SeiderShowcase

Ab dem 1. November nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.
In dieser Ausgabe geht es um die Detroit Red Wings

Die Detroit Red Wings blicken auf eine enttäuschende Saison zurück. Lediglich 17 der 71 Spiele konnte die Franchise aus Michigan für sich entscheiden. Dies war die mit Abstand schlechteste Ausbeute aller NHL-Teams. General Manager Steve Yzerman hält trotzdem an seinem Personal fest: Unter der Leitung des Trainers Jeff Blashill, der mit Detroit bereits in seine sechste Saison geht, soll der sportliche Turnaround gelingen.
Zwei Deutsche könnten dabei entscheidend mithelfen: Torwart Thomas Greiss und Verteidiger Moritz Seider.
Bilanz 2019/20:17-49-5, 16. Platz in Eastern Conference
Postseason 2020: nicht teilgenommen
Trainer: Jeff Blashill, sechste Saison
Zugänge: G Thomas Greiss, RW Bobby Ryan, D Marc Staal
Abgänge: G Jimmy Howard, D Jonathan Ericsson, LW Justin Abdelkader
Detroit statt New York, Umbruch statt Titelträume. Für Thomas Greiss ist der Wechsel von den Islanders zu den Red Wings eine echte Umstellung. Mit den Islanders erreichte der 34-Jährige in der vergangenen Saison noch das Eastern Conference Finale. In Detroit hingegen scheint selbst der Einzug in die Stanley Cup Playoffs vorerst unerreichbar zu sein.

NYI@PHI, Sp7: Griess führt mit Shutout Isles ins ECF

"Wenn man von den Islanders kommt, ist das ein Perspektivwechsel. Aber wir haben auch in New York schwere Zeiten durchgemacht. Ich habe Erfahrung damit", sagt Greiss. Was er damit meint: Der Goalie verpasste mit den Islanders in den Spielzeiten 2016/17 sowie 2017/18 ebenfalls die Playoffs, bevor es in New York wieder aufwärts ging.
Ob in Detroit eine ähnliche Entwicklung möglich ist? Greiss, der einen Vertrag für zwei Spielzeiten unterzeichnet hat, gibt sich optimistisch: "Ich denke, das Team hat eine sehr gute Zukunft. Ich vertraue Steve Yzerman, dass er einen tollen Job machen wird. Ich habe hier die Gelegenheit, viel zu spielen." Und weiter: "Ich freue mich auf eine neue Herausforderung, eine neue Umgebung, ein neues Team und darauf, so viele Siege wie möglich zu holen."
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Greiss hat in der vergangenen Saison bewiesen, noch immer auf höchstem Niveau zu agieren. In den regulären Saisonspielen erreichte er eine Save-Quote von 91,3 Prozent. In den Playoffs war er hinter Semyon Varlamov zwar lediglich zweite Wahl, hatte aber dennoch großen Anteil an dem erfolgreichen Verlauf. Mit einem Shutout gegen die Philadelphia Flyers führte er die Islanders in das Eastern Conference Finale.
Damit nicht genug: Von der Save-Quote (92,9 Prozent) her hielt Greiss in der Postseason sogar konstanter als Varlamov (92,1 Prozent).
Der Deutsche bringt zudem viel Erfahrung mit nach Detroit. Seit der Saison 2007/08 hat er für vier unterschiedliche Teams gespielt und 282 reguläre Saisonspiele bestritten. In Detroit bildet er zusammen mit dem Routinier Jonathan Bernier ein Duo, das der ansonsten jungen Mannschaft Stabilität geben soll.
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"Ich bin seit einigen Jahren in der Liga, habe in verschiedenen Teams mit unterschiedlichen Perspektiven und unterschiedlichen Erfolgen gespielt", sagt Greiss. "Ich werde einfach für die Jungs da sein und ihnen dabei helfen, so erfolgreich wie möglich zu sein."
Einer dieser jungen Spieler, die für die Zukunft der Red Wings stehen sollen, ist Moritz Seider. In der Nachwuchsabteilung der Adler Mannheim ausgebildet, wurde er beim NHL Draft 2019 an Position 6 ausgewählt. Die vergangene Saison verbrachte er in der AHL bei den Grand Rapids Griffins, kam dabei in 49 Spielen auf 20 Assists und zwei Tore.

Red Wings draften Verteidiger Moritz Seider als Nr. 6

Um Spielpraxis sammeln zu können, wurde er nach Schweden zu Rögle BK verliehen. "Es war bisher eine tolle Erfahrung", verrät er auf der Teamwebseite. "Ich denke, ich komme hier von Woche zu Woche besser zurecht. Die SHL ist wahrscheinlich die zweitbeste Liga nach der NHL. Hier spielen viele talentierte Jungs."
Seider hat in den ersten sechs Spielen bereits ein Tor erzielt und fünf Treffer vorbereitet. Sein Ziel ist es, schnellstmöglich in der NHL zu debütieren. Erst im September verriet er gegenüber NHL.com/de: "Im ersten Spiel der regulären Saison von Detroit will ich auf dem Eis stehen und dann hoffentlich meine erste komplette Saison in der NHL spielen."
Möglicherweise hat sich die Planung durch die Ausleihe noch einmal verändert. Gleichwohl dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis Greiss und Seider zusammen auf dem Eis agieren.