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Tyler Moy profitiert vom Wechsel in die Schweiz

Der talentierte US-Amerikaner will die National League als Sprungbrett für die NHL nutzen

von Axel Jeroma @NHLde / NHL.com/de Freier Autor

Die Schweizer National League hat sich in den vergangenen Jahren zu einem guten Pflaster für Spieler aus Nordamerika entwickelt. In den zwölf Mannschaften tummeln sich viele ehemalige NHL-Profis und darüber hinaus auch vielversprechende Talente, denen die oberste Klasse der Schweiz als Sprungbrett für eine NHL-Karriere dienen soll. Zur zweiten Kategorie zählt Tyler Moy vom Lausanne HC. Der 24 Jahre alte Angreifer wurde 2015 von den Nashville Predators in der sechsten Runde an Gesamtposition 175 gedrafted. Nach vier Spielzeiten in den nordamerikanischen Minor Leagues entschloss er sich im Herbst 2018 zu einem Wechsel zu den "Löwen".

Der gebürtige Kalifornier betrat in der Schweiz kein völliges Neuland. Seine Mutter stammt aus Luzern. Aus diesem Grund besitzt er neben dem amerikanischen auch den Schweizer Pass. Außer dem HC hatten mit dem SC Bern und Servette Genf zwei weitere Klubs aus der National League ihre Fühler an dem begabten Stürmer ausgestreckt. Letztlich entschied er sich aber für Lausanne. "Ich hatte das Gefühl, dass die Verantwortlichen mich wirklich haben und mir eine echte Chance geben wollen. Es ist immer am besten dorthin zu gehen, wo man willkommen ist", begründete er seinen Entschluss.

 

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Im Rückblick ist er damit hochzufrieden. "Ich denke, der Wechsel hierher war eine kluge Entscheidung. In den letzten Monaten hat sich viel Positives entwickelt. Wir haben eine aufstrebende Mannschaft. Wir spielen zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in der Champions League und verfügen über eine nagelneue Arena. Es passt einfach alles. Ich freue mich, ein Teil dieser Organisation zu sein und will alles dafür tun, dass wir unsere Erfolgsgeschichte fortschreiben", sagte der junge Center.

Einen so frühen Wechsel in die Schweiz hätte er sich zu Beginn seiner Profilaufbahn nicht vorstellen können, räumte Moy freimütig ein. Nach zwei starken Spielzeiten im College-Bereich unterschrieb er 2017/18 bei den Milwaukee Admirals seinen ersten Profivertrag. "Die Premierensaison lief wirklich gut. Deshalb hatte ich gehofft, im zweiten Jahr eine wichtigere Rolle im Team einzunehmen. Aber irgendwie war auf einmal der Wurm drin. Deshalb habe ich mich nach Alternativen umgeschaut und einen Platz gesucht, an dem ich mich und mein Spiel weiterentwickeln kann. Von daher war es eine glückliche Fügung, dass sich die Option Lausanne aufgetan hat", erzählte er.

Obwohl im Herbst vorigen Jahres alles sehr schnell gehen musste, hat er seinen Schritt zu keiner Sekunde bereut. "Ich konnte mein Spiel in den ersten zwölf Monaten in allen Bereichen verbessern. In dieser Saison möchte ich darauf aufbauen und die nächsten Schritte nach vorne machen. Ich bin mir sicher, dass ich auf dem richtigen Weg bin", betonte Moy.

In der ersten Saison beim HC bestritt der technisch versierte Angreifer insgesamt 44 Partien in der Hauptrunde in den Playoffs. Dabei verbuchte er 19 Punkte (10 Tore, 9 Assists). Dies bedeutete Rang 10 in der teaminternen Scorerwertung. In der laufenden Saison hat er nach sechs Begegnungen bereits fünf Zähler (zwei Tore, drei Assists) auf dem Konto. Wenn er die Produktion in diesem Maße fortsetzt, dürfte er am Ende problemlos zu den Top-5-Scorern seiner Mannschaft gehören.

Die National League besitzt nach Moys Einschätzung ein ausgezeichnetes Niveau. "Es gibt viele herausragende Spieler und einen harten Konkurrenzkampf unter den Teams. Von daher ist es eine gute Erfahrung und zugleich eine Herausforderung für mich, in dieser Liga zu bestehen. Ich lerne eine Menge dazu."

Als seine Stärken bezeichnet Moy sowohl den Spielaufbau als auch den Abschluss. Entwicklungspotenzial sieht er dagegen noch in Sachen Skating. "Alle guten Spieler in der NHL sind in der Regel exzellente Skater. Aus diesem Grund habe ich im Sommer besonders viel dafür getan, um mich auf diesem Gebiet zu verbessern."

Mit dem Umzug an den Genfer See begann für Moy abseits der Eisfläche ein Rhythmus, an den er sich erst gewöhnen musste. "In der Schweiz läuft alles ein wenig entspannter ab, als ich das aus den USA kannte. Die Leute setzten sich zwischendurch einfach mal ins Café, um sich zu unterhalten. Völlig überrascht war ich, als ich gemerkt habe, dass die Läden am Sonntag nicht aufhaben. Aber mit der Zeit stellt man sich auf alles ein und genießt das Leben in dieser wunderschönen Umgebung."

Obwohl er sich in der Heimat seiner Mutter pudelwohl fühlt, möchte er doch in absehbarer Zeit nach Übersee zurückkehren und den Sprung in die NHL schaffen. "Jeder Eishockey-Spieler, der in Nordamerika aufgewachsen ist, möchte eines Tages in dieser Liga spielen. Dieser Traum besteht für mich nach wie vor. Dennoch bin ich froh, im Moment in der Schweiz zu sein und die Möglichkeit zu haben, in mancherlei Hinsicht zu reifen. Vor allem würde ich vor meiner Rückkehr gerne noch mit Lausanne eine Meisterschaft gewinnen."

 

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