Einmal mehr ist Leon Draisaitl bei den Edmonton Oilers der Held des Abends. Am Donnerstag führte der gebürtige Kölner sein Team im heimischem Rogers Place mit einem Tor und zwei Assists nach einem zwischenzeitlichen 0:3-Rückstand gegen die San Jose Sharks zu einem 4:3-Sieg nach Verlängerung.
„Ich habe nie daran gezweifelt“, versicherte Oilers-Stürmer Kasperi Kapanen. „So ist Eishockey manchmal, man verpasst den Start. Im Laufe des Spiels war uns aber klar, dass wir im dritten Drittel nochmal Druck machen müssen, und unser Team hat immer eine Chance. Das war ein gutes Beispiel. Als gute Mannschaft müssen wir besser starten. Das erste Drittel war schlecht, danach wurden wir besser. Das waren zwei wichtige Punkte.“
Sharks überrumpeln Ingram
Im ersten Spielabschnitt brachten die Oilers sich in eine bedenkliche Position. Die jungen und schnellen Sharks überraschten die Hausherren mit einem Blitzstart und gingen dank Collin Graf schon nach 26 Sekunden in Führung. Adam Gaudette erhöhte nur 69 Sekunden später auf 2:0. Edmontons Torwart Connor Ingram war gleich bei den ersten beiden Torschüssen der Partie chancenlos.
„Ich habe festgestellt, dass man hier nur gut genug sein muss“, sagte Ingram. „Man muss das Spiel nicht im Alleingang gewinnen, man muss nur die Saves machen, die man erwarten sollte. Wenn du einige der besten Spieler der Welt vor dir hast, machen die schon ihren Job.“
Ingram musste noch einen weiteren Treffer von Michael Misa hinnehmen. Die Tore fielen durch einen Querpass vor dem Kasten, einen Alleingang und einem Konter. Große Vorwürfe waren dem Torwart daher nicht zu machen. Für den Rest des Spiels hielt er seinen Kasten sauber und hatte am Ende 17 Saves auf dem Konto.
„Selbst wenn man am Anfang des Spiels hinten liegt, denkt man nur: 'Mach deinen Job, wir haben immer noch eine Chance.' Wir können Tore schießen. Wir können gegen jedes Team aufholen. Es macht Spaß, das vom anderen Ende der Eisfläche anzuschauen.“
Draisaitl sorgt für spätes Comeback
Die Oilers wurden besser, doch im zweiten Drittel hielt San Jose noch gut dagegen. Im Schlussabschnitt übernahm Draisaitl dann aber das Kommando. Nur 94 Sekunden nach der Pause stocherte er nach einem Schuss von Verteidiger Evan Bouchard den Rebound über die Linie und brachte Edmonton in die Partie.
Obwohl die Oilers nun deutlich mehr vom Spiel hatten, hielten die Sharks die Führung noch lange. Edmontons Trainer Kris Knoblauch sah sich schließlich gezwungen, früh den Torwart für einen sechsten Skater vom Eis zu nehmen. Diese Maßnahme erwies sich als äußerst wirksam.
Draisaitl bediente in der 57. Minute Connor McDavid mit einem Querpass am linken Bullypunkt und der Kapitän jagte den Puck zum Anschluss in die Maschen. Kurz vor der Schlusssirene legte Draisaitl an die blaue Linie zu Bouchard zurück und dem gelang mit einem gewaltigen Schlagschuss 59 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit der Ausgleich.
Bouchard und McDavid bereiteten in der Verlängerung noch das Siegtor von Zach Hyman nach 61:06 Minuten vor. Damit kamen Bouchard und Draisaitl jeweils auf ein Tor und zwei Assists.
„Als sie den Torwart vom Eis genommen haben, waren wir nicht gut genug, das müssen wir uns nochmal anschauen“, bemängelte Sharks-Trainer Ryan Warsofsky. „Im dritten Drittel gab es Momente, da hätten wir mehr Druck machen sollen. Das haben wir aber nicht. Sie haben die beste Offensive der Welt und man muss gegen die beiden besten Spieler der Welt verteidigen. Wir haben einige Dinge richtig gemacht, andere hätten wir besser machen können.“





















