entweder gar kein Treffer oder nur einer. Dass sich damit keine Erfolge erzielen lassen, liegt auf der Hand. Das Problem würde sich noch vergrößern, wenn sich Phil Kessel, der letztjährige teaminterne Topscorer (63 Punkte in 67 Spielen), eine neue Bleibe sucht. Er wird neben acht weiteren Akteuren der Coyotes am 13. Juli zum Unrestricted Free Agent (UFA), wenn es nicht vorher zu einer Einigung kommt. Arizona benötigt aber unabhängig vom Ausgang der Verhandlungen mit Kessel mindestens zwei, drei zusätzliche dynamische Stürmer, die über Abschlussqualitäten verfügen.
Chicago Blackhawks
General Manager Kyle Davidson ist in keiner beneidenswerten Lage. Er muss einen radikalen Neuaufbau gestalten, um das Team mittelfristig wieder wettbewerbsfähig zu machen. In diesem Zusammenhang mutet es jedoch seltsam an, dass die Blackhawks jüngst mit Alex DeBrincat (zu den Ottawa Senators) und Kirby Dach (zu den Montreal Canadiens) ausgerechnet zwei junge und in der Liga etablierte Angreifer im Tausch für ein paar Draftpicks abgaben. Dabei bräuchte der sechsfache Stanley Cup Champion dringend Verstärkung durch Cracks mit NHL-Erfahrung, und das auf allen Positionen. Von daher dürften die Blackhawks in der bevorstehenden Free Agency mit zu den aktivsten Klubs gehören.
Colorado Avalanche

Sturm 5.31.22

Das Mobiltelefon wird für General Manager Joe Sakic in den nächsten Tagen ohne Frage zum wichtigsten Gebrauchsgegenstand. Die Liste der UFAs im Lager des amtieren Stanley Cup Siegers ist lang. Sie umfasst unter anderem die Namen Darcy Kuemper, Andre Burakovsky, Nazem Kadri, Valeri Nichushkin, Josh Manson, Nico Sturm, Ryan Murray, Jack Johnson und Darren Helm. Insgesamt 14 Akteure aus dieser Kategorie sind Stand heute zur neuen Saison noch ohne Vertrag. Von deren Verbleib oder Abgang hängt entscheidend ab, in welchen Bereichen sich Lücken bei Colorado auftun, die durch Neuzugänge während der Free Agency geschlossen werden müssen.
Dallas Stars
Die Stars gehören zu einer Reihe von Teams in der Liga, die sich mit Torhüterfragen beschäftigen müssen. Stammkeeper Jake Oettinger wartet als Restricted Free Agent (RFA) auf eine passende Offerte und der Vertrag von dessen Stellvertreter Braden Holtby (UFA) läuft ebenfalls aus. Geht Holtby, benötigen die Stars auf jeden Fall einen Ersatzmann. Gleiches gilt für Defensivspieler John Klingberg, dessen Kontrakt nach sieben Jahren endet. Wenig Hoffnung auf einen Verbleib darf sich Rechtsaußen Alexander Radulov nach seiner enttäuschenden Saison machen. Ob Linksaußen Michael Raffl noch einmal für Dallas aufläuft, ist ebenso fraglich. Die Notwendigkeit, den ein oder anderen Stürmer für die hinteren Reihen einzukaufen, dürfte deshalb für die Stars bestehen.
Minnesota Wild
Eine dicke Kuh im übertragenen Sinne schaffte General Manager Bill Guerin rechtzeitig vor Beginn der Free Agency vom Eis. Der Klub verständigte sich mit Torhüter Marc-Andre Fleury auf einen neuen Zweijahresvertrag. Der potentielle UFA stand bei etlichen Konkurrenten auf dem Wunschzettel. Nun bildet er weiterhin mit Cam Talbot das Goalie-Tandem in St. Paul. Passenden Ersatz finden muss Guerin dagegen für den zu den Los Angeles Kings transferierten Kevin Fiala. Der St. Galler hatte 2021/22 mit 85 Punkten (33 Tore, 52 Assists) in 82 Spielen seine Outbreak-Saison. Diese Ausbeute ist vom Rest der an sich gut bestückten Offensive nicht so mir nichts, dir nichts zu kompensieren. Sollte es auch mit Verteidiger Jordie Benn zu keiner Einigung auf einen Anschlussvertrag kommen, müssten sich die Wild zusätzlich nach einem erfahrenen Blueliner umsehen.
Nashville Predators
Eine Personalangelegenheit beschäftigt General Manager David Poile dieser Tage ganz besonders. Es geht um die Erneuerung des Arbeitspapiers von Flügelstürmer Filip Forsberg. Ist das vor Öffnung des Spielermarktes in trockenen Tüchern, werden die Predators eine geruhsame Free Agency verbringen. Das Gerüst des Kaders steht, die Mischung aus routinierten Kräften und jungen Talenten stimmt ebenfalls. Mit der Verpflichtung von Verteidiger Ryan McDonagh bei einem Trade mit den Tampa Bay Lightning hat Nashville zudem das Defensivcorps durch einen mit allen Wassern gewaschenen Verteidiger verstärkt. Er soll Roman Josi die nötige Entlastung verschaffen.
St. Louis Blues

CBJ@TOR: Campbell streckt sich für tollen Save

Nach dem Weggang von Schlussmann Ville Husso zu den Detroit Red Wings benötigen die Blues einen neuen Partner für Jordan Binnington. Sollten sie nach einem reinen Backup suchen, dürften sie bei der Free Agency fündig werden. Schwieriger wird es, wenn es eine Nummer 1b sein soll. Die dafür in Frage kommenden Torleute Kuemper, Holtby oder Jack Campbell sind auch bei der Konkurrenz begehrt. Darüber hinaus werden die Verantwortlichen von St. Louis alles daransetzen, um UFA-Stürmer David Perron vom Bleiben zu überzeugen. Wenn das klappt, besteht keine Notwendigkeit für weitere Investitionen in die Spitze des Kaders.
Winnipeg Jets
Die Jets sind vor Beginn der Free Agency in einer komfortablen Situation. Paul Stastny ist der einzige UFA mit Rang und Namen, der aktuell zur Disposition steht. Über mangelnde Arbeit braucht sich General Manager Kevin Cheveldayoff dennoch nicht beklagen. Er muss nach Lage der Dinge für 14 RFAs ein qualifiziertes Angebot abgeben. Dazu zählen unter anderem Angreifer Pierre-Luc Dubois und Verteidiger Leon Gawanke. Da das Gros der Leistungsträger noch länger gebunden ist, sind von Winnipeg keine Blockbuster-Verpflichtungen im Sommer zu erwarten. Etwaige Transfers dürften lediglich dazu dienen, die Tiefe in einzelnen Mannschaftsteilen zu verbessern. Eventuell hat auch noch der neue Trainer Rick Bowness den ein oder anderen Spielerwunsch.
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