Die Ottawa Senators haben am Mittwoch im Canadian Tire Centre mit 5:2 gegen die Colorado Avalanche gewonnen. Damit zeigten die kanadischen Hauptstädter in beiden Back-to-Back-Spielen, dass sie die Top-Teams in der NHL schlagen können. Tags zuvor war ein beeindruckender 7:1-Erfolg gegen die Vegas Golden Knights gelungen.

„Es war erneut ein ziemlich komplettes Spiel. Obwohl es ein Back-to-Back war, haben wir über die vollen 200 Fuß (die gesamte Eisfläche, d. Aut.) gespielt, haben nicht viel zugelassen und vorne genug kreiert“, sagte Senators-Trainer Travis Green. „Unser Team glaubt an sich und weiß, dass wir mit jedem Gegner in der Liga mithalten können, wenn wir zu unserem Spiel finden. Ich habe keine Angst zu sagen, dass unsere Bilanz besser sein müsste als sie ist, angesichts dessen, wie wir spielen.“

Giroux: „Unser Selbstvertrauen wächst“

Erst der Tabellenführer der Pacific Division, jetzt der Spitzenreiter der Central Division, Western Conference und gesamten Liga - Ottawa befindet sich zweifelsohne im Aufschwung. Die Senators konnten in fünf ihrer letzten sieben Spiele punkten (3-2-2), darunter zwei Siege mit einem Torverhältnis von 12:3 gegen Top-Teams wie die Golden Knights und Avalanche.

„Die letzten zwei Spiele war es richtig gut. Jeder gibt alles und zieht am selben Strang. Der Einsatz stimmt“, freute sich Claude Giroux. „Unser Selbstvertrauen wächst. Es ist schön, diese beiden Teams geschlagen zu haben. Genau so müssen wir weitermachen.“

Beim jüngsten Erfolg gegen Colorado war es vor allem aber auch die Spielweise, die für Aufsehen sorgte: Ottawa hatte mehr Torschüsse (23:18), fuhr mehr Checks (31:22), blockte mehr Schüsse (12:10) und kassierte keine einzige Strafminute.

„Wir haben nicht nur gewonnen, sondern haben Großteile des Spiels kontrolliert“, unterstrich Green. „Jeder hat genau richtig gespielt, gecheckt und alles gegeben. Es war ähnlich wie das Spiel zuvor gegen Vegas.“

COL@OTT: Giroux entscheidet sich in einer 2-auf-1-Situation für einen Schuss und stellt auf 3:1

Sonderlob für Cousins

Für einen gelungenen Start in Ottawa sorgte Nick Cousins. Nach Puck-Eroberung von Tim Stützle im eigenen Drittel spielte Artem Zub einen langen Pass in den Lauf von Cousins, der seinen Alleingang per Rückhandschuss zum 1:0 abschloss (4.).

Doch es war nicht nur der siebte Saisontreffer von Cousins, der seinen Trainer beeindruckte. Die Reihe mit Shane Pinto, Michael Amadio und Cousins hatte den Auftrag, Colorados Top-Linie um Nathan MacKinnon, Martin Necas und Victor Olofsson im Zaum zu halten.

„Das war ein schwieriges Duell. Sie hatten fast jeden Wechsel gegen MacKinnon“, staunte Green, der Cousins mit einem Sonderlob ausstattete: „Er spielt gerade richtig gut. Wir haben die Reihen ein wenig aufgebrochen. Pintos Linie hat okay gespielt, seitdem er zurückgekehrt ist, also haben wir Cousins mit dazugestellt. Er hat in seiner Karriere schon bewiesen, dass er in besseren Reihen spielen kann. Ich muss ihn loben, er hat seine Chance genutzt, extrem gut gespielt und ist ein cleverer Spieler. Er ist ein Spieler, der nerven kann. Mich auch manchmal. Es macht aber Spaß, ihn zu trainieren. Seine Mitspieler lieben ihn. Viele Leute verstehen nicht, wie intelligent er spielt. Er versteht das Spiel und ist tapfer.“

COL@OTT: Cousins trifft nach einem Breakaway mit der Rückhand zum 1:0

Senators halten dem Druck stand

Im Schlussdrittel wurde es trotzdem noch einmal wild. Zunächst entschied sich Giroux in einer 2-auf-1-Situation nicht für den Querpass auf Stützle, sondern jagte den Puck selbst zum 3:1 in den Winkel (43.). Nur 84 Sekunden später machte es Valeri Nichushkin wieder spannend, verkürzte frei vor dem Tor per Rückhandschuss auf 2:3 (44.) und läutete eine heiße Schlussphase ein.

„Am Ende haben sie ganz schön gedrückt, was gute Teams nun mal machen“, so Green.

„Wir wussten, dass sie drücken würden, haben aber einen guten Job gemacht. Wir hatten heute nicht einen einzigen Passagier“, sagte Giroux.

„Es wurde nochmal ganz schön spannend“, lachte Torwart James Reimer (16 Saves, 88,9 Prozent Fangquote). „Es war ein besonderer Einsatz. Der Plan ist immer, die vollen 60 Minuten zu spielen. Das ist zwar ein Klischee, aber auch die Wahrheit. Diese Liga ist so gut, dass genau das so schwierig ist. Heute haben wir aber das gesamte Spiel dominiert. Wir sind geskatet, waren schneller, haben ihre Chancen und ihr Tempo durch die neutrale Zone limitiert. Das war ein beeindruckendes Spiel von uns.“

Acht Punkte Rückstand

Ottawa (25-21-7) hat noch immer acht Punkte Rückstand auf einen Wildcard-Platz in der Eastern Conference und empfängt am Samstag (7 p.m. ET; Sonntag, 1 Uhr MEZ) die New Jersey Devils.

„Wir spielen schon eine Weile gutes Hockey, haben aber die Ergebnisse nicht eingefahren. Jetzt stimmen auch die Resultate. Wir müssen nichts ändern, sondern einfach so weitermachen“, fordert Giroux.

Verwandte Inhalte