Umso bitterer war die Diagnose, die offenbarte, dass Shesterkin für die komplette Saison ausfallen wird.
„Es ist einfach Mist“, war auch Verteidiger Adam Fox betroffen. „Besonders bei einem Spieler wie ihm, der in der Defensive gewissermaßen der Fels in der Brandung ist.“
Ein schwerer Schlag für die Rangers (4-2-0), die überraschend stark in die neue Spielzeit gestartet sind, und die restlichen 78 Spiele nun ohne ihren wohl wichtigsten Spieler bestreiten müssen.
Im Falle von New York kommt erschwerend hinzu, dass neben den Stürmern Joe Veleno und Adam Sykora mit Joonas Korpisalo der eigentliche Backup ebenfalls noch wochenlang ausfallen wird. Alle drei zwingen Unterkörperverletzungen zu einer Zwangspause.
Also schlug zwischen den Pfosten die Stunde von Dylan Garand. Der 24-jährige Kanadier glänzte bislang mit überragenden Statistiken (zwei Spiele, ein Start, 0,67 Gegentore/Spiel, 97,1 Prozent Fangquote, ein Shutout). Konserviert Garand diese Leistung, könnte er zu der Geschichte in dieser Saison werden. Andernfalls droht den Rangers ein schwerer Rückschlag für die geweckten Playoff-Ambitionen.
Panthers erleben Deja-vu
Wie krass Verletzungen ein Team zurückwerfen können, erlebten die Florida Panthers bereits 2025/26 am eigenen Leib. Kapitän Aleksander Barkov fiel die gesamte Saison aus und war damit nur die Speerspitze an schlechten Nachrichten über hochkarätige Ausfälle, die den Klub aus Süd-Florida ereilten. In Folge dessen verpassten die Panthers als amtierender Back-to-Back Stanley Cup Champion die Stanley Cup Playoffs 2026 krachend.
In der neuen Spielzeit 2026/27 muss sich Florida fühlen, als wäre es in einer niemals endenden Zeitschleife gefangen und erlebte bereits in den ersten Spielen ein Deja-vu: Nummer-1-Center Barkov (zwei Spiele, 0-0-0) verletzte sich in einem Zweikampf an der Bande schwer. Routinier Brad Marchand (zwei Spiele, 0-0-0) startete nach einer Schulter-OP im Sommer ohnehin erst verspätet in die neue Spielzeit, machte dort aber unschönen Kontakt mit dem Torpfosten und ist damit schon wieder raus. Beide Spieler werden wochenlang wegen Unterkörperverletzungen ausfallen.
„Wir haben letzte Saison extrem unter Verletzungen gelitten“, erinnerte sich Panthers-Trainer Paul Maurice. „Erst erwischte es unsere Stammspieler, dann die Spieler aus der zweiten Reihe, und schließlich mussten wir auf die dritte Ebene zurückgreifen. Wir haben aber hervorragende Arbeit bei der Kaderbreite geleistet, sodass wir gute Spieler haben, die einspringen und helfen können.“
Trotzdem konstatierte Power Forward Matthew Tkachuk: „Das war brutal. „Leider mussten wir in der vergangenen Saison in praktisch jedem Spiel mit solchen Situationen umgehen.“
Florida verfügt nach wie vor über einen guten Kader mit viel Tiefe und wird die Ausfälle zumindest phasenweise kompensieren können. Da beide Stürmer wohl noch im Kalenderjahr 2026 zurückkehren werden, ist noch genug Zeit übrig, um verlorengegangene Punkte einzufahren. Allerdings ist ebenfalls klar, dass in der hochkarätig besetzten Atlantic Division am Ende jeder einzelne Punkt zählen könnte.
„Wir werden deshalb keine Opfermentalität entwickeln“, betont Verteidiger Seth Jones. „Bei uns gilt: Der nächste Spieler ist an der Reihe. Das war schon immer unsere Einstellung. Wir dürfen nicht ständig an die Vergangenheit und die Verletzungen der vergangenen Saison denken. Verletzungen passieren.“