Eine bärenstarke Vorstellung bot diesmal der Kölner Draisaitl. Er war nicht nur am Siegtor mit einer Vorlage beteiligt, sondern zuvor schon am 2:3-Anschlusstreffer durch Mark Letestu. Damit ergatterte er im fünften Einsatz die ersten Scorer-Punkte in den Playoffs. Für Draisaitl und sein Team erwies es sich als glückliche Fügung, dass er nach seinem Stockstich in Spiel 4 gegen Chris Tierney und der folgenden Matchstrafe mit einer Geldbuße davonkam und nicht gesperrt wurde.
Der 21-jährige Stürmer glänzte nicht nur als Vorbereiter, sondern auch durch seinen nimmermüden Einsatz und starke Bullys. Von 19 Anspielen, zu denen er antrat, entschied er 15 für sich. Das entspricht einer Quote von 79 Prozent. Nach der Begegnung zeigte er sich rundum zufrieden. "Wenn jeder eine Schippe drauflegt, gewinnt man in den Playoffs", betonte er. Darüber hinaus seien in diesen Partien gerade jene Spieler mitunter besonders wertvoll, die sonst nicht so häufig als Torschützen von sich reden machen. Desharnais sei ein gutes Beispiel dafür. "Ein Tor, ein Assist - dafür gebührt ihm großer Respekt. Unglaublich, was er heute gezeigt hat", lobte er seinen Mannschaftskameraden.
Oilers-Coach Todd McLellan war froh darüber, dass sein Team nach der 0:7-Klatsche vom Dienstag und dem zwischenzeitlichen 1:3-Rückstand am Donnerstag die Kurve gekriegt hat. Als Grund dafür nannte er, dass die Mannschaft nie aufhörte, an sich zu glauben. "Wir wussten, wie schlecht wir in Spiel 4 aufgetreten sind. Aber wir waren in der Lage, das beiseite zu schieben und von Neuem zu beginnen. Auch heute sah es zunächst nicht gut aus. Aber wir haben nicht aufgesteckt und unser Tief durchgestanden", sagte er mit zufriedenem Gesichtsausdruck.
Bei den Sharks herrschte dagegen Katerstimmung. "Es ist immer enttäuschend, wenn man verliert", meinte Kapitän Joe Pavelski. "Wir haben zwar gekämpft und lagen durch einige gute Aktionen verdient mit 3:1 vorne. Doch am Ende konnten wir nicht dagegenhalten."