COL Avalanche 11/13

Nach schwierigen Wochen machten die Colorado Avalanche ihrem Trainer Jared Bednar ein besonderes Geschenk. Sie holten mit einem starken Auftritt bei den Seattle Kraken in der Climate Pledge Arena einen 5:1-Sieg. Für Bednar, der nie ein anderes NHL-Team trainiert hat, war es der 300. Sieg in der NHL.
 
Die Avalanche fanden mit dem Erfolg in Seattle auch eine Antwort auf eine enttäuschende Phase. In den vergangenen sieben Spielen kamen sie auf eine Bilanz von 2-5-0. Die Schwächephase gipfelte am Samstag in einer 2:8-Niederlage gegen die St. Louis Blues.
 
„Ich habe unseren Spielern gesagt, dass sie das nicht in dieses Spiel mitnehmen sollen“, sprach Bednar den Druck der vergangenen Spiele an. „Wir haben heute früh darüber gesprochen, dass sie in der Gegenwart bleiben sollen und einfach ihr Spiel spielen sollen.“

Avalanche überstehen schwachen Start

Im ersten Drittel sah es so aus, als könnte sich die schwache Tendenz der Avalanche fortsetzen. Zunächst hatten die Gastgeber noch die Oberhand. Seattle kam zu Beginn besser ins Spiel und ging in der siebten Minute durch Brandon Tanev in Führung. In der 16. Minute jubelten die Kraken aufgrund eines Unterzahltors von Alexander Wennberg erneut. Bednar nutzte jedoch die Coaches Challenge und der Treffer wurde nach dem Videobeweis wegen Torwartbehinderüng aberkannt. Trotzdem hatten die Kraken mehr vom Spiel und gingen mit einer 1:0-Führung in die Kabine.

Seattles Rosenheimer Torwart Philipp Grubauer pausierte am Montag und wurde zwischen den Pfosten durch Joey Daccord vertreten. Der hatte alle Hände voll zu tun, machte aber eine gute Figur. Colorado kam mit viel Energie ins zweite Drittel und setzte Daccord immer wieder unter Druck. In der 33. Minute war aber auch er machtlos, als Mikko Rantanen im Nachschuss sein zehntes Saisontor und den Ausgleich erzielte.

„Vom zweiten Drittel an haben wir großartig gespielt“, lobte Torwart Alexandar Georgiev. „Das hat sich gut angefühlt. Daraus müssen wir jetzt Selbstvertrauen schöpfen und darauf aufbauen.“

Powerplay findet zurück zum Erfolg

Die Avalanche hatten in den vergangenen Wochen in vielen Bereichen ihre Probleme, so auch im Powerplay. Sie gingen mit einer Ausbeute von nur einem Tor aus den vorangegangenen 14 Gelegenheiten in die Partie gegen Seattle, das sollte sich aber ändern. Insgesamt war Colorado sechs Mal im Powerplay. Ross Colton erzielte mit einem Mann mehr auf dem Eis in der 35. Minute per Nachschuss die 2:1-Führung. Gegen Ende der Partie trug sich auch Valeri Nichushkin mit dem 5:1 in Überzahl in die Torschützenliste ein.

COL@SEA: Makar trifft aus dem Slot

Aufatmen für Georgiev und die Defensive

Am Samstag hatten Georgiev und die Abwehr der Avalanche noch einen schwarzen Tag erlebt. Die St. Louis Blues jagten den gebürtigen Bulgaren mit sechs Toren bei 28 Torschüssen vom Eis. Sein Ersatz Ivan Prosvetov kassierte zwei weitere Treffer. Colorado ließ in dieser Begegnung insgesamt 42 Schüsse zu.

Gegen Seattle lief es deutlich besser. Nur 19 Schüsse kamen bis zu Georgiev durch und abgesehen von Tanevs Nachschuss im ersten Drittel, blieb der Torhüter tadellos. Georgiev hatte in seinen ersten vier Spielen einen starken Start in die Saison, in den vergangenen sieben Partien erreichte er aber nie eine Fangquote von 90 Prozent. Die 94,7 Prozent von Montag sollten seinem Selbstbewusstsein einen deutlichen Schub geben können.

Meisterhafter Auftritt im Schlussdrittel

Spätestens im dritten Drittel sahen die Avalanche wieder so aus, wie das Team, das 2022 den Stanley Cup gewonnen hat. Sie schnürten die Kraken komplett in deren Drittel ein und ließen in 20 Minuten nur einen Torschuss zu. Aus ihren eigenen zwölf Versuchen entstanden neben Nichushkins Powerplaytor zwei weitere Treffer. Cale Makar gelang in der 45. Minute das 3:1 und Jonathan Drouin sorgte mit seinem ersten Tor im Trikot der Avalanche für das 4:1.

„Wir haben einfach sehr viel Zeit in der Offensivzone verbracht“, analysierte Georgiev. „Wir haben ihnen nicht viel vom Spiel gelassen. Nach dem dritten Tor waren wir zuversichtlich. Wir haben ein einfaches Spiel gespielt und keine Konter zugelassen. Dann haben wir einfach auf ihre Fehler gewartet.“

COL@SEA: Drouin verwertet Vorarbeit bei Konter

Colorado profitierte sowohl von starken Leistungen der Starspieler als auch einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Nathan MacKinnon brillierte mit drei Assists, Rantanen und Makar steuerten neben ihren Toren je einen Assist bei. Insgesamt hatten die Avalanche aber fünf verschiedene Torschützen und neun Scorer.

„Das ist wichtig“, betonte Bednar. „Als Trainer will man, dass alle Spieler für ihre harte Arbeit belohnt werde. Das kann man mit mehr Eiszeit machen, aber was sie wirklich wollen, sind Punkte. Das braucht man, um Spiele zu gewinnen. So fühlen sich die Spieler besser und das können sie mitnehmen und es kann dem Team in schwierigen Situationen das nötige Selbstvertrauen geben.“

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