"Wenn man die Scheibe erst mal richtig auf den Stock bekommt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man sie reinmacht. Viele Torhüter rechnen nicht mit so etwas. Wenn ich ein wenig Raum habe, versuche ich es einfach. Es ist fast wie bei einem Bauerntrick. Schön zu sehen, dass es heute geklappt hat", sagte Zegras über die aufsehenerregende Aktion.
"Natürlich war auch Glück dabei", räumte er ein.
Der 20 Jahre alte Center ist erst der dritte Spieler in der NHL-Geschichte, dem auf diese Weise ein Treffer gelang. Andrei Svechnikov von den Carolina Hurricanes netzte 2019 gleich zweimal im Lacrosse-Stil ein, Filip Forsberg von den Nashville Predators gelang es 2020 einmal.
Von seinen Teamkollegen und sogar vom Gegner erntete Zegras eine Menge Lob und Anerkennung. "Das war ein wichtiges Tor für uns und noch dazu schön anzuschauen. Er hat die Veranlagung für solche Dinge", hob Anaheims Stürmer Adam Henrique hervor. Ähnlich kommentierte Montreals Angreifer Jake Evans den Treffer, der noch lange in aller Munde sein dürfte. "Das war eine starke Bewegung von ihm. Das Ganze ist unheimlich schwer zu verteidigen", meinte er. Besonders bitter für Evans: Er trug sich wie Zegras als Doppeltorschütze in den Spielberichtsbogen ein, stand mit seiner Mannschaft jedoch am Schluss mit leeren Händen da.
Etwas verhaltener fiel die Freude bei Anaheims Co-Trainer Mike Stothers aus, der bei der Partie in Montreal den immer noch auf der Covid-Protokollliste befindlichen Coach Dallas Eakins vertrat. "Für einen Fan, der etwas weiter weg sitzt, ist es sicherlich das Größte. Und wie man vielleicht an der Reaktion unseres Teams ablesen konnte, gab es einige, die überrascht und begeistert gewesen sind, als Zegras das Lacrosse-Tor geschossen hat. Es hat aber auch Leute wie mich gegeben, die das mehr oder weniger regungslos zur Kenntnis genommen haben. Warum?
Weil das Spiel noch lange nicht zu Ende war und wir dafür Sorge zu tragen hatten, dass wir auf die richtige Art weitermachen", begründete er seine Zurückhaltung in dieser Situation.
Der weitere Verlauf der Begegnung sollte Stothers recht geben. Die Canadiens steckten nicht auf und brachten ihren Gegner im letzten Drittel noch einmal in Bedrängnis. "Wir haben Montreal zurückkommen lassen. Wir müssen noch daran arbeiten, ein Spiel sicher nach Hause zu bringen", analysierte er.