Die Ottawa Senators gehören derzeit zu den Teams, denen die Pause für die Olympischen Winterspiele in Milano Cortina 2026 womöglich nicht so ganz gelegen kommt. Die Mannschaft von Trainer Travis Green hat am Montagabend (Ortszeit) den drei Spiele andauernden Road Trip vor der Olympiapause mit einem Sieg begonnen. 3:2 gewann das Team aus der kanadischen Hauptstadt in der PPG Paints Arena bei den Pittsburgh Penguins. Dabei war einmal mehr auf Tim Stützle Verlass.

Eine Serie geht weiter, eine andere wurde beendet: Für die Senators war der Erfolg in Pittsburgh der vierte Sieg in Folge. Gleichzeitig beendeten die Senators damit die sechs Partien andauernde Siegesserie der Gastgeber. „Wir haben ein sehr gutes Spiel abgeliefert, haben nicht viel zugelassen. Wir hätten besser sein können, wenn es darum ging, den Puck in der offensiven Zone zu halten. Aber wir hatten unsere Gelegenheiten, speziell im ersten Drittel“, sagte Stützle. Und meinte dabei vor allem auch sich selbst. Doch er scheiterte nach knapp einer Minute in aussichtsreicher Position am gut aufgelegten Arturs Silovs (28 Saves) im Tor der Penguins.

Stützles Führungstreffer

Der ehemalige Stürmer der Mannheimer Adler in der DEL kam trotzdem noch zu seinem Tor. Es war das zwischenzeitliche 2:1 (47.) und die erste Führung der Gäste in dieser Partie. Die Senators profitierten dabei davon, dass die Penguins die Scheibe nicht tief spielen konnten und beim Wechsel erwischt wurden. In der Folge lief er mit Drake Batherson alleine auf Silovs zu. „Ich hatte gehofft, dass Drake schon trifft. Aber der Puck ist mir glücklich auf den Schläger gesprungen“, beschrieb der Viersener seinen 26. Saisontreffer.

Stützle selbst kommt jedenfalls mit einem guten Gefühl nach Italien. Für ihn war es der vierte Treffer in den vergangenen fünf Spielen. Mit 26 Treffern führt er die interne Torschützenliste deutlich vor Batherson (19) und Dylan Cozens (18) an. Noch 13 Tore fehlen ihm zu seiner persönlichen Bestleistung innerhalb einer Saison. Er ist außerdem bester Scorer seiner Mannschaft – und das ebenfalls schon mit recht deutlichem Abstand. Nach der Partie in Pittsburgh hat der Deutsche 59 Scorerpunkte auf seinem Konto, elf mehr als Batherson und 15 mehr als Jake Sanderson auf Platz drei.

OTT@PIT: Stützle trifft gegen Arturs Silovs

Giroux mit vollem Einsatz

Auch in Sachen Assists legte Stützle gegen die Penguins einen drauf. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich der Gastgeber durch Tommy Novak (49.) legte der Viersener gekonnt den Siegtreffer der Gäste durch Claude Giroux auf. Aus der Luft brachte er den Puck zum Routinier, dessen Tor in einer etwas unübersichtlichen Situation zustande kam. Penguins-Verteidiger Erik Karlsson brachte Giroux von hinten zu Fall. Der Gästestürmer war in vollem Lauf und entsprechend nicht mehr zu stoppen, prallte gegen den Keeper und den Pfosten.

„Ich hab‘ die Wiederholung gesehen. Wir waren in dieser Saison selbst schon vier-, fünfmal in so einer Situation. Also weiß man in etwa, was man von den Schiedsrichtern erwarten kann. Mir ist das Bein weggezogen worden. Ich habe den Pfosten auf mich zukommen sehen. Ich wusste nicht, dass der Puck über die Linie ist. Aber es war ein wichtiges Tor für uns“, beschrieb Giroux die Szene aus seiner Perspektive. Die Mannschaft habe eine solide Leistung gezeigt. „Wir hatten ein gutes Puckmanagement gegen ein gutes, schnelles Team.“

Entsprechend zufrieden war Senators-Trainer Green nach der Partie mit dem Auftritt seiner Mannschaft: „Wir haben gut gespielt über die ganze Eisfläche, wir haben viele Chancen kreiert, hätten mehr Tore schießen können, aber Silovs hat ein paar gute Paraden gezeigt.“ Seine Schützlinge hätten die Partie über weite Strecken kontrolliert. Es sei gut, dass sich die Reihe um Giroux mit ein paar Toren belohnt habe. Stützle wurde auch noch zum besten Spieler der Partie gewählt.

Dass es für Giroux in der PPG Paints Arena gut läuft, ist derweil nicht überraschend. Er hat jetzt in 33 Spielen in dieser Halle 41 Scorerpunkte (13 Tore, 28 Vorlagen) gesammelt. Damit hat er die meisten Punkte aller Gästespieler. Und was die Tore angeht, haben lediglich Alex Ovechkin (16) und Jakub Voracek (14) mehr. Einholen kann er Voracek allerdings in dieser Saison nicht mehr. Die beiden Teams treffen zwar noch einmal in der regulären Saison aufeinander, das aber in Ottawa.

OTT@PIT: Giroux weiß seinen Körper einzusetzen und trifft ins Netz

Amadio beendet Torflaute

Gefreut haben sich die Senators noch über das Tor eines anderen Spielers. Michael Amadio glich in der 22. Minute die frühe Führung der Gastgeber durch Egor Chinakhov (8.) aus. Für Amadio endete damit eine 24 Partien andauernde Durststrecke. „Es hatte sich schon angedeutet. Hoffentlich hat er damit die Schleusentore weit aufgemacht“, meinte Senators-Center Shane Pinto. Amadio selbst war sichtlich erleichtert, dass ihm der Treffer gelungen ist: „Ich hatte in der Szene viele Optionen und am Ende ein bisschen Glück, dass der Puck wieder zu mir zurückgesprungen ist“, sagte er. Am Ende ließ er Silovs mit einem überlegten Schuss in den Winkel aber keine Chance. „Das sind zwei wichtige Punkte für uns. Darauf können wir aufbauen, aber wir sollten nicht zu weit nach vorne schauen“, meinte Amadio.

Die Senators machen mit dieser Siegesserie rechtzeitig vor den Olympischen Spielen noch etwas Boden gut im Kampf um die Playoff-Plätze. Bis zum zweiten Wild Card Platz sind es lediglich noch sieben Punkte Abstand. Bereits am Dienstag haben die Senators die Gelegenheit, die Bilanz weiter zu verbessern. Dann müssen sie bei den Carolina Hurricanes ran. Die letzte Partie vor der Olympiapause bestreiten sie am Donnerstag bei den Philadelphia Flyers.

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