Starke Saves von Thomas Greiss in der Saison bisher

Viel Zeit bekam Thomas Greiss beim Testspiel der New York Islanders gegen den Lokalrivalen New York Rangers am Mittwoch nicht eingeräumt. Sie reichte aber aus, um seinen Trainer Barry Trotz davon zu überzeugen, dass er sich bereits in ansprechender Wettkampfform befindet. Der Füssener stand im letzten Drittel der Begegnung zwischen den Pfosten und wehrte sieben von acht Schüssen ab. Lediglich den Ehrentreffer der Rangers zum 1:2 durch Filip Chytil dreieinhalb Minuten vor Schluss konnte er nicht verhindern.

Im ersten und zweiten Drittel hütete Semyon Varlamov das Tor der Islanders. Gut möglich, dass dies bereits ein Fingerzeig war, wer von beiden in der Stanley Cup Qualifikationsrunde zunächst den Vorzug als Starter erhält. In ihrer Best-of-5-Serie treffen die Islanders auf die Florida Panthers. Spiel 1 ist für Samstag (22 Uhr MESZ; NHL.TV, SN1, NBCSN, TVAS) in der Scotiabank Arena von Toronto angesetzt. Offiziell hat sich Trotz jedoch noch nicht festgelegt, welchen seiner Goalies er für das Auftaktmatch ins Gehäuse beordern wird.
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"Mit Varly und Greisser sind wir auf der Torwartposition ausgezeichnet besetzt", sagte der Coach. "Ich bin in der luxuriösen Lage, dass ich beide vom Start weg in Spiel 1 bringen kann. Ich könnte einen Dartpfeil auf die Scheibe werfen und hätte ein gutes Gefühl dabei." Gerade im Hinblick auf den eng getakteten Spielplan mit den Back-to-Back-Partien gegen die Panthers am Dienstag und Mittwoch sei es vorteilhaft, zwei gleichstarke Torleute zur Verfügung zu haben.
Die Islanders praktizierten das Modell mit alternierenden Torhütern über weite Strecken der Saison. Erst in den Wochen vor der NHL-Pause am 12. März musste Greiss öfter mal am Stück mit dem Platz auf der Bank vorliebnehmen. Doch auch in dieser Phase stellte er unter Beweis, dass er weit mehr ist als ein Backup. Immer, wenn er gebraucht wurde, war er voll da. Genau diese Eigenschaft ist es, die die Islanders an dem 34 Jahre alten Keeper schätzen und die ihn im Verlauf der Ausscheidungsrunde noch sehr wertvoll machen könnte.
Greiss bestritt 2019/20 insgesamt 31 Einsätze, davon 29 in der Startformation. Seine Matchbilanz belief sich auf 16-9-4, der Gegentorschnitt auf 2,74 und die Fangquote auf 91,3 Prozent. Lediglich ein Shutout blieb dem Allgäuer in dieser Spielzeit verwehrt.

New York Islanders: Wer wird gl�nzen?

Der Kontrahent aus Florida liegt Greiss besonders. 5-2-1 lautet seine Bilanz aus den acht Spielen gegen das Team aus Sunrise während einer regulären Saison. 2016 trafen die Islanders und die Panthers außerdem in der ersten Runde der Stanley Cup Playoffs in der Eastern Conference aufeinander. Nach sechs Duellen setzten sich die New Yorker durch, nicht zuletzt aufgrund der herausragenden Darbietungen von Greiss. Seine Fangquote belief sich auf 94,4 Prozent und der Gegentorschnitt auf 1,79. Die Faktenlage würde daher dafürsprechen, ihm auch in der nun anstehenden Serie den Auftrag zu geben, die Offensive der Panthers möglichst selten zum Abschluss kommen zu lassen.
Doch Greiss selbst misst einzelnen Zahlen keine übermäßige Bedeutung zu. Das sagte er vor einiger Zeit in einem Interview mit NHL.com/de. "Man sollte Statistiken nicht überbewerten. Ich finde, sie sind schwer zu lesen, weil sie nie die ganze Wahrheit enthalten. Wichtig ist, dass man immer das gesamte Spiel in Augenschein nimmt und einen Torwart auf dieser Grundlage beurteilt. Erst dann sieht man, was wirklich los war."
Das gute Abschneiden der Islanders in den vergangenen zwei Jahren ist für Greiss alles andere als Zufall und das Ergebnis einer geschlossenen Teamleistung. "Wir arbeiten hart und treten als Mannschaft auf. Bei uns gibt es keine Superstars oder Leute, die versuchen, alles alleine zu machen. Wenn alle an einem Strang ziehen, bist du erfolgreich", meinte er.
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2018/19 hatte sich Greiss zusammen mit Robin Lehner die Williams M. Jennings Trophy gesichert, die an das Torhüter-Gespann mit den wenigsten Gegentreffern in der regulären Saison verliehen wird. Mit reihenweise beeindruckenden Vorstellungen hatte er großen Anteil daran, dass die Islanders lediglich 192 Gegentore in 82 Spielen hinnehmen mussten.
Gerne würde Greiss während der Qualifikationsrunde und natürlich im Idealfall auch in den Playoffs Werbung in eigener Sache machen. Denn sein Dreijahresvertrag bei den Islanders, den er im Januar 2017 unterzeichnete, läuft zum Saisonende aus. Und ein besseres Schaufenster als die Playoffs mit ihren spanungsgeladenen Spielen gibt es nicht.