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Die Edmonton Oilers bahnen sich weiter konsequent ihren Weg aus der Krise: Mit einem 6:1-Heimsieg gegen die Carolina Hurricanes am Mittwochabend im Rogers Place fuhren die Oilers den fünften Sieg in Folge ein. Edmontons Top-Torjäger Zach Hyman gelang dabei ein Hattrick.

Ein Start nach Maß: Zwei Tore in den ersten 41 Sekunden

Auch nach fünf spielfreien Tagen hatten die Oilers keinen Rost angesetzt, sondern wirkten dagegen frisch und hellwach. Es ist gerade einmal zwei Wochen her, da hatte Edmonton auswärts in Carolina den Start komplett verschlafen, das aber sollte sich nicht nochmal wiederholen.

28 Sekunden waren gespielt, da eroberte Warren Foegele den Puck im Forechecking hinter dem gegnerischen Tor und servierte für Ryan McLeod, der aus der Nahdistanz per Tunnel auf 1:0 stellte (1.).

Gleich im nächsten Wechsel klingelte es erneut: Nach starker Vorarbeit von Connor McDavid, der seinen Gegenspieler mit eine Vollbremsung erst ins Leere laufen ließ, dann mit einem schnellen Antritt davonzog und vor dem Tor querlegte, musste der aufgerückte Verteidiger Mattias Ekholm am zweiten Pfosten nur noch die Kelle für den Tip-in hinhalten (1.). Nach 41 gespielten Sekunden (!) stand es also bereits 2:0 für die Oilers.

„Ich finde, die McLeod-Reihe gleich zu Beginn des Spiels ein Zeichen gesetzt“, sagte Hyman. „Sie waren das ganze Spiel über überragend. Es hilft dem ganzen Team, wenn du in deinem ersten Wechsel triffst und gleich mit dem nächsten das 2:0 schießt, bevor du überhaupt blinzeln kannst. Das hat es für uns viel einfacher gemacht.

Es war der zweitschnellste Start der Franchise-Geschichte. Den Allzeit-Rekord für die schnellsten beiden Tore reicht zurück bis zum 28. März 1982, als Mark Messier nach 14 Sekunden und Dave Lumley nach 24 Sekunden gegen die Los Angeles Kings trafen. Am Ende stand übrigens ein 6:2-Erfolg.

Nach einem Doppelpack von Hyman, der erst nach einer starken Einzelaktion erfolgreich war (6.) und wenig später am Ende einer feinen Passkombination stand (15.), hieß es zur ersten Pause 4:0 für Edmonton.

McDavid hatte zu diesem Zeitpunkt schon zwei Assists gegeben. Zum 26. Mal in seiner NHL-Karriere lieferte der Superstar zwei Vorlagen im ersten Drittel und zog mit dieser Bilanz mit Messier für Platz zwei in der Franchise-Historie gleich. Mehr schaffte bislang nur Wayne Gretzky (57).

Foegele dreht gegen seinen Ex-Verein auf

Das neue Selbstvertrauen der Oilers zeigte sich auch beim 5:0 zu Beginn des zweiten Abschnitts, als Foegele noch hinter der Mittellinie den Turbo einschaltete, seine ehemaligen Kollegen stehen ließ wie Statisten und schließlich seinen Alleingang verwertete (23.).

„Das ist einfach ein guter Spielzug, den wir in jedem Spiel probieren“, sagte Janmark, der Foegele mit einem Pass auf die Reise geschickt hatte. „Dass ich dafür auch noch einen Assist bekommen habe, ist ein schönes Plus.“

CAR@EDM: Foegele bricht durch und vollendet nach einem Sprint gegen Antti Raanta

Gegen seinen Ex-Verein (von 2017 bis 2021 bei den Hurricanes) schien Foegele besonders motiviert zu sein. Er beendete seine Torflaute von 16 Spielen und gleichzeitig auch seine Punkte-Durststrecke von vier Spielen eindrucksvoll mit einem Multi-Punkte-Spiel (1-1-2).

