Pittsburgh Penguins

Das hatten sich die Pittsburgh Penguins mit Sicherheit anders vorgestellt. Die Mannschaft um Superstar Sidney Crosby verlor den Auftakt in der Serie der Ersten Runde der Stanley Cup Playoffs 2ß26 in der Eastern Conference. 2:3 hieß es am Samstagabend in der heimischen PPG Paints Arena am Ende gegen die Philadelphia Flyers. Bei den Gastgebern blieb die Erkenntnis, dass man noch eine Schippe drauflegen muss, wenn man nicht schon frühzeitig die Segel streichen will.

„Sie waren einfach besser als wir.“ Penguins-Verteidiger Erik Karlsson brachte damit Spiel eins der Serie zwischen den Penguins und den Flyers auf den Punkt. Die jugendliche Unbekümmertheit des Teams aus Philadelphia bot der Erfahrung in den Reihen der Penguins sehr gut Paroli und behielt am Ende die Oberhand. Für die Flyers war es der zwölfte Auswärtssieg in den Stanley Cup Playoffs in Pittsburgh (12-10). Nur noch gegen die Montreal Canadiens (12-7) haben sie so viele Siege in der K.o.-Phase auf fremdem Eis eingefahren. 

Zum achten Mal kommt es in den Playoffs zur Schlacht um Pennsylvania zwischen Philadelphia und Pittsburgh. So oft waren in einem Duell zwischen zwei Teams aus dem gleichen Staat oder der gleichen Provinz nur noch die New York Rangers und die New York Islanders in der Schlacht um New York involviert.

Alle wichtigen Szenen aus dem Spiel zwischen den Pittsburgh Penguins und den Philadelphia Flyers

Statistik spricht gegen Penguins

Geht es nach der Statistik, dann wird es jetzt schon eine ganz knifflige Nummer für die Penguins. Teams, die Spiel eins einer Best-of-seven-Serie gewonnen haben, haben in der Geschichte der NHL in 535 Fällen auch die Serie gewonnen und nur 252-mal nicht. Alleine in der vergangenen Saison hieß die Bilanz 10-5 in den Playoffs für die Teams, die Spiel 1 für sich entschieden haben, 6-2 sogar in Runde eins. 
Solche Zahlen werden die Penguins versuchen, so gut wie möglich auszublenden. Stattdessen fand schon direkt nach der Partie eine erste Analyse statt, woran man bis Spiel 2 arbeiten muss. „In den Playoffs ist es ja immer eng. Wir müssen einen Weg finden, länger in der Angriffszone zu sein“, konstatierte Sidney Crosby. In Spiel 2 müsse man sich steigern – in allen Bereichen. Das Überzahlspiel sei nicht gut gewesen, meinte der Superstar der Gastgeber weiter. Die Unterzahleinheiten hätten dagegen einen guten Job gemacht. „Sie haben uns immer wieder Momentum gegeben. Wir konnten das aber nicht nutzen.“

Crosby klettert

Für Crosby, bereits dreimal Stanley Cup Sieger mit den Penguins, war es das 181. Playoffspiel im Trikot mit dem Pinguin auf der Brust. Damit hat er Ray Bourque (180 mit Boston), Henri Richard (180 mit Montreal) und Tomas Holmstrom (180 mit Detroit) von Platz acht in der Rangliste für die meisten Playoffspiele für ein Franchise verdrängt. Auf Platz sieben ist Bob Gainey mit 182 Spielen für Montreal.

Diese Marke wird Crosby nach Lage der Dinge in der Ersten Runde noch erreichen, so er verletzungsfrei bleibt. Wenn die Penguins aber noch tiefer in die Playoffs vorstoßen wollen, müssen sie sich gewaltig steigern. „Wir freuen uns auf Spiel 2. Wir wussten, dass wir nicht jedes Spiel gewinnen würden. Wir haben eine Gruppe erfahrener Spieler im Team, die schon einige Schlachten in den Playoffs geschlagen hat“, sagte Penguins-Verteidiger Erik Karlsson. Die Flyers seien ein gutes Team. „Sie waren von Anfang bis Ende besser als wir. So ist das eben manchmal. Das ist unglücklich gelaufen für uns. Selbstverständlich wollten wir besser in die Playoffs starten. Aber man gewinnt die Serie nicht im ersten Spiel. Wir wissen, dass wir besser sind. Wir müssen uns auf uns selbst konzentrieren und uns darauf besinnen, was uns die ganze Saison über erfolgreich gemacht hat.“ Das Team habe sich zu viele Turnover erlaubt. Entsprechend müsse man die Schuld für die Niederlage nur bei sich selbst suchen.

Ähnlich bewertete auch Penguins-Trainer Dan Muse das Spiel: „Die Flyers machen es einem schwer. Das ist Teil ihres Spiels. Sie machen das schon eine ganze Weile. Wir sind von den Dingen abgekommen, die für uns funktionieren. Ein Teil davon ist die Intensität. In den Playoffs wird alles nochmal ein Stück hochgefahren.“

PHI@PIT, Sp1: Malkin gleicht im zweiten Drittel aus

Malkin zieht mit Howe gleich

„Wir sollten unser Spiel spielen. Wir haben im zweiten Drittel die Kontrolle verloren. Das ist es, was die Flyers erreichen wollen. Wir wissen, dass es ein enges und physisches Spiel ist. Aber wir müssen besser spielen, den Puck in unserer Zone besser kontrollieren. Wir haben zu viele Chancen zugelassen. Es ist erst Spiel 1, aber wir müssen uns zusammenreißen und am Montag besser sein“, betonte auch Penguins Stürmer Evgeni Malkin. Der Russe hatte im zweiten Drittel die 1:0-Führung der Gäste durch Jamie Drysdale egalisiert. Für Malkin war es das 68. Playofftor seiner NHL-Karriere, womit er in der ewigen Torschützenliste mit Gordie Howe auf Platz 21 gleichgezogen hat. Malkin hat nun 181 Scorerpunkte in den Playoffs gesammelt. Damit hat er Ray Bourque (180) von Platz 14 der ewigen Bestenliste verdrängt. 

Die Gäste hatten das bessere Ende für sich, weil Travis Sanheim und Porter Martone im Schlussdrittel trafen. Bryan Rust gelang zwar 61 Sekunden vor der Schlusssirene noch der Anschlusstreffer, das 3:3 wollte aber nicht mehr fallen. Martone ist damit erst der fünfte Teenager in der Geschichte der Liga, dem in seinem Playoffdebüt das siegbringende Tor gelang. Vor ihm schafften das noch Don Gallinger (1943), Vlastimil Kroupa (1994), Pierre Larouche (1975) und Chad Kilger (1996).

„Es war eine harte Niederlage“, gab Malkin zu. „Wir haben zu Hause gespielt, die Fans waren fantastisch. Es ist noch nicht vorbei. Wir müssen verstehen, wie wichtig die Playoffs sind.“ Die Mannschaft habe die ganze Saison über gute Leistungen gezeigt. „Wir wissen, wie wir spielen. Jeder will es gut machen. Aber wir hatten ein paar schlimme Turnover, waren im PP nicht gut, aber es ist erst das erste Spiel. Vielleicht waren wir auch ein bisschen nervös.“ Diese Nervosität sollten die Penguins bis Montag abgelegt haben. Dann steht in Pittsburgh Spiel zwei auf dem Programm (7 p.m. ET, Di. 1 Uhr MESZ).

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