Es schien so, als ob sich die Maple Leafs, wie häufiger in den vergangenen Wochen, auf das Niveau der Kontrahenten hinab begeben hätten. Morgan Rielly gab nach dem Match zu bedenken, dass es in der NHL keine schwachen Gegner gebe und man als Mannschaft immer die beste Leistung abrufen müsse, um zu gewinnen. Natürlich würden sich die Maple Leafs auf jede Partie intensiv vorbereiten und seien frustriert, wenn sie verlieren, egal ob gegen den Tabellenersten oder den Letzten.
Die drittbeste Offensive der NHL (219 Tore) konnte sich im dritten Abschnitt keine Großchancen mehr erspielen und musste, nach einem dominanten Mittelabschnitt (18:9 Schüsse), mehr Torschüsse zulassen, als sie selbst generieren konnten (9:15).
Auch Matthews, der mit seinem Treffer sein drittes Outdoor-Tor verbuchte und damit einer von nur sechs Akteuren mit drei oder mehr solcher Tore ist, konnte die Maple Leafs nicht zurück in die Partie bringen. Matthews liegt mit seinen drei Outdoor-Toren nur einen Treffer hinter dem Allzeit-Führenden David Pasternak (4).
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Für die Maple Leafs gilt es nun, die positiven Erkenntnisse aus der Partie mitzunehmen und darauf aufzubauen. Mit 36 eigenen Abschlüssen erzeugten sie viel Druck auf das gegnerische Tor und übertrafen den eigenen Saisonschnitt (34,6) leicht, auch wenn die Schüsse nur selten so zwingend waren, wie es für Toronto normalerweise der Fall ist.
Der Einsatz schien bei Toronto ebenfalls zu stimmen. Auf dem Weg vom Mannschaftsbus in die Kabine zeigten sich die Maple Leafs als Bauarbeiter verkleidet. Entsprechend packten sie auch auf dem Eis an. 30 Checks zeugten von harter körperlicher Arbeit und 17 geblockte Schüsse unterstrichen den Kampfgeist. Beide Aspekte sollten Toronto für die anstehenden Aufgaben Mut machen.
In der eigenen Defensive müssen die Maple Leafs jedoch wieder konsequenter zu Werke gehen. 38 Schüsse erlaubten sie den Sabres. Im Saisonschnitt waren es 30,6 Schüsse, die auf Torontos Torhüter abgegeben wurden. "Wir haben uns in einigen Bereichen verbessert", beschrieb Matthews die Defensivleitung der Mannschaft. "Dafür haben wir aber in Bereichen, die davor nicht problematisch waren, nachgelassen. Das müssen wir als Team bereinigen und sicherstellen, dass wir Vollgas geben."
Für Petr Mrazek im Tor der Maple Leafs war es ein gebrauchter Abend. Beim Siegtor durch Hinostroza, der fast von der Grundlinie den Puck im kurzen Eck versenkte, sah Torontos Schlussmann unglücklich aus. "Die Scheibe ist zwischen meinem Arm durchgerutscht", beschrieb Mrazek die Situation, die zur ersten Sabres-Führung führte. "Ich wusste, dass er schießen würde, aber ich war zu weit oben und bin in dem Moment, als er geschossen hat, nach unten gegangen." Genau bei dieser Bewegung öffnete sich ein Spalt für den Puck.
Nur wenig besser lief es für ihn beim 2:4 durch Krebs, als er erst unabsichtlich das Tor verschob und ihm die Scheibe dann durch die Beine rutschte. "Ich kenne die Regel hier nicht", gab Mrazek zu. "Aus meiner Sicht war das Tor aus der Position, bevor der Pass in die Mitte gekommen ist. Ich habe mich nicht stark vom Pfosten abgestoßen, aber das Tor ist direkt aus seiner Verankerung gesprungen."
Trainer Sheldon Keefe nahm seinen Schlussmann nach der Begegnung in Schutz. "Ich denke, er hat ein gutes Spiel gemacht", bekam Mrazek ein Lob vom Coach. "Er hat einige gute Paraden gezeigt. Die Bedingungen waren nicht einfach für die Torhüter. Natürlich war das dritte Gegentor hart für uns. Beim ersten und beim zweiten Treffer, den wir uns selbst reinlegen, kann er nichts machen."
Auch beim ersten Tor von Hinostroza zum 2:2 hatten die Maple Leafs Pech. Der eher unkoordiniert vor das Tor gebrachte Puck prallte vom eigenen Mann, TJ Brodie, unhaltbar in die Maschen. "Das ist einfach Pech", meinte Mrazek zu dem Gegentreffer. Keefe stimmte seinem Torhüter bei der Bewertung zu: "Das zweite Gegentor war unglücklich für uns. Danach konnten wir nicht genügend Offensive generieren, um das wieder auszubügeln."