„Das war heute eine richtig reife Vorstellung“, freute sich Foegele. „Wir haben zwei schnelle Treffer erzielt und haben weitergemacht. Wir haben danach in der Offensive nicht lockergelassen und haben auch in der Folge weiter Checks gefahren. Wenn du in dieser Liga gewinnen willst, dann musst du Führungen verteidigen können. Das haben wir geschafft.“

Hyman macht seinen Hattrick perfekt – zwei weitere Drei-Punkte-Spieler

Die Show aber stahl ihm trotzdem Hyman: Der 31-jährige Kanadier bekam den Puck im dritten Durchgang gefühlvoll von McDavid serviert, machte seinen Hattrick mit dem Treffer zum 6:1-Endstand perfekt (50.) und ließ im Rogers Place die Kappen regnen.

„Er spielt genau richtig und nimmt keine Abkürzungen“, so Trainer Kris Knoblauch. Viel Lob geht aber auch an seine Reihenkollegen und Mitspieler. Er findet Wege, Tore zu schießen. Das ist schön zu sehen.“

CAR@EDM: Hyman gelingt ein Hattrick gegen die Hurricanes

Es war Hymans zweiter Hattrick in der laufenden Saison sowie der dritte in seiner NHL-Karriere. Mit nun 15 Saisontoren ist der Power Forward der sechstbeste Torjäger der Liga hinter Brock Boeser (Vancouver Canucks, 18 Tore), Nikita Kucherov (Tampa Bay Lightning, 17), Sam Reinhart (Florida Panthers, 17), Artemi Panarin (New York Ranges, 16) und Auston Matthews (Toronto Maple Leafs, 16).

„Ich versuche, jedes Jahr besser zu werden“, so Hyman. „Es klingt einfach, aber ich arbeite an Dingen, an denen ich arbeiten muss. Auch habe ich gute Mitspieler, Connor hat mir den dritten Treffer gut aufgelegt, Ryan Nugent-Hopkins hat einen feinen Pass beim zweiten Tor aufgelegt. Du brauchst Reihenkollegen, die produzieren können, und ich habe das Glück, dass ich mit zwei der besten zusammenspielen darf.“

McDavid baute seine persönliche Punkteserie mit drei Assists (0-3-3) auf sieben Spiele (4-15-19) aus. Janmark verzeichnete ebenfalls drei Vorlagen (0-3-3) und war der dritte Drei-Punkte-Spieler bei den Oilers. Der deutsche Mittelstürmer Leon Draisaitl blieb ohne Scorerpunkt bei 18:03 Minuten Eiszeit (ein Torschuss, 56,3 Prozent gewonnene Faceoffs). Torwart Stuart Skinner wehrte 39 von 40 Schüssen ab und hatte eine Fangquote von 97,5 Prozent.

Formstarke Oilers marschieren weiter

Bereits zum fünften Mal in dieser Saison erzielte Edmonton mindestens fünf Tore in einem Spiel, vier davon während der aktuellen Siegesserie von fünf Partien.

Der neue Trainer Knoblauch konnte dem Sturm also neues Leben einhauchen. Das gilt übrigens nicht nur für die Stars wie McDavid, Draisaitl oder Hyman, sondern insbesondere auch für die Tiefe: Mit Foegele trafen bereits 13 unterschiedliche Spieler alleine in den

jüngsten fünf Spielen. Während dieser Siegesserie hat Edmonton ein Torverhältnis von 26:8, bekommt also auch die Defensive immer besser in den Griff.

In den Knoblauch-Tabelle (seit der Amtsübernahme am 12. November) sind die Oilers mit einer 7-3-0-Bilanz ligaweit das sechstbeste Team und stellen die beste Offensive (4,4 Tore/Spiel) und das fünftbeste Powerplay (29,4 Prozent Erfolgsquote).

Damit verliert auch Edmontons Rucksack nach einem schwachen Saisonstart mehr und mehr an Gewicht. Der Rückstand auf einen Wildcard-Platz in der Western Conference ist auf nur noch sechs Punkte zusammengeschmolzen.

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