DET Seider 1212

Die Detroit Red Wings haben ihren Negativlauf von drei Niederlagen in Folge (0-2-1) mit einem 6:4-Auswärtssieg bei den St. Louis Blues am Dienstagabend im Enterprise Center beendet. Dabei kamen die Gäste aus Motor City von drei Rückständen zurück. Der deutsche Verteidiger Moritz Seider half mit seinem fünften Saisontreffer bei der so wichtigen Aufholjagd und stellte schon jetzt seine persönliche Tormarke aus dem Vorjahr ein. Allerdings mit negativen Folgen für Blues-Trainer Craig Berube, der nach dem Spiel entlassen wurde. 

Lalonde: „Ich bin begeistert” 

Viel sprach an diesem Abend nicht für die Red Wings: Einerseits war da der Negativlauf von drei Niederlagen in Serie (5:6 n.V. gegen die San Jose Sharks, 1:5 gegen die Ottawa Senators, 3:6 bei den Dallas Stars). Andererseits fehlten Detroit mit den verletzten Dylan Larkin und J.T. Compher sowie dem gesperrten David Perron gleich drei wichtige Stürmer beim „Back-to-Back“-Spiel in Gateway City. 

Doch trotz dreier Rückstände im Laufe des Spiels (0:1, 2:3, 3:4) fanden angeschlagene Red Wings einen Weg, das Spiel zu gewinnen.  

„Dieser Sieg fühlt sich gut an“, sagte Angreifer Lucas Raymond. „Ein solches Comeback in einem Back-to-Back-Spiel sagt viel über unsere Mannschaft aus. Ich bin sehr froh über diesen Erfolg. Das war ein wichtiger Schritt.“ 

„Ich bin begeistert“, stimmte auch Detroits Trainer Derek Lalonde mit ein. „Mit unserem derzeitigen Kader gehen wir offensichtlich durch eine schwere Zeit. Da muss jedes Team einmal durch, für uns ist es jetzt gerade so. Dass wir auswärts in einem Back-to-Back-Spiel nach einem Rückstand im dritten Drittel so zurückkommen, ist enorm wichtig. Mir hat gefallen, wie wir bis zur Schlusssirene gespielt haben. Die Jungs sind drangeblieben. Es ist wirklich ein großer Sieg für uns.“ 

Seider unterstreicht Entwicklung mit fünftem Saisontreffer 

Der geschwächte Angriff erhielt nicht zum ersten Mal Unterstützung aus der Abwehr: Jake Walman traf zum zwischenzeitlichen 1:1 (14.), später besorgte der Seider per Abstauber das 3:3 (30.). Es waren die Verteidiger-Tor Nummer 17 und 18 für die Red Wings, sie stehen damit gleichauf mit den Edmonton Oilers für die drittmeisten in der NHL. Nur die Colorado Avalanche (23) und die Montreal Canadiens (21) können hier mehr vorweisen. 

Für Seider selbst war es der fünfte Saisontreffer. Er hat die Tor-Ausbeute aus der Vorsaison (fünf in 82 Spielen) schon nach 28 Partien erreicht. Zu seinem Bestwert aus seiner Rookie Saison (sieben in 82 Spielen) fehlen also nur noch zwei Treffer.  

Der 22-Jährige aus Zell hebt damit insbesondere sein Offensivspiel auf ein neues Niveau. Defensiv ist Seider mit 52 Hits (Bestwert in seiner Mannschaft) und 66 Blocks (zweitbester Wert hinter Reihenkollege Walman mit deren 73) nach wie vor eine Macht.

Moritz Seider schaltet sich vorne mit ein und staubt zum 4:4 für die Red Wings ab

Fabbri und Husso ärgern ihren Ex-Verein 

Trotzdem ging Detroit mit einem 3:4-Rückstand ins dritte Drittel. Doch nur 48 Sekunden nach Wiederbeginn glich Raymond mit einer Direktabnahme im Powerplay aus (41.). „Das hat uns direkt Momentum gegeben. Darauf konnten wir aufbauen“, sagte dieser. „Wir haben auf uns vertraut, was sich ausgezahlt hat.“ 

Ausgerechnet Robby Fabbri fälschte einen Raymond-Pass erfolgreich zur 5:4-Führung ab (47.) und erzielte den Siegtreffer gegen seinen Ex-Verein. Schlussendlich machte Michael Rasmussen mit einem Empty-Net-Treffer in Unterzahl den Deckel drauf (59.). Torwart Ville Husso (33 Saves, 89,2 Prozent Fangquote) hielt gegen die alten Kollegen den Sieg fest. 

„Diese Widerstandsfähigkeit ist etwas, auf das wir in unserer Kabine sehr stolz sind“, betonte Fabbri. „Wir haben das zu unserem Vorteil genutzt. Es war ein wichtiger Sieg für uns als Mannschaft. Viele Jungs sind heute in größere Rollen geschlüpft. Solche Spiele verlangen einem alles ab, wenn du sie gewinnst, ist es das beste Gefühl überhaupt.“ 

Fabbri trug zwischen 2015 und 2019 die blaue Note auf dem Trikot und scheint besonders gerne gegen seinen Ex-Verein zu treffen: In seinen letzten fünf Vergleichen mit St. Louis gelangen ihm vier Treffer und fünf Punkte (4-1-5). Überhaupt ist der Stürmer mit zehn Punkten aus seinen letzten acht Spielen derzeit in Top-Form.

DET@STL: Walman gleicht mit einem Handgelenkschuss aus

Blues ziehen Konsequenzen: Meistertrainer Berube muss gehen 

Für die Blues war es die vierte Niederlage in Folge. St. Louis (13-14-1) ist Sechster in der Central Division und hat einen Punkt Rückstand auf einen Wildcard-Platz. Die Franchise aus Gateway City reagierte dennoch unmittelbar nach dem Spiel und feuerte Trainer Craig Berube, unter dem sie 2019 den Stanley Cup gewannen. Damals krönte sich auch Fabbri zum Champion.

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