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Die New York Islanders verließen sich in der Qualifikation und in den ersten acht Spielen der Stanley Cup Playoffs im Tor auf Semyon Varlamov und gaben ihm den Vorzug gegenüber Thomas Greiss. In Spiel 4 der zweiten Runde gegen die Philadelphia Flyers am Sonntag durfte Greiss erstmals von Beginn an das Tor hüten und führte die Islanders mit einer spielentscheidenden Leistung zu einem 3:2-Sieg und einer 3:1-Führung in der Serie.

Der Füssener stoppte bei dem Sieg 36 von 38 Schüssen der Flyers, die über weite Strecken die bessere Mannschaft waren und seinen Kasten im zweiten Drittel mit 17:3-Torschüssen belagerten. Die Leistung von Greiss ist umso beeindruckender, da er zuletzt 2016 von Anfang an in einem Playoff-Spiel im Tor stand. Entsprechendes Lob kam von seinen Teamkollegen.
"Greiss war heute unglaublich für uns", schwärmte Center Brock Nelson. "Das gibt dem Team das Vertrauen, dass man noch im Spiel ist und eine Chance hat, im dritten Drittel zu gewinnen. Torhüter können Spiele gewinnen, besonders zu diesem Zeitpunkt."
In der regulären Saison startete Varlamov in 39 Spielen (19-14-6), Greiss in 29 (16-9-4). Dabei kamen sie auf beinahe identische Statistiken, Varlamov schloss mit einer Fangquote von 91,4 Prozent und 2,62 Gegentoren pro Spiel ab, Greiss mit 91,3 Prozent Fangquote und 2,74 Gegentoren pro Spiel.

In den Playoffs kam dann jedoch die Varlamov-Show. Der Russe stand in jedem Spiel zwischen den Pfosten der Islanders und war maßgeblich dafür verantwortlich, dass sie durch die Qualifikation kamen und die zweite Runde der Playoffs erreichten. Einschließlich der Qualifikation gegen die Florida Panthers holte er in zwölf Spielen bisher neun Siege mit einer Fangquote von 93,5 Prozent und 1,69 Gegentoren pro Spiel. Damit war er in beiden Kategorien der beste der noch verbleibenden Torhüter.
In Spiel 2 kam dann die große Chance für Greiss. Varlamov kassierte innerhalb von 15:09 Minuten drei Tore bei zehn Torschüssen und wurde ausgewechselt. Die Islanders verloren das Spiel zwar in der Verlängerung, Greiss überzeugte aber mit 20 Saves bei 21 Schüssen.
"Das war auf jeden Fall gut", betonte Greiss die Bedeutung von diesem Einsatz nach dem Sieg am Sonntag. "Training und Spiel sind zwei unterschiedliche Dinge, Ich habe wieder ein Gefühl für das Spiel und mehr Übersicht gekriegt. Es war gut diese Eiszeit zu haben."
Nun fuhr er in seinem ersten Start seinen ersten Sieg ein. Über die beiden Spiele hinweg kommt er auf 94,9 Prozent Fangquote und 1,68 Gegentore pro Spiel und ist damit die Nummer eins in den Playoffs. Trotz seiner langen Zeit ohne Einsätze wirkte Greiss auf dem Eis beinahe wie eine Maschine, zeigte keine Nerven und strahlte in jeder Situation Ruhe aus.
"Ich denke nur daran den Puck zu stoppen, das ist kein Hexenwerk", erklärte er nach dem Spiel schlicht.

PHI@NYI, Sp4: Bailey, Nelson gemeinsam zum Tor

Dank des starken Auftritts des 34-jährigen Nationaltorhüters sind die Islanders nur noch einen Sieg davon entfernt, zum ersten Mal seit 1993 in das Conference Finale einzuziehen. Mit seinen Leistungen empfahl er sich für eine größere Rolle auf dem weiteren Weg der Islanders, bei ihrem Versuch den Stanley Cup zum ersten Mal seit 1983 nach Long Island zu holen.
"Wenn man über den ultimativen Torwart-Partner spricht, spricht man über Thomas Greiss", gab es den Ritterschlag von Trainer Barry Trotz. "Was man von ihm will, das liefert er. Er hat sehr gut trainiert, er gibt im Training jeden Tag alles und wenn man ihn dann ins Spiel wirft, kann er so viel bringen. Heute war er überragend. Im zweiten Drittel war er unglaublich und im dritten Drittel hat er genauso weitergemacht. Er hat in den wichtigen Momenten die wichtigen Saves gebracht."
Trotz äußerte sich während der Pressekonferenz nicht dazu, wer im nächsten Spiel im Tor stehen wird, oder wie die Rollenverteilung zwischen Greiss und Varlamov für den Rest der Playoffs aussehen könnte. Er hat nun die Qual der Wahl zwischen den beiden statistisch gesehen besten Torhütern der Playoffs. Ein Luxusproblem, für das andere Teams wohl einiges geben würden.
Womöglich kann man Greiss' nächste Heldentaten bereits in Spiel 5 am Dienstag bestaunen (7 p.m. ET, Mi. 1:00 Uhr MESZ; NHL.TV).