TBL@MTL, Sp3: Hedman verdoppelt die Führung

Die Tampa Bay Lightning konnten in Spiel 3 des Stanley Cup Finales zum dritten Mal jubeln. Sie gewannen im Bell Centre gegen die Montreal Canadiens mit 6:3 und liegen in der Serie dadurch mit 3:0 in Führung. Damit fehlt ihnen nur noch ein Sieg zur Titelverteidigung, nachdem sie den Titel vergangene Saison gegen die Dallas Stars gewonnen hatten. Nach einem 5:1 in Spiel 1, das von den Star-Stürmern der Lightning dominiert wurde und einem 3:1 in einem durchwachsenen Spiel 2, in dem Montreal weite Strecken des Spiels beherrschte, waren es am Freitag vor allem die Verteidiger, die Tampa den Sieg brachten.

"Im letzten Spiel haben sie den Druck aufrechtgehalten, sind an die Rebounds gekommen und haben uns in unserem Drittel Probleme bereitet", analysierte Abwehrchef Victor Hedman. "Heute haben wir deutlich bessere Arbeit dabei geleistet, den Puck aus der eigenen Zone zu bekommen. Die Stürmer haben sehr gut in der Defensive agiert, gut mit dem Schläger gearbeitet und dadurch sind wir besser zum Wechseln gekommen. Wir haben eine viel bessere Leistung gezeigt."
Verteidiger Jan Rutta brachte sein Team bereits in der zweiten Minute mit einem Distanzschuss zum 1:0 auf den richtigen Weg. Hedman gelang während einer Überzahlsituation in der vierten Minute mit einem Schlagschuss von der blauen Linie das 2:0. Er hatte bereits Ruttas Tor vorbereitet und mit Erik Cernak und David Savard leiteten zwei weitere Verteidiger mit starken Aufbaupässen die Tore von Nikita Kucherov und Tyler Johnson zum 3:1 und 4:1 ein.

TBL@MTL, Sp3: Kucherov baut Führung aus

"Für uns als Verteidiger ist es immer schön zu punkten, auch wenn es nicht die wichtigen Tore sind, aber das gibt einem immer einen Schub für das Selbstvertrauen" freute sich Rutta nach dem Spiel über die gute Ausbeute der Defensivspieler. "Besonders bei den Schüssen von der blauen Linie muss man aber auch die Stürmer loben. Sie geben uns den Puck, gehen dann in den harten Bereich vor dem Tor, um dem Torwart die Sicht zu nehmen, damit wir treffen können."
Die fünf Punkte der Verteidiger waren ein Ausrufezeichen einer Abwehr, die in den diesjährigen Playoffs bisher zuweilen in der Kritik stand. Über die Leistungen im eigenen Drittel konnte man sich kaum beschweren, aber das genügt für die hohen Ansprüche an Tampa nicht. In den vergangenen Jahren erarbeiteten sich ihre Verteidiger einen Ruf als besonders torgefährliche Defensive. Das Paradebeispiel dafür war in den vergangenen Playoffs Hedman, der in 25 Spielen zehn Tore erzielt hatte. In den diesjährigen Playoffs erzielte die gesamte Abwehr der Lightning in den ersten drei Runden drei Tore in 16 Partien. In der Final-Serie gegen Montreal steht in drei Spielen die gleiche Anzahl an Treffern auf ihrem Konto.
"Wir sind während den Playoffs etwas unter Beschuss geraten, weil unsere Verteidiger nicht getroffen haben, aber darum geht es nicht immer, wenn man zu fünft im Angriff spielt", nahm Trainer Jon Cooper seine Spieler in Schutz. "Uns hat gefallen, wie unsere Abwehr gespielt hat. Wir hätten gerne gesehen, wenn sie in der Offensive mit mehr Toren belohnt worden wären, aber sie haben gut verteidigt, sie bringen den Puck nach vorne, lesen das Spiel richtig und hatten großen Anteil daran, dass wir heute erfolgreich waren."
Dank des wiederentdeckten Torinstinkts der Verteidiger trennt nur noch ein Sieg die Lightning von der Titelverteidigung. In drei Spielen mit sehr unterschiedlichem Ablauf, unterschiedlichen Stärken und Schwächen, fand Tampa immer einen Weg zu gewinnen. Die Mannschaft bewies einmal mehr, dass sie so gut wie immer eine Antwort finden kann, egal was man ihr entgegenwirft. Mal sind es die Spitzenstürmer, mal die Stürmer aus den hinteren Reihen, mal der Torhüter und am Freitag war es die Abwehr, die den Sieg gebracht hat.
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"Wir spielen einfach immer gleich", relativierte Hedman die Rolle seiner Abteilung. "Keinen in unserer Mannschaft interessiert, wer die Tore schießt, solange wir gewinnen. Heute war ein gutes Beispiel. Ruts (Jan Rutta) hat einen super Schuss abgegeben, der Verkehr vor dem Tor war gut, genauso im Powerplay. Dann muss man einfach schießen, um eine Chance auf ein Tor zu haben. Wir tun was wir können, um Tore zu produzieren, aber am Ende wollen wir gewinnen, egal wie."
Mit dem dritten Sieg im dritten Spiel stellen sie Montreal vor eine beinahe unmögliche Aufgabe. Von 27 Mannschaften, die in der Geschichte der Stanley Cup Playoffs im Finale in einer Best-of-7-Serie mit 0:3 zurück lagen, drehten lediglich die Toronto Maple Leafs von 1942 gegen die Detroit Red Wings ihre Serie noch. Am Montag (8 p.m. ET; NHL.tv, Sport1; Di. 2 Uhr MESZ) könnte es im Bell Centre bereits zur Ent